Rhagade der Brustwarze im Zusammenhang mit der Gestation
Die Rhagade der Brustwarze im Zusammenhang mit der Gestation bezeichnet einen schmerzhaften, meist schmalen Einriss der empfindlichen Haut der Brustwarze, der während der Stillzeit entsteht sowie zu den häufigsten sowie belastendsten Beschwerden stillender Frauen zählt. Diese Hautverletzung entsteht meist durch eine wiederholte, mechanische Überbeanspruchung der Brustwarzenhaut, die bei einer unzureichenden Anlege- oder Saugtechnik des Kindes auftreten kann, sowie verursacht bei jedem weiteren Stillvorgang erhebliche, teils äußerst quälende Schmerzen. Eine rechtzeitige Korrektur der zugrunde liegenden Ursache sowie eine gezielte Wundpflege sind für die Abheilung der Rhagade sowie für die Fortsetzung eines erfolgreichen, schmerzfreien Stillens von entscheidender Bedeutung.
Ursachen
Die Rhagade der Brustwarze entsteht am häufigsten durch eine unzureichende Anlegetechnik des Kindes, bei der das Kind nicht ausreichend tief an der Brust angelegt wird sowie überwiegend auf der empfindlichen Brustwarze selbst statt auf dem umgebenden Warzenhof saugt, wodurch die dünne Brustwarzenhaut einer erheblichen mechanischen Belastung ausgesetzt wird. Eine bereits bestehende Hauttrockenheit, eine falsche Anwendung von Stillhütchen sowie eine unzureichend behandelte Pilzinfektion der Brustwarze können die Entstehung einer Rhagade zusätzlich begünstigen. Ein ungünstig ausgeprägtes Zungenband des Kindes, das dessen Saugtechnik beeinträchtigt, stellt eine weitere mögliche Ursache dar.
Symptome
Die Rhagade der Brustwarze äußert sich durch einen sichtbaren, meist schmalen Einriss der Brustwarzenhaut, der insbesondere während sowie unmittelbar nach dem Anlegen des Kindes erhebliche, stechende Schmerzen verursacht. Bei einem tieferen oder größeren Einriss kann es zusätzlich zu einer leichten Blutung kommen, die mitunter mit der Muttermilch vermischt austritt. Bei einer unzureichend behandelten oder fortbestehenden Rhagade besteht ein erhöhtes Risiko für eine bakterielle Infektion, die sich durch zunehmende Rötung, Schwellung sowie eine mögliche Ausbreitung der Entzündung in das umliegende Brustgewebe äußern kann.
Diagnostik
Die Diagnose der Rhagade der Brustwarze wird durch eine einfache körperliche Untersuchung der Brustwarze gestellt, bei der der Einriss sowie das Ausmaß einer möglichen begleitenden Rötung oder Infektion beurteilt werden. Eine gezielte Beobachtung des Anlegevorgangs durch eine erfahrene Stillberaterin ist von erheblicher Bedeutung, um die zugrunde liegende, meist mechanische Ursache der Rhagade zu identifizieren sowie gezielt zu korrigieren. Bei Verdacht auf eine begleitende Pilzinfektion kann eine gezielte Untersuchung der betroffenen Hautstelle zusätzlich sinnvoll sein.
Behandlung
Die Behandlung der Rhagade der Brustwarze besteht in erster Linie in einer Korrektur der zugrunde liegenden Anlegetechnik, häufig unter Anleitung einer erfahrenen Stillberaterin, um eine weitere mechanische Überbeanspruchung der geschädigten Haut zu vermeiden. Eine gezielte Wundpflege mittels reiner, hochwertiger Muttermilch oder speziell für die Anwendung während der Stillzeit geeigneter Wollwachscremes unterstützt die Abheilung zusätzlich. Bei starken Schmerzen kann ein vorübergehendes Abpumpen der Milch mit anschließender Fütterung anstelle des direkten Stillens die betroffene Brustwarze kurzzeitig entlasten, während bei Anzeichen einer bakteriellen Infektion eine gezielte antibiotische Behandlung notwendig werden kann.
Verlauf und Prognose
Die Prognose der Rhagade der Brustwarze ist bei einer rechtzeitigen Korrektur der zugrunde liegenden Ursache sowie konsequenter Wundpflege sehr gut, wobei der Einriss innerhalb weniger Tage bis maximal zwei Wochen folgenlos abheilt. Eine unbehandelt fortbestehende, mechanisch bedingte Ursache kann dagegen zu einem chronischen, wiederkehrenden Beschwerdebild sowie einem erhöhten Risiko für eine bakterielle Infektion der Brust führen, die im weiteren Verlauf eine deutlich aufwendigere Behandlung erfordern kann. Eine frühzeitige, professionelle Stillberatung bei ersten Anzeichen einer Rhagade kann das Fortschreiten sowie ein vorzeitiges Abstillen aus Schmerzgründen wirksam verhindern.
Quellen & weiterführende Stellen
- Gesundheitsinformation.de (IQWiG) — Rhagade der Brustwarze im Zusammenhang mit der Gestation: Ursachen, Behandlung
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Was ist die häufigste Ursache einer Rhagade der Brustwarze?
Eine unzureichende Anlegetechnik, bei der das Kind überwiegend auf der Brustwarze statt dem Warzenhof saugt.
Womit kann die Wundpflege unterstützt werden?
Mit reiner Muttermilch oder speziell für die Stillzeit geeigneten Wollwachscremes.
Was kann die betroffene Brustwarze bei starken Schmerzen entlasten?
Ein vorübergehendes Abpumpen der Milch mit anschließender Fütterung.
Welches Risiko besteht bei unbehandelter, fortbestehender Rhagade?
Ein erhöhtes Risiko für eine bakterielle Infektion der Brust.
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