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Reanimation & Bewusstsein

Fremdkörper in den Atemwegen

Ein Fremdkörper in den Atemwegen entsteht, wenn ein fester Gegenstand oder ein Nahrungsmittelstück versehentlich eingeatmet wird sowie in den tieferen Atemwegen, insbesondere im Kehlkopf, der Luftröhre oder den Bronchien, stecken bleibt, wodurch die betroffenen Atemwege je nach Größe sowie genauer Lage des Fremdkörpers teilweise oder vollständig verlegt werden. Diese Situation betrifft besonders häufig Kleinkinder, die kleine Gegenstände oder Nahrungsmittelstücke, insbesondere Nüsse oder kleine Spielzeugteile, unbeaufsichtigt in den Mund nehmen, sowie ältere Menschen mit einer bestehenden Schluckstörung, bei denen Nahrungsstücke leichter in die Atemwege statt in die Speiseröhre gelangen können. Während eine geringgradige, teilweise Verlegung der Atemwege meist zu einem anhaltenden, jedoch nicht unmittelbar lebensbedrohlichen Husten führt, stellt eine vollständige Verlegung der Atemwege einen akuten, lebensbedrohlichen Notfall dar.

Ursachen

Ein Fremdkörper gelangt am häufigsten durch ein versehentliches Einatmen während des Essens oder Spielens in die Atemwege, wobei Kleinkinder aufgrund ihrer noch nicht vollständig ausgereiften Schluckkoordination sowie ihrer Neigung, kleine Gegenstände in den Mund zu nehmen, besonders gefährdet sind. Bei älteren Menschen begünstigt eine bereits bestehende Schluckstörung, wie sie etwa nach einem Schlaganfall oder im Rahmen bestimmter neurologischer Erkrankungen auftreten kann, dass Nahrungsstücke leichter in die Atemwege statt in die Speiseröhre gelangen. Eine Beeinträchtigung des Bewusstseins, etwa durch Alkohol oder bestimmte Medikamente, erhöht das Risiko für ein versehentliches Einatmen von Nahrungsstücken bei allen Altersgruppen zusätzlich.

Symptome

Ein Fremdkörper in den Atemwegen äußert sich zunächst durch einen plötzlich einsetzenden, heftigen Hustenreiz, mit dem der Körper reflexartig versucht, den eingedrungenen Fremdkörper wieder aus den Atemwegen zu befördern, wobei dieser Husten bei einer geringgradigen, teilweisen Verlegung der Atemwege häufig über längere Zeit anhält. Bei einer vollständigen Verlegung der Atemwege kann die betroffene Person dagegen nicht mehr husten, sprechen oder atmen, greift sich häufig charakteristischerweise an den eigenen Hals sowie entwickelt innerhalb kurzer Zeit eine zunehmende Blauverfärbung der Haut als Zeichen des akuten Sauerstoffmangels. Bei einer bereits über längere Zeit unbemerkt in den Atemwegen verbliebenen Fremdkörper können sich zudem wiederkehrende Atemwegsinfektionen entwickeln.

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Diagnostik

Die Diagnose eines Fremdkörpers in den Atemwegen wird zunächst anhand der charakteristischen klinischen Symptome sowie einer sorgfältigen Anamnese der Umstände des Ereignisses gestellt, wobei bei akuter, vollständiger Verlegung der Atemwege keine Zeit für eine weiterführende Diagnostik besteht, sondern unverzüglich lebensrettende Maßnahmen eingeleitet werden müssen. Bei einer weniger akuten, teilweisen Verlegung kann eine Bildgebung des Brustkorbs mittels Röntgenaufnahme Hinweise auf die Lage des Fremdkörpers liefern, wobei nicht alle Fremdkörper auf einer Röntgenaufnahme sichtbar sind. Eine endoskopische Untersuchung der Atemwege ermöglicht sowohl die endgültige Diagnosesicherung als auch die direkte Entfernung des Fremdkörpers.

Behandlung

Die Behandlung eines Fremdkörpers in den Atemwegen richtet sich nach dem Ausmaß der Verlegung, wobei bei einer vollständigen Verlegung mit fehlender Atmung unverzüglich gezielte Erste-Hilfe-Maßnahmen angewendet werden müssen, insbesondere kräftige Schläge zwischen die Schulterblätter sowie, falls diese nicht erfolgreich sind, gezielte Oberbauchkompressionen, um den Fremdkörper aus den Atemwegen zu befördern. Bei einer geringgradigeren, teilweisen Verlegung der Atemwege, bei der die betroffene Person noch husten sowie atmen kann, wird zunächst das eigene, kräftige Husten der betroffenen Person als wirksamster natürlicher Mechanismus zur Entfernung des Fremdkörpers unterstützt, während eine unverzügliche ärztliche Vorstellung zur endoskopischen Entfernung des Fremdkörpers dennoch empfohlen wird.

Verlauf und Prognose

Die Prognose eines Fremdkörpers in den Atemwegen hängt maßgeblich vom Ausmaß der Verlegung sowie der Geschwindigkeit der eingeleiteten Behandlung ab, wobei eine geringgradige, teilweise Verlegung nach erfolgreicher Entfernung des Fremdkörpers in aller Regel folgenlos ausheilt. Eine vollständige Verlegung der Atemwege stellt dagegen einen akut lebensbedrohlichen Notfall dar, bei dem bereits wenige Minuten ohne wirksame Behandlung zu einem irreversiblen Sauerstoffmangelschaden oder zum Tod führen können, weshalb eine rasche Erkennung sowie sofortige Einleitung der geeigneten Erste-Hilfe-Maßnahmen von entscheidender Bedeutung ist. Ein über längere Zeit unbemerkt verbliebener Fremdkörper kann zu chronischen, wiederkehrenden Atemwegsinfektionen führen, die sich nach endoskopischer Entfernung des Fremdkörpers in aller Regel zurückbilden.

Quellen & weiterführende Stellen

Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

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FAQ

Häufige Fragen

Welche Altersgruppe ist besonders häufig betroffen?

Kleinkinder sowie ältere Menschen mit bestehender Schluckstörung.

Was ist der wichtigste natürliche Mechanismus zur Entfernung eines Fremdkörpers?

Ein kräftiger, eigener Hustenreiz der betroffenen Person.

Was sind die charakteristischen Zeichen einer vollständigen Atemwegsverlegung?

Die betroffene Person kann nicht mehr husten, sprechen oder atmen und greift sich häufig an den Hals.

Welche Folge kann ein lange unbemerkter Fremdkörper haben?

Chronische, wiederkehrende Atemwegsinfektionen.

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