Subtrochantäre Fraktur
Die subtrochantäre Fraktur bezeichnet einen Bruch des Oberschenkelknochens in dem Abschnitt, der sich unmittelbar unterhalb der beiden Rollhügel, den knöchernen Vorsprüngen am oberen Ende des Oberschenkelknochens, befindet, und stellt damit eine eigenständige, im Vergleich zur Schenkelhalsfraktur sowie zur pertrochantären Fraktur tiefer gelegene Form des hüftnahen Oberschenkelbruchs dar. Diese anatomische Lokalisation ist durch das Ansetzen mehrerer kräftiger Muskelgruppen mit gegensätzlicher Zugrichtung gekennzeichnet, wodurch die einzelnen Bruchstücke bei einer subtrochantären Fraktur typischerweise erheblich gegeneinander verschoben werden, was die operative Versorgung dieser Frakturform im Vergleich zu anderen hüftnahen Brüchen besonders anspruchsvoll gestaltet. Die subtrochantäre Fraktur betrifft, ähnlich wie andere hüftnahe Oberschenkelbrüche, überwiegend ältere Menschen mit einer bereits bestehenden Osteoporose, bei denen bereits ein vergleichsweise geringes Sturzereignis zu diesem Bruch führen kann.
Ursachen
Die subtrochantäre Fraktur entsteht bei älteren Menschen überwiegend durch einen Sturz aus dem Stand oder aus geringer Höhe, wobei eine bereits bestehende, altersbedingt verminderte Knochendichte im Rahmen einer Osteoporose die Knochenstabilität erheblich schwächt, sodass bereits ein vergleichsweise geringes Krafteinwirken zu diesem Bruch führen kann. Bei jüngeren Menschen mit an sich gesunder Knochenstruktur entsteht eine subtrochantäre Fraktur dagegen überwiegend durch eine erhebliche Krafteinwirkung, etwa im Rahmen eines Verkehrsunfalls oder eines Sturzes aus großer Höhe. Eine seltenere, jedoch bedeutsame Ursache stellt eine sogenannte atypische Femurfraktur dar, die im Zusammenhang mit einer sehr langfristigen Einnahme bestimmter, die Knochenstruktur beeinflussender Osteoporose-Medikamente auftreten kann.
Symptome
Die subtrochantäre Fraktur äußert sich durch einen plötzlich einsetzenden, heftigen Schmerz im Bereich des oberen Oberschenkels sowie der Hüfte, der bei jedem Versuch, das betroffene Bein zu belasten oder zu bewegen, deutlich verstärkt wird, sodass die betroffene Person das verletzte Bein in aller Regel nicht mehr belasten kann. Charakteristisch für die subtrochantäre Fraktur ist eine ausgeprägte Fehlstellung des betroffenen Beins, die durch den kräftigen, gegensätzlich wirkenden Zug der an dieser Stelle ansetzenden Muskelgruppen an den einzelnen Bruchstücken verursacht wird und sich häufig durch eine deutliche Verkürzung sowie Außendrehung des betroffenen Beins zeigt. Eine ausgeprägte Schwellung sowie Blutergussbildung im Bereich der Bruchstelle entwickelt sich innerhalb weniger Stunden nach der Verletzung.
Diagnostik
Die Diagnose der subtrochantären Fraktur wird durch eine Bildgebung mittels Röntgenaufnahme des betroffenen Oberschenkels gestellt, die den genauen Verlauf des Bruchs sowie das charakteristische Ausmaß der Verschiebung der einzelnen Bruchstücke durch die kräftig ziehenden Muskelgruppen direkt sichtbar macht. Eine Computertomografie kann bei komplexen, in mehrere Bruchstücke zersplitterten Frakturen zusätzliche, für die operative Planung wichtige Informationen über die genaue dreidimensionale Bruchkonfiguration liefern. Bei älteren Betroffenen wird zusätzlich eine umfassende internistische Untersuchung zur Einschätzung der Operationsfähigkeit sowie eine Knochendichtemessung zur Bestätigung einer möglicherweise zugrunde liegenden Osteoporose empfohlen.
Behandlung
Die Behandlung der subtrochantären Fraktur erfolgt bei der überwiegenden Mehrheit der Betroffenen operativ, wobei angesichts der erheblichen, durch die ansetzenden Muskelgruppen verursachten Zugkräfte eine besonders stabile operative Versorgung, meist mittels eines speziellen, in den Oberschenkelknochen eingebrachten Marknagels, notwendig ist, um die einzelnen Bruchstücke dauerhaft in korrekter Stellung zu halten. Diese operative Versorgung stellt aufgrund der komplexen Bruchkonfiguration sowie der starken Muskelzugkräfte eine besondere chirurgische Herausforderung dar, die spezialisierte operative Erfahrung erfordert. Eine möglichst frühzeitige, sorgfältig geplante postoperative Mobilisation wird angestrebt, um den Betroffenen eine rasche Rückkehr zur eigenständigen Beweglichkeit zu ermöglichen sowie die mit einer längeren Immobilität verbundenen Komplikationen zu vermeiden.
Verlauf und Prognose
Die Prognose der subtrochantären Fraktur hängt maßgeblich vom Alter sowie dem allgemeinen Gesundheitszustand der betroffenen Person sowie vom Erfolg der operativen Versorgung ab, wobei die Knochenheilung bei dieser komplexen Frakturform im Vergleich zu anderen hüftnahen Brüchen häufig einen längeren Zeitraum in Anspruch nimmt. Bei jüngeren, ansonsten gesunden Menschen ist die Prognose für eine vollständige Wiederherstellung der Beinfunktion insgesamt gut, während bei älteren, durch Osteoporose sowie weitere Begleiterkrankungen vorbelasteten Betroffenen ein erhöhtes Risiko für eine verzögerte oder unvollständige Knochenheilung sowie für einen bleibenden Verlust der eigenständigen Mobilität besteht. Eine konsequente Behandlung einer zugrunde liegenden Osteoporose wird nach überstandener subtrochantärer Fraktur dringend empfohlen, um weiteren Brüchen vorzubeugen.
Quellen & weiterführende Stellen
- Gesundheitsinformation.de (IQWiG) — Subtrochantäre Fraktur: Ursachen, Behandlung
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Wo genau befindet sich die subtrochantäre Fraktur?
Unmittelbar unterhalb der beiden Rollhügel des Oberschenkelknochens.
Warum ist die operative Versorgung besonders anspruchsvoll?
Weil mehrere kräftige Muskelgruppen mit gegensätzlicher Zugrichtung die Bruchstücke erheblich gegeneinander verschieben.
Wie wird die Fraktur meist operativ versorgt?
Mittels eines speziellen, in den Oberschenkelknochen eingebrachten Marknagels.
Was kann bei langfristiger Einnahme bestimmter Osteoporose-Medikamente entstehen?
Eine sogenannte atypische Femurfraktur an dieser Stelle.
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