Fremdkörper im Urogenitaltrakt
Ein Fremdkörper im Urogenitaltrakt bezeichnet einen Gegenstand, der auf verschiedenen Wegen in die Harnröhre, die Harnblase oder, bei Frauen und Mädchen, die Scheide gelangt ist und dort verbleibt, wobei die Ursachen sowie das typische betroffene Personenspektrum je nach genauer Lokalisation deutlich variieren. Während bei Kindern häufig ein neugieriges Einführen kleiner Gegenstände in die Scheide die Ursache darstellt, entstehen Fremdkörper in der Harnröhre oder Blase bei Erwachsenen überwiegend durch ein absichtliches Einführen, teils im Rahmen sexueller Handlungen, oder, seltener, als Folge einer vorausgegangenen medizinischen Behandlung, bei der ein medizinisches Hilfsmittel unbeabsichtigt im Körper verblieben ist. Ein Fremdkörper im Urogenitaltrakt kann je nach Größe, Lage sowie Verweildauer zu Beschwerden beim Wasserlassen, wiederkehrenden Infektionen sowie in ausgeprägten Fällen zu einer Verletzung der umliegenden Gewebe führen.
Ursachen
Ein Fremdkörper im Urogenitaltrakt entsteht durch unterschiedliche Mechanismen, die stark vom Alter sowie Geschlecht der betroffenen Person abhängen, wobei bei Kindern ein neugieriges Einführen kleiner Gegenstände in die Scheide im Rahmen der normalen kindlichen Erkundung des eigenen Körpers eine häufige Ursache darstellt. Bei Erwachsenen entstehen Fremdkörper in der Harnröhre oder Blase überwiegend durch ein absichtliches Einführen von Gegenständen, teils im Rahmen sexueller Handlungen, wobei sich ein solcher Gegenstand mitunter weiter in die Blase verlagern sowie dort nicht mehr auf natürlichem Weg entfernt werden kann. Seltener verbleibt ein medizinisches Hilfsmittel, etwa ein Teil eines Blasenkatheters, unbeabsichtigt als Folge einer vorausgegangenen medizinischen Behandlung im Urogenitaltrakt.
Symptome
Ein Fremdkörper im Urogenitaltrakt äußert sich je nach genauer Lokalisation durch unterschiedliche Beschwerden, wobei ein Fremdkörper in der Harnröhre oder Blase typischerweise Schmerzen sowie Brennen beim Wasserlassen, einen abgeschwächten oder unterbrochenen Harnstrahl sowie gelegentlich sichtbares Blut im Urin verursacht. Ein in der Scheide belassener Fremdkörper, insbesondere bei Kindern, äußert sich häufig durch einen anhaltenden, übelriechenden Ausfluss, der von den Betroffenen selbst sowie ihren Eltern zunächst nicht mit einem Fremdkörper in Verbindung gebracht wird, sowie gelegentlich durch eine begleitende Rötung oder Reizung der betroffenen Region. Bei länger belassenen Fremdkörpern entwickeln sich häufig wiederkehrende Harnwegs- oder Scheideninfektionen als Folge der anhaltenden Reizung durch den Fremdkörper.
Diagnostik
Die Diagnose eines Fremdkörpers im Urogenitaltrakt wird durch eine körperliche Untersuchung sowie, bei einem Fremdkörper in der Harnröhre oder Blase, durch eine Bildgebung mittels Ultraschalluntersuchung oder Röntgenaufnahme gestellt, die viele Fremdkörper direkt sichtbar machen kann. Bei einem anhaltenden, unklaren Ausfluss bei Kindern ohne offensichtlich erinnerlichen Fremdkörperkontakt wird eine gezielte, einfühlsame Untersuchung der Scheide, gegebenenfalls unter Zuhilfenahme eines speziellen Instruments zur schonenden Untersuchung, empfohlen, da ein Fremdkörper bei anhaltendem, übelriechendem Ausfluss im Kindesalter eine wichtige, häufig zunächst übersehene Ursache darstellt. Eine endoskopische Untersuchung der Harnblase ermöglicht sowohl die endgültige Diagnosesicherung als auch die direkte Entfernung eines Fremdkörpers in diesem Bereich.
Behandlung
Die Behandlung eines Fremdkörpers im Urogenitaltrakt erfolgt durch eine gezielte, schonende Entfernung des Gegenstandes, wobei ein oberflächlich in der Scheide gelegener Fremdkörper häufig bereits durch eine einfache, vorsichtige Spülung entfernt werden kann, während ein tiefer gelegener oder bereits in die Blase verlagerter Fremdkörper eine endoskopische Entfernung unter Sicht erfordert. Bei einer bereits bestehenden Infektion wird zusätzlich eine gezielte antibiotische Behandlung eingeleitet, um die Infektion vollständig auszuheilen sowie weitere Komplikationen zu vermeiden. Nach erfolgreicher Entfernung des Fremdkörpers wird bei Kindern eine einfühlsame Nachbesprechung empfohlen, um das zugrunde liegende Verhalten sowie mögliche vorbeugende Maßnahmen zu besprechen.
Verlauf und Prognose
Die Prognose eines Fremdkörpers im Urogenitaltrakt ist bei rechtzeitiger Diagnosestellung sowie schonender Entfernung des Gegenstandes bei der überwiegenden Mehrheit der Betroffenen sehr gut, wobei sich begleitende Beschwerden sowie Infektionen nach erfolgreicher Entfernung sowie gegebenenfalls antibiotischer Behandlung zuverlässig zurückbilden. Bei sehr lange belassenen Fremdkörpern kann es in selteneren Fällen zu einer bleibenden Schädigung der umliegenden Gewebe, insbesondere durch eine chronische Reizung oder Verletzung, kommen, weshalb eine möglichst frühzeitige Diagnosestellung sowie Entfernung von Bedeutung ist. Eine altersgerechte Aufklärung sowie eine sichere Aufbewahrung kleiner Gegenstände wird zur Vorbeugung eines erneuten Ereignisses bei Kindern empfohlen.
Quellen & weiterführende Stellen
- Gesundheitsinformation.de (IQWiG) — Fremdkörper im Urogenitaltrakt: Ursachen, Behandlung
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Welches Symptom deutet bei Kindern häufig auf einen Fremdkörper in der Scheide hin?
Ein anhaltender, übelriechender Ausfluss.
Wie äußert sich ein Fremdkörper in der Harnröhre oder Blase typischerweise?
Schmerzen sowie Brennen beim Wasserlassen, ein abgeschwächter Harnstrahl sowie gelegentlich Blut im Urin.
Wie wird ein tiefer gelegener Fremdkörper in der Blase entfernt?
Durch eine endoskopische Entfernung unter Sicht.
Was wird nach erfolgreicher Entfernung bei Kindern empfohlen?
Eine einfühlsame Nachbesprechung sowie altersgerechte Aufklärung zur Vorbeugung.
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