Luxation der Hüfte (Hüftluxation)
Die Luxation der Hüfte, auch als Hüftluxation bezeichnet, beschreibt ein vollständiges Auskugeln des Hüftgelenks, bei dem der kugelförmige Hüftkopf seine normale Position innerhalb der Hüftgelenkspfanne des Beckens verlässt, wobei zwischen einer angeborenen, bereits bei Neugeborenen vorliegenden Form sowie einer bei Erwachsenen erworbenen, traumatischen Form unterschieden wird. Während die angeborene Hüftluxation durch eine anlagebedingte Fehlentwicklung der Hüftgelenkspfanne entsteht, benötigt eine Hüftluxation bei Erwachsenen mit gesunder Gelenkanatomie in aller Regel eine erhebliche, plötzliche Gewalteinwirkung, wie sie typischerweise bei schweren Verkehrsunfällen auftritt, weshalb eine traumatische Hüftluxation häufig gemeinsam mit weiteren, schweren Begleitverletzungen einhergeht. Die traumatische Hüftluxation bei Erwachsenen stellt aufgrund des Risikos einer bleibenden Schädigung der Blutversorgung des Hüftkopfes einen dringlichen orthopädischen Notfall dar, der eine möglichst rasche Behandlung erfordert.
Ursachen
Die angeborene Hüftluxation entsteht durch eine anlagebedingte Fehlentwicklung der Hüftgelenkspfanne, die bereits während der Schwangerschaft angelegt wird sowie dazu führt, dass der Hüftkopf des Neugeborenen nicht ausreichend stabil in der zu flach ausgebildeten Pfanne gehalten wird. Die traumatische Hüftluxation bei Erwachsenen mit ansonsten gesunder Gelenkanatomie entsteht dagegen fast ausschließlich durch eine erhebliche, plötzliche Gewalteinwirkung auf das gebeugte Hüftgelenk, wie sie typischerweise bei schweren Verkehrsunfällen auftritt, wenn das angewinkelte Knie mit erheblicher Kraft gegen das Armaturenbrett prallt sowie diese Kraft über den Oberschenkelknochen auf das Hüftgelenk übertragen wird. Seltener entsteht eine Hüftluxation bei Erwachsenen im Rahmen eines schweren Sturzes aus großer Höhe oder bei bestimmten Sportarten mit hohem Verletzungsrisiko.
Symptome
Die Hüftluxation bei Erwachsenen äußert sich durch einen plötzlich einsetzenden, sehr heftigen Schmerz im Bereich der betroffenen Hüfte, der mit einer ausgeprägten, charakteristischen Fehlstellung des betroffenen Beins einhergeht, deren genaue Erscheinungsform von der Richtung abhängt, in die der Hüftkopf aus seiner normalen Position verlagert wurde. Die betroffene Person ist nicht mehr in der Lage, das betroffene Bein zu bewegen oder zu belasten, wobei häufig eine tastbare Veränderung im Bereich des Hüftgelenks feststellbar ist. Bei einer angeborenen Hüftluxation bei Neugeborenen bestehen dagegen häufig keine unmittelbaren Beschwerden, sodass die Erkrankung ohne gezielte Früherkennungsuntersuchung leicht übersehen werden kann, wobei sich im späteren Kindesalter ein auffälliges Hinken sowie eine unterschiedliche Beinlänge entwickeln können.
Diagnostik
Die Diagnose der traumatischen Hüftluxation bei Erwachsenen wird durch eine Bildgebung mittels Röntgenaufnahme gestellt, die die Fehlstellung des Hüftkopfes gegenüber der Hüftgelenkspfanne direkt sichtbar macht, wobei angesichts der häufig gleichzeitig bestehenden schweren Begleitverletzungen eine umfassende notfallmedizinische Untersuchung des gesamten Körpers ebenfalls unerlässlich ist. Eine Computertomografie wird nach der notfallmäßigen Reposition des Hüftgelenks zur genaueren Beurteilung möglicher begleitender Frakturen der Hüftgelenkspfanne sowie des Hüftkopfes empfohlen. Die angeborene Hüftluxation bei Neugeborenen wird durch eine gezielte Ultraschalluntersuchung der Hüfte im Rahmen der regulären kindlichen Früherkennungsuntersuchungen diagnostiziert.
Behandlung
Die Behandlung der traumatischen Hüftluxation bei Erwachsenen erfordert eine unverzügliche, unter Betäubung durchgeführte Reposition, bei der der Hüftkopf möglichst rasch wieder in seine normale Position innerhalb der Hüftgelenkspfanne zurückgeführt wird, da eine Verzögerung dieser Behandlung das Risiko einer bleibenden Schädigung der empfindlichen Blutversorgung des Hüftkopfes deutlich erhöht. Nach erfolgreicher Reposition wird die Stabilität des Hüftgelenks sowie das Vorliegen möglicher Begleitverletzungen sorgfältig überprüft, wobei bei begleitenden Frakturen der Hüftgelenkspfanne häufig eine zusätzliche operative Versorgung notwendig wird. Die angeborene Hüftluxation bei Neugeborenen wird je nach Ausprägung durch spezielle, die Hüfte in korrekter Position haltende Behandlungshilfsmittel oder, bei ausbleibendem Erfolg, operativ behandelt.
Verlauf und Prognose
Die Prognose der traumatischen Hüftluxation bei Erwachsenen hängt entscheidend von der Geschwindigkeit ab, mit der die notfallmäßige Reposition durchgeführt wird, da eine Verzögerung von mehr als wenigen Stunden das Risiko für eine bleibende Schädigung der Blutversorgung des Hüftkopfes mit nachfolgendem Absterben des Knochengewebes erheblich erhöht. Bei rechtzeitiger Reposition sowie fehlenden bedeutsamen Begleitverletzungen ist die langfristige Prognose für die Hüftgelenksfunktion gut, wobei dennoch ein erhöhtes Risiko für die spätere Entwicklung einer Hüftgelenksarthrose besteht. Die angeborene Hüftluxation weist bei frühzeitiger Diagnosestellung im Rahmen der kindlichen Früherkennungsuntersuchungen sowie konsequent durchgeführter Behandlung eine sehr gute Prognose mit einer normalen Hüftgelenksentwicklung auf.
Quellen & weiterführende Stellen
- Gesundheitsinformation.de (IQWiG) — Luxation der Hüfte (Hüftluxation): Ursachen, Behandlung
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Wodurch entsteht die Hüftluxation bei Erwachsenen meist?
Durch eine erhebliche, plötzliche Gewalteinwirkung, wie sie typischerweise bei schweren Verkehrsunfällen auftritt.
Warum muss die Reposition möglichst rasch erfolgen?
Weil eine Verzögerung das Risiko einer bleibenden Schädigung der Blutversorgung des Hüftkopfes deutlich erhöht.
Wie wird die angeborene Hüftluxation bei Neugeborenen erkannt?
Durch eine gezielte Ultraschalluntersuchung im Rahmen der regulären kindlichen Früherkennungsuntersuchungen.
Welches langfristige Risiko besteht nach einer traumatischen Hüftluxation?
Ein erhöhtes Risiko für die spätere Entwicklung einer Hüftgelenksarthrose.
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