Flatulenz (Blähungen)
Die Flatulenz, umgangssprachlich als Blähungen bezeichnet, beschreibt eine vermehrte Ansammlung von Gasen im Darm, die zu einem unangenehmen Völle- sowie Spannungsgefühl im Bauch sowie zu einem vermehrten Abgang von Winden führt. Diese Gase entstehen entweder durch verschlucktes Luftvolumen oder, überwiegend, durch die bakterielle Verstoffwechselung unverdauter Nahrungsbestandteile im Dickdarm. Flatulenz ist bei den meisten Menschen ein normales, harmloses Begleitphänomen der Verdauung, kann jedoch bei bestimmten Ernährungsgewohnheiten oder zugrunde liegenden Verdauungsstörungen deutlich verstärkt auftreten sowie als belastend empfunden werden.
Veröffentlicht: 16. Sep. 2026 · Redaktion: Personal Paramedic e.K.
Ursachen
Flatulenz entsteht überwiegend durch die bakterielle Verstoffwechselung unverdauter Kohlenhydrate im Dickdarm, wobei bestimmte Nahrungsmittel, insbesondere Hülsenfrüchte, Kohlgemüse, Zwiebeln sowie bestimmte Zuckeraustauschstoffe, besonders reich an schwer verdaulichen, gasbildenden Bestandteilen sind. Eine unzureichende Aufnahme von Milchzucker bei einer Laktoseintoleranz sowie andere Unverträglichkeiten können vermehrte Blähungen zusätzlich begünstigen. Auch das Verschlucken von Luft, etwa durch hastiges Essen oder das Trinken kohlensäurehaltiger Getränke, trägt zur Gasbildung bei.
Symptome
Flatulenz äußert sich durch ein Völle- sowie Spannungsgefühl im Bauch, einen sichtbar geblähten Bauchumfang sowie einen vermehrten, teils unangenehm riechenden Abgang von Winden. Begleitend können krampfartige Bauchschmerzen auftreten, die sich nach dem Abgang der Gase typischerweise bessern. Diese Beschwerden sind bei den meisten Betroffenen harmlos, wobei anhaltende, sehr ausgeprägte oder von weiteren Beschwerden, insbesondere Gewichtsverlust oder Blut im Stuhl, begleitete Blähungen ärztlich abgeklärt werden sollten.
Diagnostik
Die Diagnose der Flatulenz wird überwiegend anhand der geschilderten Beschwerden sowie einer sorgfältigen Ernährungsanamnese gestellt. Bei Verdacht auf eine zugrunde liegende Unverträglichkeit, insbesondere eine Laktose- oder Fruktoseintoleranz, kann ein gezielter Atemtest zur Bestätigung durchgeführt werden. Bei anhaltenden, ausgeprägten oder von Warnzeichen begleiteten Beschwerden erfolgt eine weiterführende Abklärung zum Ausschluss einer zugrunde liegenden Verdauungserkrankung.
Behandlung
Die Behandlung der Flatulenz besteht in erster Linie in einer gezielten Anpassung der Ernährung, insbesondere einer schrittweisen Reduzierung stark blähender Nahrungsmittel sowie einem langsamen, gründlichen Kauen der Speisen. Entschäumende Medikamente können die Beschwerden zusätzlich lindern, indem sie die Gasbläschen im Darm zusammenführen sowie deren Abgang erleichtern. Bei einer nachgewiesenen Unverträglichkeit wird eine gezielte, entsprechend angepasste Ernährung empfohlen.
Verlauf und Prognose
Die Prognose der Flatulenz ist bei den meisten Betroffenen sehr gut, da sich die Beschwerden durch eine gezielte Anpassung der Ernährungsgewohnheiten deutlich lindern lassen. Bei einer zugrunde liegenden Unverträglichkeit oder Verdauungsstörung hängt der weitere Verlauf von der erfolgreichen Behandlung dieser Grunderkrankung ab. Anhaltende oder sich verschlechternde Beschwerden sollten stets ärztlich abgeklärt werden, um eine zugrunde liegende, behandlungsbedürftige Ursache nicht zu übersehen.
Weiterführende Informationen der Organisation
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Die verlinkten Angebote sind allgemeine Informationsquellen der jeweiligen Organisation, kein Einzelbeleg für jede Aussage dieses Artikels. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Was verursacht Flatulenz meist?
Die bakterielle Verstoffwechselung unverdauter Kohlenhydrate im Dickdarm.
Welche Nahrungsmittel begünstigen Blähungen besonders?
Hülsenfrüchte, Kohlgemüse, Zwiebeln sowie bestimmte Zuckeraustauschstoffe.
Wann sollte eine ärztliche Abklärung erfolgen?
Bei anhaltenden, ausgeprägten oder von Warnzeichen begleiteten Beschwerden.
Was kann die Beschwerden lindern?
Eine angepasste Ernährung sowie entschäumende Medikamente.
Weiterlesen
Spasmus des Sphinkter Oddi
Eine funktionelle Störung des kleinen Schließmuskels an der Mündung von Gallen- und Bauchspeicheldrüsengang in den Zwölffingerdarm, die zu wiederkehrenden Oberbauchschmerzen führen kann.
Weiterlesen →Verdauung & Magen-DarmPeritoneale Adhäsionen (Bauchfellverwachsungen)
Bindegewebige Verwachsungen zwischen Bauchorganen oder der Bauchwand, die meist nach Operationen oder Entzündungen im Bauchraum entstehen und in manchen Fällen zu einem Darmverschluss führen können.
Weiterlesen →Verdauung & Magen-DarmRetroperitonealfibrose
Eine seltene Erkrankung mit fortschreitender Vernarbung des Bindegewebes hinter dem Bauchfell, die durch Einengung der Harnleiter zu einer bedrohlichen Beeinträchtigung der Nierenfunktion führen kann.
Weiterlesen →Erste Hilfe lernen statt nur nachlesen
Im Kurs übst du die Handgriffe unter Anleitung — Theorie und Praxis zusammen.