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Verdauung & Magen-Darm

Peritoneale Adhäsionen (Bauchfellverwachsungen)

Peritoneale Adhäsionen, im Deutschen auch als Bauchfellverwachsungen bezeichnet, sind bindegewebige Stränge oder Verklebungen, die sich zwischen benachbarten Bauchorganen oder zwischen Bauchorganen und der Bauchwand bilden können. Sie entstehen als Teil des natürlichen Heilungsprozesses des Bauchfells, der dünnen, das gesamte Bauchinnere auskleidenden Membran, nachdem diese durch eine Operation, eine Entzündung oder eine Verletzung gereizt oder verletzt wurde. Während viele Verwachsungen im Bauchraum keinerlei Beschwerden verursachen und lebenslang unbemerkt bleiben, können ausgeprägtere Verwachsungen die normale Beweglichkeit der Darmschlingen einschränken und in manchen Fällen zu chronischen Bauchschmerzen oder, in ausgeprägten Fällen, zu einem mechanischen Darmverschluss führen.

Ursachen

Die mit Abstand häufigste Ursache peritonealer Adhäsionen sind vorangegangene Operationen im Bauchraum, bei denen das Bauchfell durch den chirurgischen Eingriff selbst gereizt wird und im Rahmen der körpereigenen Wundheilung bindegewebige Verwachsungen mit benachbarten Strukturen bilden kann. Auch entzündliche Erkrankungen im Bauchraum, etwa eine durchgemachte Blinddarmentzündung, eine Bauchfellentzündung oder eine chronisch entzündliche Darmerkrankung, können zu Verwachsungen führen, da die entzündungsbedingte Reizung des Bauchfells einen ähnlichen Heilungsprozess in Gang setzt. Bei Frauen können zudem gynäkologische Operationen oder Entzündungen der inneren Geschlechtsorgane zu Verwachsungen im Beckenbereich führen. Je ausgedehnter und komplizierter eine vorangegangene Operation oder Entzündung verlaufen ist, desto höher ist im Allgemeinen das Risiko für die Entstehung relevanter Verwachsungen.

Symptome

Die überwiegende Mehrheit peritonealer Adhäsionen verursacht keinerlei Beschwerden und wird nur zufällig, etwa im Rahmen einer aus anderem Grund durchgeführten Operation, entdeckt. Bei einem Teil der Betroffenen können Verwachsungen jedoch zu chronischen, oft schwer lokalisierbaren Bauchschmerzen führen, die sich bei bestimmten Körperbewegungen verstärken können, da die betroffenen Organe durch die Verwachsungen in ihrer normalen Beweglichkeit eingeschränkt sind. Die ernsteste mögliche Folge ausgeprägter Verwachsungen ist ein mechanischer Darmverschluss, bei dem eine Darmschlinge durch einen bindegewebigen Strang abgeknickt oder eingeengt wird, was sich durch zunehmende, krampfartige Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen sowie das Ausbleiben von Stuhlgang und Windabgang äußert und einen akuten Notfall darstellt.

Diagnostik

Peritoneale Adhäsionen ohne Beschwerden lassen sich mit den üblichen bildgebenden Verfahren wie Ultraschall oder Computertomographie meist nicht direkt sichtbar machen und werden häufig erst im Rahmen einer Operation, bei der die Bauchhöhle direkt eingesehen wird, festgestellt. Bei Verdacht auf einen durch Verwachsungen verursachten Darmverschluss zeigt eine Röntgenaufnahme oder Computertomographie des Bauchraums typische Zeichen wie erweiterte, mit Luft und Flüssigkeit gefüllte Darmschlingen vor der verengten Stelle. Bei chronischen, unklaren Bauchschmerzen, bei denen der Verdacht auf Verwachsungen als Ursache besteht, andere bildgebende Untersuchungen jedoch unauffällig bleiben, kann in ausgewählten Fällen eine minimalinvasive Bauchspiegelung zur direkten Beurteilung der Bauchhöhle erwogen werden.

Behandlung

Beschwerdefreie peritoneale Adhäsionen erfordern keine Behandlung. Bei chronischen, den Verwachsungen zugeschriebenen Bauchschmerzen wird zunächst eine konservative, symptomorientierte Behandlung versucht, da eine operative Lösung der Verwachsungen selbst wiederum neue Verwachsungen begünstigen kann und daher sorgfältig abgewogen werden muss. Bei einem akuten, durch Verwachsungen verursachten Darmverschluss wird zunächst häufig ein konservativer Behandlungsversuch mit Nahrungskarenz, einer Magensonde zur Entlastung sowie intravenöser Flüssigkeitsgabe unternommen, unter dem sich ein Teil der Fälle von selbst löst. Bleibt der Darmverschluss bestehen oder treten Anzeichen einer Durchblutungsstörung des betroffenen Darmabschnitts auf, ist eine notfallmäßige Operation notwendig, bei der die einengenden Verwachsungen gelöst werden.

Verlauf und Prognose

Die überwiegende Mehrheit peritonealer Adhäsionen bleibt zeitlebens beschwerdefrei und hat entsprechend keine Auswirkung auf die Lebensqualität der betroffenen Person. Bei chronischen Bauchschmerzen durch Verwachsungen ist der Verlauf individuell unterschiedlich, wobei eine operative Lösung nicht immer zu einer vollständigen und dauerhaften Beschwerdefreiheit führt, da sich nach dem Eingriff erneut Verwachsungen bilden können. Ein akuter, durch Verwachsungen verursachter Darmverschluss kann bei einem Teil der Betroffenen durch eine konservative Behandlung erfolgreich gelöst werden, während andere eine notfallmäßige Operation benötigen. Nach einer solchen Operation besteht ein erhöhtes Risiko für erneute Verwachsungen und damit für einen wiederholten Darmverschluss im weiteren Leben, weshalb Betroffene über die entsprechenden Warnzeichen aufgeklärt werden sollten.

Quellen & weiterführende Stellen

Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

FAQ

Häufige Fragen

Sind Verwachsungen im Bauchraum nach einer Operation normal?

Verwachsungen sind ein häufiger Teil des natürlichen Heilungsprozesses des Bauchfells nach einer Operation, wobei die meisten davon keinerlei Beschwerden verursachen und lebenslang unbemerkt bleiben.

Woran erkennt man einen durch Verwachsungen verursachten Darmverschluss?

An zunehmenden, krampfartigen Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen sowie dem Ausbleiben von Stuhlgang und Windabgang, was einen akuten Notfall darstellt und rasches ärztliches Handeln erfordert.

Warum wird eine operative Lösung von Verwachsungen nicht immer empfohlen?

Weil eine operative Lösung selbst wiederum neue Verwachsungen begünstigen kann, weshalb bei chronischen Beschwerden ohne akuten Darmverschluss zunächst eine konservative Behandlung bevorzugt wird.

Kann ein durch Verwachsungen verursachter Darmverschluss ohne Operation behandelt werden?

Bei einem Teil der Betroffenen löst sich ein solcher Darmverschluss unter konservativer Behandlung mit Nahrungskarenz, Magensonde und Flüssigkeitsgabe von selbst, bei anhaltendem Verschluss oder Warnzeichen ist jedoch eine Operation notwendig.

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