Ein Angebot von Personal Paramedic e.K. · DGUV-anerkannte Ausbildungsstätte (8.2018)
Weitere Notfälle

Blinddarmentzündung (Appendizitis)

Eine Blinddarmentzündung (Appendizitis) ist eine Entzündung des Wurmfortsatzes, eines kleinen, fingerförmigen Anhängsels am Beginn des Dickdarms — trotz des umgangssprachlichen Namens ist nicht der „Blinddarm“ selbst, sondern dieser Anhang entzündet. Sie zählt zu den häufigsten Ursachen für ein akutes Abdomen und trifft besonders oft Kinder und junge Erwachsene.

Der typische Schmerzverlauf

Charakteristisch beginnt der Schmerz häufig diffus im Oberbauch oder um den Nabel herum und wandert im Verlauf von Stunden in den rechten Unterbauch, wo er sich lokalisiert und bei Druck oder plötzlichem Loslassen deutlich verstärkt. Dieser Wanderungsverlauf ist typisch, aber nicht bei jeder Person gleich ausgeprägt — bei Kindern und älteren Menschen verläuft er häufiger untypisch.

Begleitsymptome

Appetitlosigkeit, Übelkeit, gelegentlich Erbrechen, leichtes bis mäßiges Fieber und ein allgemeines Krankheitsgefühl begleiten häufig die Bauchschmerzen. Der Bauch reagiert oft empfindlich auf Erschütterungen — manche Betroffene berichten, dass schon Husten oder Stufen steigen den Schmerz verstärkt.

Warum schnelles Handeln wichtig ist

Unbehandelt kann eine entzündete Appendix durchbrechen (perforieren) und eine Bauchfellentzündung mit hohem Fieber, starken Schmerzen im ganzen Bauch und erheblicher Kreislaufbelastung auslösen — ein ernster, potenziell lebensbedrohlicher Zustand. Deshalb wird bei begründetem Verdacht meist zeitnah operiert, statt lange abzuwarten.

Was bei Verdacht zu tun ist

Bei anhaltenden, sich verstärkenden Bauchschmerzen — besonders mit Wanderung in den rechten Unterbauch, Fieber und Appetitlosigkeit — zeitnah eine Notaufnahme aufsuchen (siehe auch Akutes Abdomen). Nichts essen oder trinken, keine Schmerzmittel ohne ärztliche Rücksprache einnehmen, keine Wärme auflegen, solange die Ursache unklar ist.

Behandlung

Die Standardbehandlung ist die operative Entfernung des entzündeten Wurmfortsatzes, heute meist minimal-invasiv (laparoskopisch). Der Eingriff gehört zu den häufigsten Notoperationen überhaupt und verläuft in der Regel komplikationsarm, besonders wenn frühzeitig operiert wird.

Quellen & weiterführende Stellen

Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

Anzeige
FAQ

Häufige Fragen

Muss jede Blinddarmentzündung operiert werden?

In den meisten Fällen ja — die Operation gilt weiterhin als Standardbehandlung. Bei ausgewählten, unkomplizierten Fällen wird in manchen Kliniken auch eine primär medikamentöse Behandlung mit Antibiotika diskutiert; die Entscheidung trifft die behandelnde Klinik individuell.

Kann man ohne Blinddarm normal leben?

Ja — der Wurmfortsatz hat zwar eine gewisse Rolle im Immunsystem, seine Entfernung hat aber keine bekannten bedeutsamen langfristigen gesundheitlichen Folgen.

Woran erkennt man den Unterschied zu einer harmlosen Bauchverstimmung?

Eine sichere Unterscheidung gelingt oft erst durch ärztliche Untersuchung — anhaltende, zunehmende, in den rechten Unterbauch wandernde Schmerzen mit Fieber sprechen eher für eine Blinddarmentzündung als eine gewöhnliche Magenverstimmung, die typischerweise nach kurzer Zeit von selbst nachlässt.

Betrifft eine Blinddarmentzündung nur junge Menschen?

Sie tritt am häufigsten zwischen dem 10. und 30. Lebensjahr auf, kann aber in jedem Alter vorkommen — bei älteren Menschen verläuft sie oft untypischer und wird deshalb manchmal später erkannt.

Erste Hilfe lernen statt nur nachlesen

Im Kurs übst du die Handgriffe unter Anleitung — Theorie und Praxis zusammen.

Kurs finden Inhouse anfragen