Sonstige erythematöse Krankheiten
Als sonstige erythematöse Krankheiten werden verschiedene, weniger häufige Hauterkrankungen zusammengefasst, deren gemeinsames Merkmal eine ausgeprägte, oft großflächige Rötung der Haut ist, die sich nicht eindeutig einer bekannteren Erkrankung wie einer Kontaktdermatitis oder einer Rosazea zuordnen lässt. Ein Erythem, also eine Hautrötung, entsteht durch eine vermehrte Durchblutung der oberflächlichen Hautgefäße und kann durch ganz unterschiedliche zugrunde liegende Mechanismen verursacht werden, von entzündlichen über allergische bis zu bestimmten, durch äußere Reize bedingten Reaktionen. Da sich das äußere Erscheinungsbild verschiedener erythematöser Erkrankungen teilweise stark ähnelt, ist eine sorgfältige Abklärung wichtig, um die zugrunde liegende Ursache zu bestimmen und eine gezielte Behandlung einzuleiten.
Ursachen
Sonstige erythematöse Krankheiten können durch verschiedene Mechanismen entstehen. Manche Formen werden durch eine überschießende Reaktion des Immunsystems auf bestimmte Medikamente oder Infektionen ausgelöst, wobei sich die charakteristische Hautrötung als Begleiterscheinung der zugrunde liegenden Erkrankung oder Medikamentenreaktion zeigt. Andere Formen entstehen durch eine besondere Empfindlichkeit der Haut gegenüber physikalischen Reizen wie Wärme, Kälte oder Druck, die bei entsprechend veranlagten Personen zu einer ausgeprägten, umschriebenen Rötung führen können. Bestimmte erythematöse Hauterkrankungen treten zudem gehäuft im Rahmen anderer, zugrunde liegender internistischer oder rheumatischer Erkrankungen auf, wo sie als Begleitsymptom der eigentlichen Grunderkrankung zu werten sind. Bei einem Teil der Betroffenen bleibt die genaue Ursache trotz sorgfältiger Abklärung ungeklärt.
Symptome
Das gemeinsame Symptom sonstiger erythematöser Krankheiten ist eine deutlich sichtbare Rötung der Haut, die je nach zugrunde liegender Ursache umschrieben oder großflächig auftreten kann. Manche Formen gehen mit einer netzartigen, marmorierten Musterung der Rötung einher, andere zeigen sich als gleichmäßig gerötete, mitunter leicht erhabene Hautbereiche. Begleitend können ein Wärme- oder Spannungsgefühl der betroffenen Haut sowie, je nach Ursache, ein leichter Juckreiz bestehen, wobei ausgeprägte Schmerzen oder eine Blasenbildung eher untypisch sind und auf eine andere, spezifischere Hauterkrankung hinweisen könnten. Bei manchen Formen verstärkt sich die Rötung durch bestimmte auslösende Reize wie Wärme oder körperliche Anstrengung und bildet sich anschließend wieder zurück.
Diagnostik
Die Diagnose sonstiger erythematöser Krankheiten wird durch eine sorgfältige dermatologische Untersuchung gestellt, bei der das genaue Verteilungsmuster, die Farbe sowie die Konsistenz der geröteten Hautbereiche beurteilt werden. Eine ausführliche Anamnese, insbesondere zu eingenommenen Medikamenten, vorausgegangenen Infektionen sowie möglichen auslösenden physikalischen Reizen, liefert wichtige Hinweise auf die zugrunde liegende Ursache. Bei Verdacht auf eine zugrunde liegende internistische oder rheumatische Erkrankung werden entsprechende Blutuntersuchungen durchgeführt. Bei unklaren oder therapieresistenten Hautveränderungen kann eine Gewebeprobe der betroffenen Haut zur feingeweblichen Untersuchung notwendig werden, um andere, spezifischere Hauterkrankungen sicher auszuschließen.
Behandlung
Die Behandlung sonstiger erythematöser Krankheiten richtet sich vollständig nach der zugrunde liegenden Ursache. Wird ein auslösendes Medikament identifiziert, steht dessen Absetzen oder ein Wechsel auf ein alternatives Präparat im Vordergrund. Liegt eine zugrunde liegende Infektion vor, wird diese gezielt behandelt, woraufhin sich die begleitende Hautrötung meist zurückbildet. Bei einer besonderen Empfindlichkeit gegenüber physikalischen Reizen wird empfohlen, die auslösenden Reize wie übermäßige Wärme oder Kälte möglichst zu vermeiden. Bei Beschwerden im Rahmen einer zugrunde liegenden internistischen oder rheumatischen Erkrankung richtet sich die Behandlung nach den Therapieprinzipien dieser Grunderkrankung. Bei ausgeprägtem Juckreiz oder Spannungsgefühl können symptomlindernde, feuchtigkeitsspendende Hautpflegeprodukte zusätzlich hilfreich sein.
Verlauf und Prognose
Der Verlauf und die Prognose sonstiger erythematöser Krankheiten hängen wesentlich von der zugrunde liegenden Ursache ab. Bei medikamenten- oder infektionsbedingten Formen bildet sich die Hautrötung nach Absetzen des auslösenden Medikaments beziehungsweise nach Ausheilung der zugrunde liegenden Infektion in der Regel innerhalb weniger Wochen vollständig zurück. Bei einer besonderen Empfindlichkeit gegenüber physikalischen Reizen bleibt die Neigung zu einer ausgeprägten Hautrötung häufig dauerhaft bestehen, lässt sich jedoch durch Vermeidung der auslösenden Reize gut kontrollieren. Ist eine zugrunde liegende chronische Erkrankung ursächlich, hängt der langfristige Verlauf der Hautrötung wesentlich vom Verlauf und der Behandlung dieser Grunderkrankung ab. Eine sorgfältige Abklärung der Ursache trägt wesentlich zu einer erfolgreichen, gezielten Behandlung bei.
Quellen & weiterführende Stellen
- Gesundheitsinformation.de (IQWiG) — Sonstige erythematöse Krankheiten: Ursachen, Behandlung
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Was versteht man unter einem Erythem?
Eine Rötung der Haut, die durch eine vermehrte Durchblutung der oberflächlichen Hautgefäße entsteht und durch ganz unterschiedliche zugrunde liegende Ursachen, von entzündlichen bis zu physikalisch bedingten Reaktionen, ausgelöst werden kann.
Können Medikamente eine Hautrötung verursachen?
Ja, manche erythematösen Hauterkrankungen entstehen durch eine überschießende Reaktion des Immunsystems auf bestimmte Medikamente, wobei sich die Rötung nach Absetzen des auslösenden Präparats meist zurückbildet.
Warum wird bei unklaren Hautrötungen manchmal eine Gewebeprobe entnommen?
Um andere, spezifischere Hauterkrankungen sicher auszuschließen, insbesondere wenn die Hautveränderung trotz Behandlung nicht abklingt oder das Erscheinungsbild untypisch ist.
Kann Wärme eine Hautrötung auslösen?
Ja, bei einer besonderen Empfindlichkeit gegenüber physikalischen Reizen kann Wärme, ebenso wie Kälte oder Druck, bei entsprechend veranlagten Personen zu einer ausgeprägten, umschriebenen Hautrötung führen.
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