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Herz & Kreislauf

Dilatative Kardiomyopathie

Die dilatative Kardiomyopathie ist eine Erkrankung des Herzmuskels, bei der sich vor allem die linke, häufig auch die rechte Herzkammer erweitert und ihre Pumpkraft abnimmt. Sie ist eine der häufigsten Ursachen einer schweren Herzschwäche und eine der häufigsten Gründe für eine Herztransplantation. Die Erkrankung kann in jedem Lebensalter auftreten, häufig jedoch im mittleren Erwachsenenalter.

Ursachen

Bei einem erheblichen Teil der Betroffenen bleibt die Ursache unbekannt (idiopathische Form). Bekannte Ursachen sind eine überstandene Myokarditis, langjähriger übermäßiger Alkoholkonsum, bestimmte Chemotherapeutika, chronisch schlecht kontrollierter Bluthochdruck, eine anhaltend zu schnelle Herzfrequenz sowie genetische Veranlagungen, die bei einem Teil der Familien nachgewiesen werden können. Auch im Rahmen einer Schwangerschaft kann in seltenen Fällen eine besondere Form auftreten (peripartale Kardiomyopathie).

Symptome

Die Beschwerden entsprechen denen einer fortschreitenden Herzschwäche: zunehmende Atemnot, zunächst bei Belastung, später auch in Ruhe, Erschöpfung, Wassereinlagerungen in den Beinen und, bei fortgeschrittener Erkrankung, im Bauchraum. Herzrhythmusstörungen sind häufig und können sich durch Herzrasen, Schwindel oder, bei schwereren Formen, Ohnmachtsanfälle äußern. Durch die verminderte Pumpleistung und die Erweiterung der Herzkammern besteht zudem ein erhöhtes Risiko für die Bildung von Blutgerinnseln im Herzen.

Diagnostik

Die Echokardiografie ist die wichtigste Untersuchung und zeigt die charakteristische Erweiterung der Herzkammern sowie die verminderte Auswurfleistung des Herzens. Ein EKG erfasst begleitende Rhythmusstörungen, Bluttests helfen, behandelbare Ursachen wie eine Schilddrüsenerkrankung auszuschließen. Bei Verdacht auf eine erbliche Form kann eine genetische Untersuchung sinnvoll sein, eine Magnetresonanztomografie des Herzens kann zusätzliche Informationen zur Ursache und zum Ausmaß der Schädigung liefern.

Behandlung

Die medikamentöse Basisbehandlung entspricht der einer chronischen Herzschwäche und umfasst mehrere Medikamentengruppen, die die Herzarbeit erleichtern und das Fortschreiten verlangsamen können. Bei bestimmten Rhythmusstörungen oder einem hohen Risiko für einen plötzlichen Herztod kann ein implantierbarer Defibrillator empfohlen werden. Bei schwerer, auf Medikamente nicht ausreichend ansprechender Herzschwäche kommen spezielle Herzschrittmachersysteme zur Resynchronisation, mechanische Unterstützungssysteme oder, im Endstadium, eine Herztransplantation infrage.

Verlauf und Prognose

Der Verlauf ist sehr unterschiedlich: Bei einem Teil der Betroffenen, besonders wenn eine behandelbare Ursache gefunden und beseitigt wird, bessert sich die Herzfunktion deutlich, bei anderen schreitet die Erkrankung trotz Behandlung fort. Regelmäßige kardiologische Kontrollen mit wiederholter Echokardiografie sind wichtig, um den Verlauf zu überwachen und die Behandlung anzupassen. Verwandte ersten Grades von Betroffenen mit vermuteter erblicher Form profitieren häufig von einer eigenen kardiologischen Untersuchung.

Quellen & weiterführende Stellen

Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

FAQ

Häufige Fragen

Ist dilatative Kardiomyopathie immer erblich?

Nein, nur bei einem Teil der Betroffenen lässt sich eine genetische Ursache nachweisen, viele Fälle entstehen ohne erkennbare familiäre Häufung.

Kann sich die Herzfunktion wieder verbessern?

Bei einem Teil der Betroffenen, besonders wenn eine behandelbare Ursache wie Alkoholkonsum beseitigt wird, kann sich die Pumpfunktion des Herzens deutlich erholen.

Wann ist eine Herztransplantation notwendig?

Erst bei schwerer, trotz ausgeschöpfter medikamentöser und gerätegestützter Behandlung fortschreitender Herzschwäche im Endstadium.

Sollten Angehörige sich untersuchen lassen?

Bei Verdacht auf eine erbliche Form wird nahen Verwandten häufig eine eigene kardiologische Untersuchung empfohlen, um eine mögliche Beteiligung frühzeitig zu erkennen.

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