Chorionkarzinom (bösartige Neubildung der Plazenta)
Das Chorionkarzinom entsteht aus den Trophoblastzellen, die den Mutterkuchen bilden. Es kann nach einer Blasenmole, einer Fehlgeburt, einer Eileiterschwangerschaft oder einer normalen Geburt auftreten. Der Tumor bildet das Schwangerschaftshormon hCG, was zur Diagnose und Kontrolle genutzt wird. Er wächst schnell und streut früh, spricht aber sehr gut auf Chemotherapie an.
Ursachen
Wichtigste Vorstufe ist die Blasenmole, aus der sich in einem kleinen Teil der Fälle ein Chorionkarzinom entwickelt. Risikofaktoren sind höheres mütterliches Alter, frühere Blasenmole und bestimmte Vorerkrankungen. Oft entsteht der Tumor nach einer normalen Schwangerschaft.
Symptome
Anhaltende oder wiederkehrende vaginale Blutungen nach Geburt, Fehlgeburt oder Blasenmole, vergrößerte Gebärmutter, Unterleibsschmerzen und Symptome durch Tochtergeschwülste wie Husten, Bluthusten, Kopfschmerzen oder Krämpfe bei Befall von Lunge und Gehirn. Eine Überfunktion der Schilddrüse durch hohes hCG ist möglich.
Diagnostik
Der hCG-Wert im Blut bleibt erhöht oder steigt. Ultraschall der Gebärmutter, Röntgen und Computertomografie von Lunge und Bauch sowie Magnetresonanztomografie des Gehirns bestimmen die Ausbreitung. Eine Gewebeprobe ist meist nicht erforderlich.
Behandlung
Die Behandlung ist eine Chemotherapie, bei niedrigem Risiko oft mit einem Medikament, bei hohem Risiko mit Kombinationen. Die Operation der Gebärmutter ist nur in ausgewählten Fällen nötig. Der hCG-Wert wird als Kontrolle regelmäßig bestimmt. Bei starken Blutungen ist der Notruf 112 zu wählen.
Verlauf und Prognose
Die Heilungsrate liegt auch bei Ausbreitung bei über neunzig von hundert. Oft bleibt die Fruchtbarkeit erhalten. Nach der Behandlung ist eine Nachsorge mit hCG-Kontrollen für ein bis zwei Jahre wichtig, eine erneute Schwangerschaft sollte in dieser Zeit vermieden werden. Psychosoziale Beratung unterstützt Betroffene.
Weiterführende Informationen der Organisation
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Die verlinkten Angebote sind allgemeine Informationsquellen der jeweiligen Organisation, kein Einzelbeleg für jede Aussage dieses Artikels. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Ist der Tumor heilbar?
Ja, in den meisten Fällen durch Chemotherapie.
Kann man danach Kinder bekommen?
Oft ja, nach Abschluss der Nachsorge nach ärztlicher Beratung.
Warum wird der hCG-Wert kontrolliert?
Er zeigt, ob Tumorzellen aktiv sind.
Wann zur Frauenärztin oder zum Frauenarzt?
Bei anhaltender Blutung nach Geburt, Fehlgeburt oder Blasenmole.
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