Weichteilsarkom
Weichteilsarkome sind eine seltene, sehr vielfältige Gruppe bösartiger Tumoren, die aus Binde-, Muskel-, Fett- oder Nervengewebe entstehen und überall im Körper auftreten können, am häufigsten jedoch an Armen und Beinen. Da sie oft langsam und schmerzlos wachsen, werden sie häufig erst entdeckt, wenn sie bereits eine beträchtliche Größe erreicht haben. Wegen ihrer Vielfalt und Seltenheit werden Weichteilsarkome bevorzugt in spezialisierten Zentren behandelt.
Ursachen
Bei den meisten Betroffenen bleibt die Ursache unbekannt. Bekannte Risikofaktoren sind eine frühere Strahlentherapie in dem später betroffenen Körperbereich, bestimmte seltene erbliche Syndrome sowie, in Einzelfällen, eine chronische Lymphschwellung. Die Vielzahl der über fünfzig bekannten Untertypen von Weichteilsarkomen entsteht aus unterschiedlichen Gewebearten und unterscheidet sich erheblich in Wachstumsverhalten und Prognose.
Symptome
Kennzeichnend ist eine meist schmerzlose, langsam wachsende Schwellung oder Knotenbildung unter der Haut, die häufig über Monate unbemerkt bleibt, bevor sie durch ihre Größe auffällt. Schmerzen treten meist erst bei fortgeschrittenem Wachstum auf, wenn der Tumor auf Nerven oder andere umliegende Strukturen drückt. Weichteilsarkome im Bauchraum können durch ihr verstecktes Wachstum besonders lange unentdeckt bleiben und erst durch ein Völlegefühl oder Verdrängung anderer Organe auffallen.
Diagnostik
Eine Magnetresonanztomografie ist die wichtigste bildgebende Untersuchung zur Beurteilung von Größe, Lage und Beziehung des Tumors zu umliegenden Strukturen. Die endgültige Diagnose und Einordnung in einen der zahlreichen Untertypen erfolgt durch eine feingewebliche Untersuchung einer gezielt entnommenen Gewebeprobe, die idealerweise in einem auf diese seltene Tumorgruppe spezialisierten Zentrum erfolgen sollte, um eine fehlerhafte Erstbiopsie zu vermeiden.
Behandlung
Die vollständige operative Entfernung des Tumors mit ausreichendem Sicherheitsabstand ist die zentrale Behandlung. Bei größeren oder ungünstig gelegenen Tumoren wird häufig eine Strahlentherapie vor oder nach der Operation ergänzt, um das Rückfallrisiko zu senken. Bei bestimmten aggressiveren Untertypen oder bei bereits vorhandenen Metastasen kommt zusätzlich eine Chemotherapie zum Einsatz, deren Wirksamkeit je nach Sarkom-Untertyp unterschiedlich ausgeprägt ist.
Verlauf und Prognose
Die Prognose hängt stark vom Untertyp, der Größe, der Lage und dem Grad der Bösartigkeit des Tumors ab und ist entsprechend sehr unterschiedlich. Kleine, oberflächliche, vollständig entfernte Tumoren haben oft eine gute Prognose, während große, tief liegende oder bereits metastasierte Sarkome deutlich ernster einzuschätzen sind. Wegen der Seltenheit und Vielfalt der Erkrankung verbessert die Behandlung in einem spezialisierten Sarkomzentrum die Behandlungsergebnisse nachweislich.
Quellen & weiterführende Stellen
- Gesundheitsinformation.de (IQWiG) — Weichteilsarkom: Ursachen, Behandlung
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Warum werden Weichteilsarkome oft spät entdeckt?
Weil sie häufig schmerzlos und langsam wachsen, wodurch sie erst durch ihre zunehmende Größe oder durch Druck auf umliegende Strukturen auffallen.
Ist jede Schwellung unter der Haut ein Sarkom?
Nein, die weit überwiegende Mehrheit von Schwellungen und Knoten unter der Haut ist gutartig, eine schnell wachsende oder auffällig große Schwellung sollte dennoch ärztlich abgeklärt werden.
Warum sollte die Behandlung in einem spezialisierten Zentrum erfolgen?
Weil die über fünfzig verschiedenen Untertypen sehr unterschiedliche Wachstumsmuster und Behandlungsanforderungen haben und eine fehlerhafte Erstbehandlung die spätere Prognose deutlich verschlechtern kann.
Kann eine frühere Bestrahlung ein Sarkom auslösen?
In seltenen Fällen ja, eine frühere Strahlentherapie im selben Körperbereich gilt als bekannter, wenn auch seltener Risikofaktor für ein späteres Weichteilsarkom.
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