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Innere Medizin

Trichinellose

Die Trichinellose ist eine Wurmerkrankung, die durch den Fadenwurm Trichinella verursacht wird und sich der Mensch durch den Verzehr von rohem oder nicht ausreichend erhitztem Fleisch zuzieht, das mit den mikroskopisch kleinen Larven dieses Parasiten befallen ist. Nach der Aufnahme entwickeln sich die Larven zunächst im Darm zu erwachsenen Würmern, deren Nachkommen anschließend über die Blutbahn in die Muskulatur des gesamten Körpers wandern und sich dort in den Muskelfasern einkapseln. Da sich die Larven bevorzugt in besonders aktiver Muskulatur wie der Augen-, Kau- und Atemmuskulatur ansiedeln, können bei einer ausgeprägten Infektion neben Muskelschmerzen auch ernstere Komplikationen mit Beteiligung von Herz oder Atemmuskulatur auftreten.

Ursachen

Die Trichinellose entsteht durch den Verzehr von rohem oder nicht ausreichend erhitztem Fleisch, das mit Larven des Trichinella-Wurms befallen ist, wobei vor allem Fleisch von Wildschweinen, Hausschweinen sowie bestimmten anderen Fleisch fressenden oder allesfressenden Tieren als Infektionsquelle infrage kommt. In Ländern mit strenger, konsequenter Fleischbeschau ist die Erkrankung selten geworden, kommt jedoch bei nicht ausreichend kontrolliertem Wildfleisch sowie in Regionen mit weniger strengen hygienischen Standards weiterhin vor. Nach der Aufnahme des befallenen Fleisches werden die Larven im Magen freigesetzt und entwickeln sich im Dünndarm innerhalb weniger Tage zu erwachsenen Würmern, die Nachkommen produzieren, welche über die Blutbahn in die Muskulatur des gesamten Körpers wandern.

Symptome

In den ersten Tagen nach der Ansteckung stehen zunächst Beschwerden des Verdauungstraktes wie Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen und Durchfall im Vordergrund, die durch die Ansiedlung der erwachsenen Würmer im Darm verursacht werden. Etwa ein bis zwei Wochen später, wenn die Larven in die Muskulatur einwandern, entwickeln sich die charakteristischen Symptome der Trichinellose: hohes Fieber, ausgeprägte Muskelschmerzen, insbesondere im Bereich der Augen-, Kau- und Nackenmuskulatur, sowie eine typische Schwellung der Augenlider. Bei einer ausgeprägten Infektion können zusätzlich Hauteinblutungen sowie, in schweren Fällen, eine Beteiligung des Herzmuskels mit Herzrhythmusstörungen oder eine Beteiligung der Atemmuskulatur auftreten, was einen potenziell lebensbedrohlichen Verlauf darstellt.

Diagnostik

Die Diagnose der Trichinellose wird durch eine Kombination aus dem charakteristischen klinischen Beschwerdebild, insbesondere der typischen Augenlidschwellung und Muskelschmerzen, sowie durch eine Blutuntersuchung gestellt, die eine deutliche Vermehrung bestimmter weißer Blutkörperchen, der sogenannten eosinophilen Granulozyten, sowie spezifische Antikörper gegen den Parasiten nachweisen kann. Eine Erhöhung bestimmter Muskelenzyme im Blut kann zusätzliche Hinweise auf das Ausmaß der Muskelbeteiligung liefern. In unklaren Fällen kann eine kleine Gewebeprobe aus einem Muskel entnommen werden, in der sich die eingekapselten Larven mikroskopisch direkt nachweisen lassen. Eine sorgfältige Anamnese zum Verzehr von rohem oder nicht ausreichend gegartem Fleisch, insbesondere Wildfleisch, liefert wichtige zusätzliche Hinweise.

Behandlung

Die Behandlung der Trichinellose erfolgt mit einem gegen Würmer wirksamen Medikament, das besonders wirksam ist, wenn es frühzeitig, noch während sich die Würmer im Darm befinden, eingesetzt wird. Sind die Larven bereits in die Muskulatur eingewandert, ist die medikamentöse Behandlung weniger wirksam gegen die bereits eingekapselten Larven, kann jedoch das Fortschreiten der Erkrankung begrenzen. Zusätzlich kommen entzündungshemmende Medikamente, insbesondere Kortison, zum Einsatz, um die durch die Larvenwanderung verursachte Entzündungsreaktion in der Muskulatur zu lindern, insbesondere bei einer Beteiligung von Herz oder Atemmuskulatur. Bei schweren Verläufen mit Beteiligung lebenswichtiger Organe ist eine intensivmedizinische Überwachung notwendig.

Verlauf und Prognose

Der Verlauf der Trichinellose ist bei den meisten Betroffenen mild bis mittelschwer und heilt innerhalb einiger Wochen folgenlos aus, wobei Muskelschmerzen und Erschöpfung noch über einige Zeit nach Abklingen der akuten Beschwerden anhalten können. Bei einer sehr ausgeprägten Infektion mit hoher Wurmzahl besteht ein erhöhtes Risiko für schwere Komplikationen, insbesondere eine Beteiligung des Herzmuskels oder der Atemmuskulatur, die unbehandelt lebensbedrohlich verlaufen können. Bei rechtzeitiger, insbesondere früh im Krankheitsverlauf begonnener Behandlung ist die Prognose überwiegend gut. Eine konsequente Fleischbeschau sowie ausreichendes Durchgaren von Fleisch, insbesondere Wildfleisch, sind die wirksamsten Maßnahmen zur Vorbeugung dieser Erkrankung.

Quellen & weiterführende Stellen

Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

FAQ

Häufige Fragen

Warum verursacht die Trichinellose zunächst Verdauungsbeschwerden und erst später Muskelschmerzen?

Weil die aufgenommenen Larven sich zunächst im Darm zu erwachsenen Würmern entwickeln, deren Nachkommen erst danach über die Blutbahn in die Muskulatur wandern, wo sie die charakteristischen Muskelbeschwerden verursachen.

Warum ist die medikamentöse Behandlung am wirksamsten, wenn sie früh eingesetzt wird?

Weil das Medikament am besten gegen die Würmer im Darmstadium wirkt, bevor die Larven in die Muskulatur eingewandert und sich dort eingekapselt haben, wo sie schwerer erreichbar sind.

Welches Fleisch birgt das höchste Ansteckungsrisiko?

Vor allem rohes oder nicht ausreichend erhitztes Fleisch von Wildschweinen sowie Hausschweinen aus nicht ausreichend kontrollierter Fleischbeschau, weshalb konsequentes Durchgaren und amtliche Fleischuntersuchung wichtige Vorbeugemaßnahmen sind.

Warum kann eine Trichinellose lebensbedrohlich werden?

Weil sich die Larven bevorzugt in besonders aktiver Muskulatur ansiedeln, wozu auch der Herzmuskel und die Atemmuskulatur zählen können, deren Beteiligung zu Herzrhythmusstörungen oder Atemproblemen führen kann.

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