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Symptome

Somnolenz, Sopor und Koma

Somnolenz, Sopor und Koma bezeichnen unterschiedliche, zunehmend ausgeprägte Schweregrade einer eingeschränkten Bewusstseinslage, die als abgestufte Skala verstanden werden können. Bei einer Somnolenz ist die betroffene Person auffallend schläfrig, aber durch Ansprache noch leicht erweckbar und orientiert. Beim Sopor lässt sich die Person nur noch durch kräftige, wiederholte äußere Reize wie Schütteln oder Schmerzreize kurzzeitig aufwecken. Beim Koma schließlich besteht eine tiefe Bewusstlosigkeit, aus der die betroffene Person auch durch starke äußere Reize nicht mehr erweckbar ist. Da diese abgestuften Bewusstseinsstörungen auf eine Vielzahl unterschiedlicher, teils lebensbedrohlicher Ursachen hinweisen können, stellt eine zunehmende Bewusstseinstrübung stets einen ernstzunehmenden medizinischen Notfall dar, der eine rasche Ursachenklärung erfordert.

Ursachen

Eine eingeschränkte Bewusstseinslage kann durch eine Vielzahl unterschiedlicher Ursachen entstehen, die grob in solche mit einer direkten Schädigung des Gehirns und solche mit einer Beeinträchtigung der Gehirnfunktion durch Stoffwechselstörungen oder äußere Einflüsse unterteilt werden können. Zu den direkten Hirnschädigungen zählen ein Schlaganfall, eine Hirnblutung, eine schwere Kopfverletzung sowie ein epileptischer Anfall mit anschließender Erschöpfungsphase. Zu den stoffwechselbedingten Ursachen zählen eine ausgeprägte Über- oder Unterzuckerung bei Diabetes mellitus, eine schwere Leber- oder Nierenfunktionsstörung mit Anreicherung giftiger Stoffwechselprodukte im Blut, ein ausgeprägter Sauerstoffmangel sowie eine Vergiftung durch Medikamente, Drogen oder Alkohol. Auch schwere Infektionen, insbesondere eine Hirnhaut- oder Gehirnentzündung, können zu einer zunehmenden Bewusstseinstrübung führen.

Symptome

Bei einer Somnolenz wirkt die betroffene Person auffallend schläfrig und ihre spontanen Aktivitäten sind vermindert, sie lässt sich jedoch durch Ansprache leicht wecken und ist danach orientiert und in der Lage, adäquat zu antworten. Beim Sopor ist die betroffene Person durch Ansprache allein nicht mehr erweckbar, reagiert jedoch noch auf kräftige äußere Reize wie Schütteln oder Schmerzreize mit einer kurzzeitigen, meist unvollständigen Erweckbarkeit. Beim Koma besteht eine tiefe Bewusstlosigkeit ohne jegliche zielgerichtete Reaktion auf äußere Reize, wobei je nach Tiefe des Komas noch bestimmte Reflexe erhalten sein können. Begleitend können, je nach zugrunde liegender Ursache, weitere Symptome wie eine veränderte Atmung, unterschiedlich weite Pupillen oder Lähmungserscheinungen bestehen, die wichtige Hinweise auf die Ursache der Bewusstseinsstörung liefern können.

Diagnostik

Die Diagnostik bei einer eingeschränkten Bewusstseinslage erfolgt notfallmedizinisch mit dem Ziel, rasch eine lebensbedrohliche, behandelbare Ursache zu identifizieren. Eine standardisierte neurologische Untersuchung, häufig unter Verwendung einer Skala zur Einschätzung der Bewusstseinslage, dokumentiert das genaue Ausmaß der Bewusstseinsstörung sowie deren Verlauf. Eine Blutuntersuchung erfasst rasch behandelbare Ursachen wie eine Unterzuckerung sowie Hinweise auf eine Leber- oder Nierenfunktionsstörung. Eine Computertomographie des Gehirns wird bei Verdacht auf eine strukturelle Hirnschädigung notfallmäßig durchgeführt. Bei Verdacht auf eine Vergiftung werden gezielte Untersuchungen auf Medikamente, Drogen oder Alkohol im Blut veranlasst. Bei Verdacht auf eine Infektion des Zentralnervensystems kann eine Untersuchung des Nervenwassers notwendig werden.

Behandlung

Die Behandlung einer eingeschränkten Bewusstseinslage erfolgt notfallmedizinisch mit vorrangiger Sicherung der Atmung und des Kreislaufs, da bei tieferen Bewusstseinsstörungen die Schutzreflexe der Atemwege beeinträchtigt sein können, was das Risiko für ein Verschlucken von Mageninhalt erhöht. Sobald möglich, wird die zugrunde liegende Ursache gezielt behandelt: Eine Unterzuckerung wird durch die Gabe von Traubenzucker rasch behoben, eine Vergiftung wird, sofern verfügbar, mit einem spezifischen Gegenmittel behandelt, und eine strukturelle Hirnschädigung wird entsprechend ihrer eigenen Behandlungsprinzipien versorgt. Bei tiefem Koma mit unzureichender Eigenatmung wird eine maschinelle Beatmung eingeleitet. Eine kontinuierliche Überwachung der Bewusstseinslage sowie der Vitalfunktionen ist während der gesamten Behandlung von entscheidender Bedeutung.

Verlauf und Prognose

Der Verlauf und die Prognose einer eingeschränkten Bewusstseinslage hängen entscheidend von der zugrunde liegenden Ursache sowie der Geschwindigkeit ab, mit der eine angemessene Behandlung eingeleitet wird. Bei rasch behandelbaren Ursachen wie einer Unterzuckerung kann sich die Bewusstseinslage innerhalb weniger Minuten nach Behandlungsbeginn vollständig normalisieren. Bei einer strukturellen Hirnschädigung oder einer schweren Vergiftung hängt die Prognose wesentlich vom Ausmaß der Schädigung sowie dem Zeitpunkt des Behandlungsbeginns ab. Ein tiefes, lang anhaltendes Koma ist mit einer ernsteren Prognose verbunden und kann in seltenen Fällen in einen dauerhaften, chronischen Bewusstseinszustand übergehen. Eine rasche notfallmedizinische Versorgung ist bei jeder Form der Bewusstseinstrübung von entscheidender Bedeutung für den weiteren Verlauf.

Quellen & weiterführende Stellen

Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

FAQ

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Somnolenz, Sopor und Koma?

Bei der Somnolenz ist die Person durch einfache Ansprache noch leicht erweckbar, beim Sopor nur noch durch kräftige äußere Reize wie Schütteln, und beim Koma besteht eine tiefe Bewusstlosigkeit ohne Erweckbarkeit durch äußere Reize.

Warum ist eine eingeschränkte Bewusstseinslage immer ein Notfall?

Weil sie auf eine Vielzahl teils lebensbedrohlicher Ursachen hinweisen kann, von einer Unterzuckerung über eine Hirnblutung bis zu einer Vergiftung, die eine rasche, gezielte Behandlung erfordern.

Warum wird bei Bewusstseinsstörung zuerst die Atmung geprüft?

Weil bei tieferen Bewusstseinsstörungen die Schutzreflexe der Atemwege beeinträchtigt sein können, was das Risiko für ein Verschlucken von Mageninhalt und damit für eine gefährliche Verlegung der Atemwege erhöht.

Kann sich eine Bewusstseinsstörung schnell wieder zurückbilden?

Bei rasch behandelbaren Ursachen wie einer Unterzuckerung kann sich die Bewusstseinslage innerhalb weniger Minuten nach Behandlungsbeginn vollständig normalisieren, bei anderen Ursachen hängt die Erholung wesentlich vom Ausmaß der zugrunde liegenden Schädigung ab.

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