Traumatische Symphysensprengung
Die traumatische Symphysensprengung bezeichnet ein Auseinanderweichen der Schambeinfuge, jener vorderen, knorpelig-bandhaften Verbindung zwischen den beiden Beckenhälften, die durch eine erhebliche, meist von vorne oder von der Seite auf das Becken einwirkende Gewalt entsteht sowie die normale, stabile Ringstruktur des Beckens erheblich beeinträchtigt. Diese Verletzung tritt aufgrund der zur Entstehung notwendigen erheblichen Krafteinwirkung nur selten isoliert auf, sondern geht bei der überwiegenden Mehrheit der Betroffenen mit weiteren, teils schweren Begleitverletzungen des Beckenrings sowie der inneren Beckenorgane einher, wobei besonders eine gleichzeitige Verletzung der zahlreichen, im Becken verlaufenden Blutgefäße zu einer erheblichen, mitunter lebensbedrohlichen Blutung führen kann. Angesichts dieser potenziell schwerwiegenden Begleitverletzungen wird die traumatische Symphysensprengung stets als Hinweis auf eine ernstzunehmende, umfassend abzuklärende Beckenverletzung gewertet.
Ursachen
Die traumatische Symphysensprengung entsteht durch eine erhebliche, meist von vorne oder seitlich auf das Becken einwirkende Gewalt, wie sie typischerweise bei schweren Verkehrsunfällen, insbesondere bei einem seitlichen Aufprall oder der Kollision mit einem Fußgänger, sowie bei Stürzen aus großer Höhe auftritt. Die dabei einwirkende Kraft überschreitet die Belastbarkeit der bandhaften Verbindung der Schambeinfuge, wodurch diese auseinanderweicht sowie sich der gesamte, normalerweise stabile Beckenring erheblich destabilisiert. Aufgrund der zur Entstehung notwendigen erheblichen Krafteinwirkung tritt die Symphysensprengung nur selten isoliert auf, sondern in Kombination mit weiteren Frakturen oder Luxationen des Beckenrings sowie häufig auch mit Verletzungen der Beckenorgane.
Symptome
Die traumatische Symphysensprengung äußert sich durch heftige Schmerzen im Bereich des vorderen Beckens, die sich bei jeder Bewegung sowie insbesondere bei Belastung der Beine deutlich verstärken, wobei die betroffene Person aufgrund der erheblichen Instabilität des Beckenrings meist nicht mehr in der Lage ist, eigenständig zu stehen oder zu gehen. Eine sichtbare oder tastbare Fehlstellung im Bereich der Schambeinfuge sowie eine ausgeprägte Schwellung des betroffenen Bereichs können bei der körperlichen Untersuchung festgestellt werden. Angesichts der häufig bestehenden, schweren Begleitverletzungen können zusätzlich Anzeichen eines erheblichen Blutverlusts, insbesondere Blässe, ein beschleunigter Puls sowie ein Blutdruckabfall, sowie bei Beteiligung der Harnorgane Blut im Urin auftreten.
Diagnostik
Die Diagnose der traumatischen Symphysensprengung wird durch eine Bildgebung mittels Röntgenaufnahme sowie insbesondere einer Computertomografie des Beckens gestellt, die das genaue Ausmaß des Auseinanderweichens der Schambeinfuge sowie mögliche begleitende Frakturen oder Luxationen des übrigen Beckenrings detailliert darstellen kann. Angesichts des erheblichen Risikos schwerer Begleitverletzungen wird bei jeder nachgewiesenen Symphysensprengung eine umfassende notfallmedizinische Untersuchung des gesamten Körpers durchgeführt, die insbesondere eine gezielte Suche nach Verletzungen der Beckenorgane sowie der im Becken verlaufenden Blutgefäße umfasst. Eine sorgfältige Kreislaufüberwachung ist angesichts des Risikos einer erheblichen, mitunter zunächst nicht offensichtlichen Blutung von entscheidender Bedeutung.
Behandlung
Die Behandlung der traumatischen Symphysensprengung beginnt bereits am Unfallort mit einer notfallmäßigen, äußeren Stabilisierung des Beckens, etwa mittels einer speziellen Beckenschlinge, die das auseinandergewichene Becken komprimiert sowie dadurch sowohl die Schmerzen als auch eine möglicherweise bereits bestehende Blutung wirksam eindämmen kann. Bei anhaltender Instabilität oder erheblicher Blutung wird eine unverzügliche operative Stabilisierung, meist mittels einer über die Vorderseite des Beckens eingebrachten Platte, durchgeführt, die eine dauerhafte, stabile Fixierung der auseinandergewichenen Schambeinfuge ermöglicht. Begleitende Verletzungen der Beckenorgane oder der Blutgefäße werden entsprechend den jeweiligen spezifischen Behandlungsgrundsätzen zusätzlich versorgt.
Verlauf und Prognose
Die Prognose der traumatischen Symphysensprengung hängt maßgeblich vom Ausmaß der begleitenden Verletzungen sowie der Geschwindigkeit der eingeleiteten Stabilisierung sowie Blutungskontrolle ab, wobei eine isolierte, ohne bedeutsame Begleitverletzungen aufgetretene Symphysensprengung nach erfolgreicher operativer Stabilisierung eine insgesamt gute Prognose aufweist. Bei ausgeprägten Begleitverletzungen, insbesondere einer erheblichen Beckenblutung, ist die Prognose deutlich ernster, wobei eine rasche, notfallmäßige Stabilisierung sowie Blutungskontrolle über das Überleben der betroffenen Person entscheiden kann. Nach erfolgreicher operativer Behandlung wird eine schrittweise, physiotherapeutisch begleitete Mobilisation angestrebt, um eine bestmögliche Wiederherstellung der Geh- sowie Belastungsfähigkeit zu erreichen.
Quellen & weiterführende Stellen
- Gesundheitsinformation.de (IQWiG) — Traumatische Symphysensprengung: Ursachen, Behandlung
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Wodurch entsteht eine Symphysensprengung meist?
Durch eine erhebliche, von vorne oder seitlich auf das Becken einwirkende Gewalt, etwa bei schweren Verkehrsunfällen.
Tritt diese Verletzung meist isoliert auf?
Nein, sie geht bei der überwiegenden Mehrheit der Betroffenen mit weiteren Verletzungen des Beckenrings oder der Beckenorgane einher.
Was ist eine wichtige notfallmäßige Erstmaßnahme?
Eine äußere Stabilisierung des Beckens mittels einer speziellen Beckenschlinge.
Wie wird die Verletzung meist definitiv behandelt?
Durch eine operative Stabilisierung, meist mittels einer über die Vorderseite des Beckens eingebrachten Platte.
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