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Vergiftungen

Ciguatera-Fischvergiftung

Die Ciguatera-Fischvergiftung bezeichnet eine Vergiftung, die durch den Verzehr bestimmter, überwiegend in tropischen sowie subtropischen Korallenriffregionen vorkommender Fischarten entsteht, welche ein von bestimmten, auf Korallenriffen lebenden Kleinstalgen gebildetes Nervengift über die Nahrungskette angereichert haben, ohne dass sich diese Kontamination dem Aussehen, Geruch oder Geschmack des betroffenen Fisches entnehmen lässt. Das für diese Vergiftung verantwortliche Gift reichert sich besonders stark in größeren Raubfischen an, die sich selbst von bereits belasteten, kleineren Fischen ernähren, wodurch bestimmte, in tropischen Gewässern beliebte Speisefische ein deutlich erhöhtes Kontaminationsrisiko tragen. Die Ciguatera-Fischvergiftung zählt zu den weltweit häufigsten, durch den Verzehr von Fisch verursachten Vergiftungen sowie ist durch ihre charakteristische, mitunter über Monate anhaltende Beschwerdesymptomatik gekennzeichnet.

Ursachen

Die Ciguatera-Fischvergiftung entsteht dadurch, dass bestimmte, auf Korallenriffen lebende Kleinstalgen ein spezifisches Nervengift produzieren, das von kleineren, pflanzenfressenden Fischen aufgenommen sowie über die Nahrungskette in zunehmend höherer Konzentration in größeren Raubfischen angereichert wird, die sich von diesen kleineren, bereits belasteten Fischen ernähren. Bestimmte, in tropischen sowie subtropischen Riffregionen beliebte Speisefischarten, insbesondere verschiedene größere Barsch- sowie Zackenbarscharten, weisen daher ein besonders hohes Kontaminationsrisiko auf. Das verantwortliche Gift ist hitzestabil sowie wird durch übliches Kochen, Braten oder Einfrieren des betroffenen Fisches nicht zerstört, sodass eine übliche Zubereitung des Fisches keinen Schutz vor der Vergiftung bietet.

Symptome

Die Ciguatera-Fischvergiftung äußert sich innerhalb weniger Stunden nach dem Verzehr des kontaminierten Fisches zunächst durch Magen-Darm-Beschwerden, insbesondere Übelkeit, Erbrechen sowie Durchfall, gefolgt von charakteristischen neurologischen Symptomen, die für diese Vergiftung besonders kennzeichnend sind. Zu diesen neurologischen Beschwerden zählen ein ausgeprägtes Kribbeln der Hände, Füße sowie des Mundbereichs sowie eine charakteristische, paradoxe Umkehrung der Temperaturwahrnehmung, bei der sich kalte Gegenstände heiß sowie heiße Gegenstände unangenehm kalt anfühlen. Begleitend bestehen bei vielen Betroffenen zusätzlich Muskel- sowie Gelenkschmerzen, eine ausgeprägte Erschöpfung sowie ein charakteristisches Jucken der Haut, wobei diese Beschwerden bei einem Teil der Betroffenen über Wochen bis Monate anhalten können.

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Diagnostik

Die Diagnose der Ciguatera-Fischvergiftung wird anhand der charakteristischen Symptomkombination aus Magen-Darm-Beschwerden sowie den typischen neurologischen Symptomen, insbesondere der paradoxen Temperaturwahrnehmung, gemeinsam mit einer sorgfältigen Anamnese des Verzehrs eines möglicherweise kontaminierten tropischen Riff- oder Raubfisches gestellt. Ein gemeinsames, gleichzeitiges Auftreten ähnlicher Symptome bei mehreren Personen, die denselben Fisch verzehrt haben, ist ein wichtiger diagnostischer Hinweis. Eine gezielte Laboruntersuchung zum direkten Nachweis des verursachenden Giftes im verzehrten Fisch steht in der klinischen Routineversorgung meist nicht zur Verfügung, sodass sich die Diagnose überwiegend auf die klinische Beschwerdesymptomatik stützt.

Behandlung

Eine ursächliche Behandlung, die die Wirkung des aufgenommenen Nervengiftes unmittelbar aufheben könnte, existiert nicht, weshalb sich die Behandlung der Ciguatera-Fischvergiftung überwiegend auf eine symptomatische Linderung der bestehenden Beschwerden konzentriert. Ein Ausgleich des Flüssigkeitsverlustes bei ausgeprägten Magen-Darm-Beschwerden sowie eine gezielte Schmerzbehandlung stehen im Vordergrund der akuten Behandlung. Bestimmte, über die Vene verabreichte Medikamente können bei besonders ausgeprägten neurologischen Symptomen in der akuten Phase der Vergiftung zu einer gewissen Linderung der Beschwerden beitragen, wobei diese Behandlung nur innerhalb der ersten Tage nach der Vergiftung wirksam ist.

Verlauf und Prognose

Die Prognose der Ciguatera-Fischvergiftung ist bei der überwiegenden Mehrheit der Betroffenen gut, da die akuten Magen-Darm-Beschwerden in aller Regel innerhalb weniger Tage folgenlos abklingen, wobei ein tödlicher Ausgang äußerst selten ist. Die charakteristischen neurologischen Beschwerden, insbesondere die paradoxe Temperaturwahrnehmung sowie das Kribbeln der Extremitäten, können jedoch bei einem Teil der Betroffenen über Wochen bis Monate anhalten, bevor sie sich schließlich vollständig zurückbilden. Betroffene Personen entwickeln nach einer überstandenen Ciguatera-Fischvergiftung häufig eine erhöhte Empfindlichkeit gegenüber erneutem Kontakt mit dem verantwortlichen Gift, weshalb ein künftiger Verzehr entsprechend risikobehafteter Fischarten dringend vermieden werden sollte.

Quellen & weiterführende Stellen

Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

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FAQ

Häufige Fragen

Kann man die Kontamination am Fisch erkennen?

Nein, sie lässt sich dem Aussehen, Geruch oder Geschmack des Fisches nicht entnehmen.

Wird das Gift durch Kochen zerstört?

Nein, es ist hitzestabil und wird durch übliche Zubereitung nicht zerstört.

Was ist ein charakteristisches Symptom dieser Vergiftung?

Eine paradoxe Umkehrung der Temperaturwahrnehmung, bei der sich Kaltes heiß und Heißes kalt anfühlt.

Wie lange können die neurologischen Beschwerden anhalten?

Bei einem Teil der Betroffenen über Wochen bis Monate.

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