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Weitere Notfälle

Misslungene oder schwierige Intubation

Die misslungene oder schwierige Intubation bezeichnet eine Situation, in der das Einführen eines Beatmungsschlauchs in die Luftröhre einer betäubten oder bewusstlosen Person, das im Rahmen einer Vollnarkose oder eines akuten Notfalls zur Sicherung einer ausreichenden Atmung notwendig ist, entweder nur unter erheblichen Schwierigkeiten oder trotz wiederholter Versuche überhaupt nicht gelingt. Diese Situation stellt einen der gefürchtetsten sowie folgenreichsten Notfälle der Anästhesiologie sowie Notfallmedizin dar, da eine ausbleibende Sicherung der Atemwege innerhalb weniger Minuten zu einem lebensbedrohlichen Sauerstoffmangel führen kann, weshalb ein strukturiertes, im Vorfeld eingeübtes Vorgehen sowie die Verfügbarkeit alternativer Atemwegssicherungsverfahren von entscheidender Bedeutung für die Sicherheit der betroffenen Person ist. Bestimmte anatomische Besonderheiten sowie Vorerkrankungen können das Risiko für eine schwierige Intubation bereits im Vorfeld erkennbar erhöhen, weshalb eine sorgfältige Einschätzung vor jeder geplanten Narkose empfohlen wird.

Ursachen

Die misslungene oder schwierige Intubation entsteht durch anatomische Besonderheiten, die die Sicht auf die Stimmritze sowie den Zugang zur Luftröhre erschweren, insbesondere eine eingeschränkte Beweglichkeit des Kiefergelenks oder der Halswirbelsäule, ein besonders kurzer oder dicker Hals, ein zurückweichendes Kinn sowie eine ausgeprägte Fettleibigkeit. Bestimmte angeborene oder erworbene Fehlbildungen des Gesichts- sowie Kieferbereichs sowie vorausgegangene Operationen oder Bestrahlungen im Hals- sowie Kopfbereich können die Beweglichkeit sowie Zugänglichkeit der Atemwege zusätzlich beeinträchtigen. In akuten Notfallsituationen, insbesondere bei einer bestehenden Schwellung der Atemwege durch eine allergische Reaktion oder eine Verletzung, kann eine zunächst unauffällige Anatomie durch die akute Erkrankung selbst erheblich erschwert werden.

Symptome

Die misslungene oder schwierige Intubation äußert sich durch wiederholte, erfolglose oder nur mit erheblichem Kraftaufwand gelingende Versuche, den Beatmungsschlauch unter direkter Sicht in die Luftröhre einzuführen, wobei die behandelnde Person hierbei eine deutlich eingeschränkte oder gänzlich fehlende Sicht auf die für eine erfolgreiche Intubation notwendige Stimmritze feststellt. Bei anhaltend erfolgloser Intubation sowie gleichzeitig unzureichender alternativer Beatmung entwickelt die betroffene Person innerhalb weniger Minuten Zeichen eines zunehmenden Sauerstoffmangels, insbesondere eine Blauverfärbung der Haut sowie einen Abfall der Herzfrequenz, was den akuten, lebensbedrohlichen Charakter dieser Situation unterstreicht.

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Diagnostik

Die Einschätzung eines möglicherweise erhöhten Risikos für eine schwierige Intubation erfolgt idealerweise bereits vor einer geplanten Narkose durch eine gezielte körperliche Untersuchung, bei der bestimmte, standardisierte Messungen sowie Beobachtungen des Mundöffnungsvermögens, der Halsbeweglichkeit sowie der sichtbaren anatomischen Strukturen im Rachenraum durchgeführt werden, um Personen mit erhöhtem Risiko frühzeitig zu identifizieren. Bei einer akut aufgetretenen, unerwarteten schwierigen Intubation wird die Situation anhand der unmittelbaren klinischen Beobachtung während des Intubationsversuchs selbst erkannt, wobei ein strukturiertes, im Vorfeld eingeübtes Stufenschema die rasche Einleitung geeigneter Gegenmaßnahmen ermöglicht.

Behandlung

Die Behandlung einer schwierigen oder misslungenen Intubation folgt einem strukturierten, stufenweisen Vorgehen, das mit einer optimierten Lagerung des Kopfes sowie dem Einsatz spezieller, die Sicht verbessernder Hilfsmittel beginnt, gefolgt vom Einsatz alternativer Atemwegshilfen, etwa einer Kehlkopfmaske, sofern eine ausreichende Beatmung damit möglich ist. Gelingt auch mit diesen Maßnahmen weder eine erfolgreiche Intubation noch eine ausreichende Beatmung, wird als letzte, lebensrettende Maßnahme ein notfallmäßiger operativer Zugang zur Luftröhre über die vordere Halsregion geschaffen, um die dringend notwendige Sauerstoffversorgung sicherzustellen. Diese gestufte Vorgehensweise wird in spezialisierten Schulungen regelmäßig eingeübt, um im tatsächlichen Notfall eine rasche sowie sichere Anwendung zu gewährleisten.

Verlauf und Prognose

Die Prognose einer schwierigen oder misslungenen Intubation hängt entscheidend von der Geschwindigkeit sowie Konsequenz ab, mit der das strukturierte Stufenschema zur alternativen Atemwegssicherung angewendet wird, wobei bei rechtzeitiger Anwendung geeigneter alternativer Verfahren ein lebensbedrohlicher Sauerstoffmangel bei den meisten Betroffenen erfolgreich verhindert werden kann. Eine bereits im Vorfeld erkannte, erhöhte Wahrscheinlichkeit für eine schwierige Intubation ermöglicht eine gezielte, vorausschauende Behandlungsplanung, die das Risiko einer akuten, unerwarteten Notfallsituation deutlich reduziert. Nach einer erlebten schwierigen Intubation wird eine sorgfältige Dokumentation sowie Weitergabe dieser Information an die betroffene Person sowie künftig behandelnde Ärztinnen und Ärzte dringend empfohlen, um bei künftigen Narkosen von Anfang an ein angepasstes, sichereres Vorgehen zu ermöglichen.

Quellen & weiterführende Stellen

Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

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FAQ

Häufige Fragen

Welche anatomischen Besonderheiten erhöhen das Risiko?

Insbesondere eine eingeschränkte Beweglichkeit des Kiefergelenks oder der Halswirbelsäule, ein kurzer Hals sowie ausgeprägte Fettleibigkeit.

Wie wird das Risiko idealerweise im Vorfeld eingeschätzt?

Durch eine gezielte körperliche Untersuchung mit standardisierten Messungen vor einer geplanten Narkose.

Was ist die letzte, lebensrettende Maßnahme bei völligem Misslingen?

Ein notfallmäßiger operativer Zugang zur Luftröhre über die vordere Halsregion.

Was wird nach einer erlebten schwierigen Intubation empfohlen?

Eine sorgfältige Dokumentation sowie Weitergabe dieser Information an künftig behandelnde Ärztinnen und Ärzte.

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