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Verletzungen des Bewegungsapparats

Luxation des Handgelenkes

Die Luxation des Handgelenkes bezeichnet ein vollständiges Auskugeln eines oder mehrerer der kleinen Handwurzelknochen aus ihrer normalen, eng aufeinander abgestimmten Position innerhalb des komplex aufgebauten Handgelenks, wobei diese Verletzung typischerweise durch eine erhebliche Gewalteinwirkung auf die überstreckte Hand entsteht sowie besonders häufig gemeinsam mit begleitenden Bandverletzungen sowie, bei ausgeprägter Kraft, auch mit begleitenden Frakturen der Handwurzelknochen auftritt. Eine Handgelenksluxation kann in ihrem äußeren Erscheinungsbild mitunter weniger dramatisch wirken, als es der Schwere der zugrunde liegenden Bandverletzungen tatsächlich entspricht, weshalb sie insbesondere in ihrer häufigsten Form gelegentlich zunächst übersehen wird, obwohl eine ausbleibende Behandlung zu erheblichen, bleibenden Funktionseinschränkungen des Handgelenks führen kann.

Ursachen

Die Luxation des Handgelenkes entsteht überwiegend durch eine erhebliche Gewalteinwirkung auf die im Handgelenk stark überstreckte Hand, wie sie typischerweise bei einem Sturz aus größerer Höhe, einem schweren Verkehrsunfall oder bei bestimmten Sportarten mit hoher Aufprallgeschwindigkeit auftritt. Die dabei einwirkende Kraft überschreitet die Belastbarkeit der zwischen den einzelnen Handwurzelknochen gelegenen Bandstrukturen, wodurch sich diese Bänder reißen sowie die betroffenen Handwurzelknochen aus ihrer normalen, eng aufeinander abgestimmten Position verlagert werden. Die genaue Richtung sowie das Ausmaß der einwirkenden Kraft bestimmen maßgeblich, welche Handwurzelknochen von der Luxation betroffen sind sowie ob zusätzlich eine begleitende Fraktur entsteht.

Symptome

Die Luxation des Handgelenkes äußert sich durch einen plötzlich einsetzenden, heftigen Schmerz im Bereich des betroffenen Handgelenks, der mit einer deutlichen Schwellung sowie einer erheblich eingeschränkten Beweglichkeit einhergeht, wobei die betroffene Person das Handgelenk in aller Regel kaum noch belasten oder bewegen kann. Im Unterschied zu anderen Gelenkluxationen kann das äußere Erscheinungsbild einer Handgelenksluxation mitunter weniger ausgeprägt deformiert wirken, als es der tatsächlichen Schwere der zugrunde liegenden Verletzung entspricht, was eine sorgfältige klinische sowie bildgebende Untersuchung besonders wichtig macht. Bei einer begleitenden Verletzung der im Handgelenk verlaufenden Nerven können zusätzlich Taubheitsgefühle oder eine Kraftminderung der betroffenen Hand auftreten.

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Diagnostik

Die Diagnose der Luxation des Handgelenkes wird durch eine Bildgebung mittels Röntgenaufnahme des Handgelenks in mehreren Ebenen gestellt, wobei die charakteristische Fehlstellung der betroffenen Handwurzelknochen häufig nur bei sorgfältiger, gezielter Beurteilung der komplexen Anatomie des Handgelenks sicher erkannt werden kann, weshalb diese Verletzung gelegentlich zunächst übersehen wird. Eine Magnetresonanztomografie oder Computertomografie kann bei unklarem Röntgenbefund sowie zur genaueren Beurteilung des Ausmaßes der begleitenden Bandverletzungen sowie möglicher zusätzlicher Frakturen wertvolle zusätzliche Informationen liefern. Eine sorgfältige neurologische Untersuchung der betroffenen Hand ist zur Erfassung einer möglichen begleitenden Nervenverletzung unerlässlich.

Behandlung

Die Behandlung der Luxation des Handgelenkes erfordert eine unverzügliche, unter Betäubung durchgeführte Reposition, bei der die betroffenen Handwurzelknochen wieder in ihre normale, korrekte Position zurückgeführt werden, wobei die Stabilität des Handgelenks nach erfolgter Reposition sorgfältig überprüft wird. Angesichts der bei dieser Verletzung praktisch immer vorliegenden, bedeutsamen Bandverletzungen ist eine alleinige, geschlossene Reposition ohne zusätzliche Stabilisierung in aller Regel nicht ausreichend, sodass bei der überwiegenden Mehrheit der Betroffenen eine operative Stabilisierung der betroffenen Handwurzelknochen mittels spezieller Drähte oder Schrauben empfohlen wird, um ein erneutes Auskugeln sowie eine bleibende Instabilität des Handgelenks zu verhindern.

Verlauf und Prognose

Die Prognose der Luxation des Handgelenkes hängt maßgeblich vom Zeitpunkt der Diagnosestellung sowie der eingeleiteten Behandlung ab, wobei eine rechtzeitig erkannte sowie konsequent operativ stabilisierte Verletzung bei einem erheblichen Teil der Betroffenen zu einer zufriedenstellenden Wiederherstellung der Handgelenksfunktion führen kann. Bei einer verzögerten oder ausbleibenden Diagnosestellung, die angesichts des mitunter wenig dramatischen äußeren Erscheinungsbildes dieser Verletzung nicht selten vorkommt, besteht ein erhebliches Risiko für eine bleibende Instabilität sowie eine vorzeitige Arthrose des Handgelenks, die die langfristige Handfunktion erheblich beeinträchtigen kann. Eine sorgfältige, bildgebende Abklärung jeder Handgelenksverletzung mit unverhältnismäßig starken Beschwerden wird daher dringend empfohlen.

Quellen & weiterführende Stellen

Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

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FAQ

Häufige Fragen

Wodurch entsteht eine Handgelenksluxation meist?

Durch eine erhebliche Gewalteinwirkung auf die stark überstreckte Hand, etwa bei einem Sturz aus größerer Höhe.

Warum wird diese Verletzung gelegentlich übersehen?

Weil das äußere Erscheinungsbild mitunter weniger dramatisch wirkt, als es der tatsächlichen Schwere der Verletzung entspricht.

Reicht eine alleinige Reposition ohne weitere Behandlung aus?

In aller Regel nicht, da praktisch immer bedeutsame Bandverletzungen vorliegen, die eine operative Stabilisierung erfordern.

Was ist ein wesentliches Risiko bei verzögerter Diagnosestellung?

Eine bleibende Instabilität sowie eine vorzeitige Arthrose des Handgelenks.

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