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Vergiftungen

Quecksilbervergiftung

Die Quecksilbervergiftung entsteht durch die Aufnahme des Schwermetalls Quecksilber, das in der Umwelt sowie in verschiedenen technischen Anwendungen in mehreren, chemisch sehr unterschiedlichen Formen vorkommt, die jeweils charakteristische, teils sehr unterschiedliche Vergiftungsbilder verursachen können. Elementares, flüssiges Quecksilber, wie es früher in zerbrochenen Fieberthermometern enthalten war, entfaltet seine toxische Wirkung überwiegend durch das Einatmen der bei Zimmertemperatur bereits entstehenden Quecksilberdämpfe, während organische Quecksilberverbindungen, die sich in bestimmten Raubfischarten anreichern können, überwiegend das Nervensystem schädigen. Die Quecksilbervergiftung ist heute in Regionen mit strengen Umwelt- sowie Arbeitsschutzstandards insgesamt selten geworden, tritt jedoch weiterhin gelegentlich im Rahmen beruflicher Exposition sowie durch den Verzehr stark quecksilberbelasteter Nahrungsmittel auf.

Ursachen

Die Quecksilbervergiftung entsteht durch die Aufnahme unterschiedlicher chemischer Formen des Quecksilbers, wobei ein Einatmen der Dämpfe von elementarem, flüssigem Quecksilber, etwa nach dem Zerbrechen eines quecksilberhaltigen Fieberthermometers oder im Rahmen bestimmter industrieller Tätigkeiten, die häufigste Ursache einer akuten Quecksilberdampfvergiftung darstellt. Organische Quecksilberverbindungen reichern sich über die Nahrungskette in bestimmten, überwiegend größeren Raubfischarten an, sodass ein regelmäßiger, übermäßiger Verzehr dieser Fischarten zu einer chronischen Aufnahme organischen Quecksilbers führen kann. Bestimmte anorganische Quecksilberverbindungen wurden früher in bestimmten Kosmetika sowie traditionellen Heilmitteln eingesetzt, was in manchen Weltregionen weiterhin eine bedeutsame Expositionsquelle darstellen kann.

Symptome

Die akute Vergiftung durch eingeatmete Quecksilberdämpfe äußert sich durch Husten, Atemnot sowie eine Reizung der Atemwege, die bei besonders hoher Konzentration zu einer schweren, lebensbedrohlichen Lungenschädigung führen kann. Die chronische Vergiftung durch organisches Quecksilber äußert sich dagegen überwiegend durch neurologische Symptome, insbesondere ein charakteristisches Kribbeln der Hände sowie Füße, eine zunehmende Koordinationsstörung, eine Einengung des Gesichtsfeldes sowie bei ausgeprägter Belastung Sprach- sowie Hörstörungen. Bei besonders empfindlichen Personengruppen, insbesondere bei ungeborenen Kindern während der Schwangerschaft, kann bereits eine vergleichsweise geringe Quecksilberbelastung der Mutter zu einer bedeutsamen Beeinträchtigung der kindlichen Gehirnentwicklung führen.

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Diagnostik

Die Diagnose der Quecksilbervergiftung wird durch eine Blutuntersuchung sowie, bei Verdacht auf eine länger zurückliegende Belastung, eine Untersuchung des Quecksilbergehalts in Haaren gestellt, wobei die genaue Untersuchungsmethode je nach vermuteter chemischer Form des aufgenommenen Quecksilbers angepasst wird. Eine sorgfältige Anamnese möglicher Expositionsquellen, insbesondere des Verzehrs bestimmter Fischarten sowie einer möglichen beruflichen Exposition, liefert wichtige Hinweise auf die zugrunde liegende Ursache. Bei Verdacht auf eine akute Quecksilberdampfvergiftung wird zusätzlich eine Untersuchung der Lungenfunktion zur Beurteilung des Ausmaßes einer möglichen Atemwegsschädigung durchgeführt.

Behandlung

Die Behandlung der Quecksilbervergiftung beginnt mit einer unverzüglichen Beendigung der weiteren Exposition, wobei bei einer akuten Vergiftung durch eingeatmete Quecksilberdämpfe eine sofortige Entfernung der betroffenen Person aus der belasteten Umgebung sowie bei Bedarf eine unterstützende Behandlung der geschädigten Atemwege im Vordergrund stehen. Bei einer ausgeprägten, bedeutsamen Quecksilberbelastung kann eine gezielte medikamentöse Behandlung mit bestimmten, das Quecksilber aus dem Körper bindenden sowie über die Nieren ausscheidenden Substanzen eingesetzt werden, um die Ausscheidung des Schwermetalls zu beschleunigen. Schwangere sowie Frauen mit Kinderwunsch wird angesichts der besonderen Empfindlichkeit des ungeborenen Kindes eine konsequente Vermeidung stark quecksilberbelasteter Fischarten empfohlen.

Verlauf und Prognose

Die Prognose der Quecksilbervergiftung hängt maßgeblich von der chemischen Form des aufgenommenen Quecksilbers, dem Ausmaß sowie der Dauer der Exposition sowie dem Zeitpunkt der eingeleiteten Behandlung ab, wobei sich eine akute Vergiftung durch eingeatmete Quecksilberdämpfe bei rechtzeitiger Beendigung der Exposition sowie unterstützender Behandlung häufig gut zurückbildet. Bei einer ausgeprägten, chronischen Belastung mit organischem Quecksilber können neurologische Beeinträchtigungen jedoch auch nach Beendigung der Exposition teilweise bestehen bleiben, insbesondere bei einer bereits während der Schwangerschaft erfolgten Belastung des ungeborenen Kindes. Eine konsequente Vermeidung bekannter Expositionsquellen stellt die wirksamste Maßnahme zur Vorbeugung dar.

Quellen & weiterführende Stellen

Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

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FAQ

Häufige Fragen

Welche zwei Hauptformen des Quecksilbers werden unterschieden?

Elementares, flüssiges Quecksilber mit toxischen Dämpfen sowie organische Quecksilberverbindungen, die sich in Fisch anreichern können.

Wer ist besonders empfindlich gegenüber organischem Quecksilber?

Ungeborene Kinder während der Schwangerschaft, da bereits geringe Mengen die Gehirnentwicklung beeinträchtigen können.

Wie äußert sich eine chronische Quecksilbervergiftung überwiegend?

Durch neurologische Symptome, insbesondere Kribbeln der Hände und Füße sowie Koordinationsstörungen.

Was wird Schwangeren zur Vorbeugung empfohlen?

Eine konsequente Vermeidung stark quecksilberbelasteter Fischarten.

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