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Vergiftungen

Toxische Wirkung von Schädlingsbekämpfungsmitteln (Pestiziden)

Die toxische Wirkung von Schädlingsbekämpfungsmitteln, auch als Pestizide bezeichnet, entsteht durch die Aufnahme dieser zur Bekämpfung von Insekten, Unkraut oder anderen Schädlingen entwickelten chemischen Substanzen, die über das Verschlucken, das Einatmen sowie den Hautkontakt in den Körper gelangen können und je nach chemischer Wirkstoffgruppe sehr unterschiedliche, teils lebensbedrohliche Vergiftungsbilder verursachen. Eine besonders bedeutsame sowie gut untersuchte Gruppe der Schädlingsbekämpfungsmittel wirkt durch eine Hemmung eines bestimmten, für die normale Funktion des Nervensystems zentralen Enzyms, wodurch es zu einer überschießenden Aktivierung bestimmter Nervenbahnen mit charakteristischen, oft dramatischen Symptomen kommt. Vergiftungen mit Schädlingsbekämpfungsmitteln treten am häufigsten im Rahmen landwirtschaftlicher Tätigkeit bei unzureichenden Schutzmaßnahmen sowie durch eine unsachgemäße Aufbewahrung entsprechender Produkte im Haushalt auf, wobei besonders Kinder durch ein versehentliches Verschlucken gefährdet sind.

Ursachen

Die toxische Wirkung von Schädlingsbekämpfungsmitteln entsteht am häufigsten durch eine unzureichend geschützte Anwendung dieser Substanzen im Rahmen der beruflichen, landwirtschaftlichen Tätigkeit, bei der die betroffene Person über das Einatmen der versprühten Substanz sowie über die Haut eine bedeutsame Menge des Schädlingsbekämpfungsmittels aufnehmen kann. Eine unsachgemäße Aufbewahrung von Schädlingsbekämpfungsmitteln in nicht eindeutig gekennzeichneten oder für andere Zwecke vorgesehenen Behältnissen im Haushalt stellt eine bedeutsame Ursache für ein versehentliches Verschlucken, insbesondere bei Kleinkindern, dar. Seltener werden Schädlingsbekämpfungsmittel in suizidaler Absicht eingenommen, wobei die dabei aufgenommenen Mengen häufig deutlich höher sowie die resultierende Vergiftung entsprechend schwerer ausfallen.

Symptome

Die Symptome einer Vergiftung mit Schädlingsbekämpfungsmitteln hängen stark von der jeweiligen chemischen Wirkstoffgruppe ab, wobei eine Vergiftung mit den besonders bedeutsamen, das Nervensystem überaktivierenden Wirkstoffen zu einer charakteristischen Kombination aus vermehrtem Speichelfluss, Tränenfluss, übermäßigem Schwitzen, Erbrechen sowie Durchfall führt, gefolgt von Muskelzuckungen sowie in schweren Fällen einer Lähmung der Atemmuskulatur. Weitere Wirkstoffgruppen können andere charakteristische Beschwerdebilder verursachen, insbesondere Reizungen der Haut sowie der Atemwege bei bestimmten Herbiziden oder eine ausgeprägte Übelkeit sowie Herzrhythmusstörungen bei bestimmten anderen Wirkstoffgruppen. Bei ausgeprägter Vergiftung mit den nervensystemüberaktivierenden Wirkstoffen besteht ein erhebliches Risiko für einen lebensbedrohlichen Atemstillstand.

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Diagnostik

Die Diagnose der Vergiftung mit Schädlingsbekämpfungsmitteln wird anhand der charakteristischen Symptomkombination sowie einer sorgfältigen Anamnese der Expositionsumstände gestellt, wobei die genaue Identifikation des verursachenden Produkts, etwa anhand der mitgebrachten Verpackung, für die gezielte Behandlung von entscheidender Bedeutung ist. Bei Verdacht auf eine Vergiftung mit den nervensystemüberaktivierenden Wirkstoffen kann eine Blutuntersuchung der Aktivität des betroffenen, gehemmten Enzyms zur Bestätigung der Diagnose sowie zur Einschätzung des Schweregrads der Vergiftung beitragen. Eine engmaschige Überwachung der Atemfunktion sowie des Herzrhythmus ist angesichts der potenziell lebensbedrohlichen Komplikationen unerlässlich.

Behandlung

Die Behandlung der Vergiftung mit Schädlingsbekämpfungsmitteln erfordert zunächst eine unverzügliche Dekontamination der betroffenen Person, wobei kontaminierte Kleidung entfernt sowie die Haut gründlich mit Wasser gereinigt wird, um eine fortgesetzte Aufnahme der toxischen Substanz über die Haut zu verhindern. Bei einer Vergiftung mit den nervensystemüberaktivierenden Wirkstoffen steht ein spezifisches Gegenmittel zur Verfügung, das die überschießende Aktivierung der betroffenen Nervenbahnen gezielt unterbindet sowie in hoher Dosierung sowie über einen ausreichend langen Zeitraum verabreicht werden muss. Bei einer drohenden Lähmung der Atemmuskulatur kann eine künstliche Beatmung notwendig werden, während die Behandlung anderer Wirkstoffgruppen überwiegend unterstützend erfolgt.

Verlauf und Prognose

Die Prognose der Vergiftung mit Schädlingsbekämpfungsmitteln hängt entscheidend von der aufgenommenen Menge, der genauen chemischen Wirkstoffgruppe sowie der Geschwindigkeit ab, mit der eine geeignete Behandlung eingeleitet wird, wobei eine leichte, versehentliche Exposition bei rechtzeitiger Dekontamination in aller Regel eine gute Prognose aufweist. Eine schwere Vergiftung mit den nervensystemüberaktivierenden Wirkstoffen ist dagegen mit einer erheblichen Sterblichkeit verbunden, insbesondere wenn die Behandlung mit dem spezifischen Gegenmittel verzögert eingeleitet wird. Eine konsequente Verwendung persönlicher Schutzausrüstung bei der beruflichen Anwendung sowie eine sichere, für Kinder unzugängliche Aufbewahrung im Haushalt werden zur Vorbeugung weiterer Vergiftungsereignisse dringend empfohlen.

Quellen & weiterführende Stellen

Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

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FAQ

Häufige Fragen

Welche Symptomkombination ist bei den nervensystemüberaktivierenden Wirkstoffen charakteristisch?

Vermehrter Speichelfluss, Tränenfluss, übermäßiges Schwitzen, Erbrechen sowie Durchfall, gefolgt von Muskelzuckungen.

Wer ist im Haushalt besonders gefährdet?

Kleinkinder, durch ein versehentliches Verschlucken bei unsachgemäßer Aufbewahrung.

Gibt es ein spezifisches Gegenmittel?

Ja, für die nervensystemüberaktivierenden Wirkstoffe steht ein spezifisches Gegenmittel zur Verfügung.

Was ist die erste Behandlungsmaßnahme?

Eine unverzügliche Dekontamination mit Entfernung kontaminierter Kleidung sowie gründlicher Hautreinigung.

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