Poltern
Das Poltern bezeichnet eine Redeflussstörung, bei der das Sprechen durch eine auffällig hohe sowie zugleich unregelmäßige Sprechgeschwindigkeit gekennzeichnet ist, wodurch Wörter sowie Satzteile mitunter verschluckt, ausgelassen oder in ihrer Reihenfolge durcheinandergebracht werden, was insgesamt zu einer für Zuhörende schwer verständlichen, undeutlichen Aussprache führt. Im Unterschied zum Stottern, bei dem sich die betroffene Person ihrer Sprechschwierigkeiten meist deutlich bewusst ist sowie oft erheblichen Leidensdruck empfindet, sind sich viele Menschen mit Poltern ihrer auffälligen Sprechweise selbst nur unzureichend bewusst, was die Erkennung sowie frühzeitige Behandlung dieser Störung erschweren kann. Das Poltern beginnt häufig bereits im Kindesalter und kann bei ausgeprägter Ausprägung sowohl die schulische Entwicklung als auch die zwischenmenschliche Kommunikation erheblich beeinträchtigen.
Ursachen
Die genaue Ursache des Polterns ist nicht abschließend geklärt, wobei eine erbliche Veranlagung eine bedeutsame Rolle spielt, da die Störung gehäuft innerhalb betroffener Familien auftritt. Eine zugrunde liegende Unreife oder Störung bestimmter, für die zeitliche Koordination sowie Planung des Sprechens zuständiger Hirnfunktionen wird als möglicher zugrunde liegender Mechanismus diskutiert, wobei diese Annahme bislang nicht abschließend wissenschaftlich belegt ist. Das Poltern tritt bei einem Teil der Betroffenen gemeinsam mit anderen Entwicklungsstörungen, insbesondere einer Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung oder einer umschriebenen Entwicklungsstörung des Sprechens, auf, was auf einen möglichen gemeinsamen zugrunde liegenden neurologischen Hintergrund hindeutet.
Symptome
Das Poltern äußert sich durch eine auffällig hohe sowie zugleich unregelmäßige Sprechgeschwindigkeit, bei der Wörter sowie Satzteile mitunter verschluckt, ausgelassen, wiederholt oder in ihrer Reihenfolge durcheinandergebracht werden, was insgesamt zu einer für Zuhörende schwer verständlichen, undeutlichen sowie mitunter chaotisch wirkenden Aussprache führt. Im Unterschied zum Stottern treten beim Poltern in aller Regel keine für Zuhörende deutlich hörbaren Blockaden oder Wiederholungen einzelner Laute auf, sondern die Sprechschwierigkeiten äußern sich eher in einer insgesamt überstürzten, planlosen Sprechweise. Viele Betroffene sind sich ihrer auffälligen Sprechweise selbst nur unzureichend bewusst, wobei sich ihre Aussprache bei bewusster, langsamerer sowie konzentrierter Sprechweise häufig deutlich verbessert, was ein wichtiges diagnostisches Hinweiszeichen darstellt.
Diagnostik
Die Diagnose des Polterns wird durch eine gezielte logopädische Untersuchung der Sprechweise gestellt, bei der die charakteristische, hohe sowie unregelmäßige Sprechgeschwindigkeit gemeinsam mit den typischen Auslassungen sowie Verschmelzungen von Wörtern sowie Satzteilen erfasst wird. Eine sorgfältige Abgrenzung vom Stottern, bei dem im Unterschied zum Poltern charakteristische, für Zuhörende deutlich hörbare Blockaden sowie Wiederholungen einzelner Laute im Vordergrund stehen, ist für die korrekte Diagnosestellung sowie die daraus abgeleitete, unterschiedliche Behandlungsplanung von Bedeutung. Eine Tonaufnahme des spontanen Sprechens der betroffenen Person kann zur genaueren Analyse der charakteristischen Sprechmerkmale sowie zur Verlaufsdokumentation beitragen.
Behandlung
Die Behandlung des Polterns erfolgt in erster Linie durch eine gezielte logopädische Behandlung, bei der die betroffene Person durch gezielte Übungen lernt, ihre Sprechgeschwindigkeit bewusst zu verlangsamen sowie die eigene Sprechweise durch eine verbesserte Selbstwahrnehmung besser zu kontrollieren. Da sich viele Betroffene ihrer auffälligen Sprechweise zunächst nur unzureichend bewusst sind, stellt die gezielte Förderung dieser Selbstwahrnehmung, etwa durch das gemeinsame Anhören von Tonaufnahmen des eigenen Sprechens, einen wichtigen ersten Behandlungsschritt dar. Bei begleitenden weiteren Entwicklungsstörungen, insbesondere einer Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung, wird eine gezielte Behandlung dieser Begleiterkrankung ergänzend empfohlen.
Verlauf und Prognose
Die Prognose des Polterns ist bei konsequenter, gezielter logopädischer Behandlung insgesamt gut, wobei sich die Sprechweise bei einem erheblichen Teil der Betroffenen durch eine verbesserte Selbstwahrnehmung sowie gezielte Sprechübungen deutlich verständlicher gestalten lässt. Da sich viele Betroffene ihrer auffälligen Sprechweise zunächst nur unzureichend bewusst sind, hängt der Behandlungserfolg maßgeblich von der erfolgreichen Entwicklung dieser Selbstwahrnehmung sowie der konsequenten, langfristigen Übungsbereitschaft der betroffenen Person ab. Eine frühzeitige logopädische Diagnostik sowie Behandlung bereits im Kindesalter wird empfohlen, um eine mögliche Beeinträchtigung der schulischen sowie sozialen Entwicklung durch die auffällige Sprechweise zu minimieren.
Quellen & weiterführende Stellen
- Gesundheitsinformation.de (IQWiG) — Poltern: Ursachen, Behandlung
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Wie unterscheidet sich Poltern vom Stottern?
Beim Poltern treten in aller Regel keine hörbaren Blockaden oder Lautwiederholungen auf, sondern eine überstürzte, planlose Sprechweise; zudem sind sich Betroffene ihrer Sprechweise oft weniger bewusst.
Was passiert bei bewusster, langsamerer Sprechweise?
Die Aussprache verbessert sich bei den meisten Betroffenen deutlich.
Mit welchen anderen Entwicklungsstörungen tritt Poltern gehäuft gemeinsam auf?
Insbesondere mit einer Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung oder einer umschriebenen Sprachentwicklungsstörung.
Wie wird das Poltern in erster Linie behandelt?
Durch eine gezielte logopädische Behandlung mit Übungen zur Verlangsamung der Sprechgeschwindigkeit sowie verbesserter Selbstwahrnehmung.
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