Toxische Wirkung von Aflatoxin und sonstigem Mykotoxin in kontaminierten Lebensmitteln
Die toxische Wirkung von Aflatoxin sowie sonstigem Mykotoxin bezeichnet eine Vergiftung durch bestimmte, von verschiedenen Schimmelpilzarten gebildete Giftstoffe, die sich unter ungünstigen Lagerungsbedingungen, insbesondere bei zu hoher Feuchtigkeit sowie Wärme, in Lebensmitteln, vor allem in Getreide, Nüssen sowie bestimmten Trockenfrüchten, anreichern können, wobei Aflatoxin als eine der bedeutsamsten sowie am besten untersuchten Substanzen dieser Giftstoffgruppe gilt. Diese Schimmelpilzgifte entfalten ihre toxische Wirkung überwiegend an der Leber, wobei eine akute Aufnahme großer Mengen zu einer schweren, mitunter lebensbedrohlichen Leberschädigung führen kann, während eine wiederholte Aufnahme kleinerer Mengen über längere Zeit das Risiko für die Entstehung von Leberkrebs deutlich erhöht. Die toxische Wirkung dieser Schimmelpilzgifte betrifft weltweit besonders Regionen mit unzureichenden Lebensmittellagerungsbedingungen sowie einer entsprechend erhöhten Kontamination der Grundnahrungsmittel.
Ursachen
Aflatoxin sowie verwandte Mykotoxine entstehen durch das Wachstum bestimmter Schimmelpilzarten auf Lebensmitteln, insbesondere auf Getreide, Erdnüssen, Mandeln sowie bestimmten Trockenfrüchten, wobei ungünstige Lagerungsbedingungen mit hoher Luftfeuchtigkeit sowie Wärme das Wachstum dieser Schimmelpilze sowie die damit verbundene Giftstoffbildung erheblich begünstigen. Betroffene Lebensmittel zeigen dabei nicht immer sichtbare Schimmelbildung, sodass eine Kontamination mit den unsichtbaren, bereits gebildeten Giftstoffen auch ohne offensichtliche äußere Anzeichen einer Schimmelbildung bestehen kann. Regionen mit unzureichenden Lagerungsmöglichkeiten sowie einer hohen Abhängigkeit von wenigen, entsprechend anfälligen Grundnahrungsmitteln sind weltweit besonders von einer erhöhten Mykotoxin-Belastung der Nahrung betroffen.
Symptome
Die akute toxische Wirkung von Aflatoxin äußert sich bei Aufnahme großer Mengen durch Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen sowie eine rasch fortschreitende Schädigung der Leber, die sich durch eine Gelbfärbung der Haut sowie der Augen, eine Ansammlung von Flüssigkeit im Bauchraum sowie in schweren Fällen ein akutes Leberversagen äußern kann. Diese akute, durch eine einmalige Aufnahme großer Giftstoffmengen verursachte Vergiftung ist in Regionen mit strengen Lebensmittelsicherheitsstandards insgesamt selten. Deutlich bedeutsamer ist die chronische, wiederholte Aufnahme kleinerer Mengen über längere Zeit, die zunächst keine unmittelbaren Beschwerden verursacht, jedoch im Verlauf vieler Jahre das Risiko für die Entstehung von Leberkrebs deutlich erhöht, insbesondere bei gleichzeitig bestehender chronischer Hepatitis-B-Infektion.
Diagnostik
Die Diagnose einer akuten Aflatoxinvergiftung wird durch eine sorgfältige Anamnese des Verzehrs möglicherweise kontaminierter Lebensmittel gemeinsam mit einer Blutuntersuchung der Leberwerte gestellt, die das Ausmaß der eingetretenen Leberschädigung dokumentiert. Eine gezielte Untersuchung des verzehrten Lebensmittels auf Aflatoxin- oder sonstige Mykotoxin-Kontamination kann die Diagnose zusätzlich bestätigen, wobei dies in der klinischen Praxis meist nur bei größeren, mehrere Personen betreffenden Vergiftungsereignissen durchgeführt wird. Bei Verdacht auf eine chronische, langfristige Exposition wird eine regelmäßige Überwachung der Leberfunktion sowie gegebenenfalls eine gezielte Vorsorgeuntersuchung auf Leberkrebs bei entsprechend gefährdeten Personen empfohlen.
Behandlung
Die Behandlung der akuten toxischen Wirkung von Aflatoxin sowie verwandten Mykotoxinen erfolgt überwiegend unterstützend, da kein spezifisches Gegenmittel gegen diese Giftstoffgruppe zur Verfügung steht, wobei eine intensivmedizinische Betreuung mit Überwachung sowie Unterstützung der Leberfunktion bei schwerer akuter Vergiftung notwendig werden kann. Bei bereits eingetretenem akutem Leberversagen kann in besonders schweren Fällen eine Lebertransplantation als lebensrettende Behandlungsmaßnahme notwendig werden. Die wichtigste Behandlungsmaßnahme besteht jedoch in der Vorbeugung, insbesondere durch eine konsequente, trockene sowie kühle Lagerung anfälliger Lebensmittel sowie das Vermeiden des Verzehrs sichtbar verschimmelter Lebensmittel.
Verlauf und Prognose
Die Prognose einer akuten, durch eine einmalige Aufnahme großer Mengen verursachten Aflatoxinvergiftung hängt maßgeblich vom Ausmaß der eingetretenen Leberschädigung ab, wobei ein akutes Leberversagen trotz intensivmedizinischer Behandlung mit einer erheblichen Sterblichkeit verbunden ist. Die weitaus bedeutsamere, chronische Exposition gegenüber geringen Mengen dieser Schimmelpilzgifte über viele Jahre erhöht das langfristige Risiko für die Entstehung von Leberkrebs deutlich, insbesondere bei gleichzeitig bestehenden weiteren Risikofaktoren für Lebererkrankungen. Eine konsequente Vermeidung der Aufnahme kontaminierter Lebensmittel durch geeignete Lagerungsmaßnahmen stellt die wirksamste Maßnahme zur Vorbeugung sowohl der akuten als auch der langfristigen Folgen dieser Vergiftung dar.
Quellen & weiterführende Stellen
- Gesundheitsinformation.de (IQWiG) — Toxische Wirkung von Aflatoxin und sonstigem Mykotoxin in kontaminierten Lebensmitteln: Ursachen, Behandlung
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
In welchen Lebensmitteln reichert sich Aflatoxin bevorzugt an?
Vor allem in Getreide, Erdnüssen, Mandeln sowie bestimmten Trockenfrüchten bei ungünstiger Lagerung.
Ist eine Kontamination immer sichtbar?
Nein, betroffene Lebensmittel zeigen nicht immer sichtbare Schimmelbildung.
Welches langfristige Risiko besteht bei chronischer Aufnahme geringer Mengen?
Ein deutlich erhöhtes Risiko für die Entstehung von Leberkrebs.
Was ist die wichtigste vorbeugende Maßnahme?
Eine konsequente, trockene sowie kühle Lagerung anfälliger Lebensmittel sowie das Vermeiden verschimmelter Lebensmittel.
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