Tiefe Venenthrombose in der Schwangerschaft
Die Schwangerschaft geht mit charakteristischen Veränderungen des Gerinnungssystems einher, die dazu dienen, den bei der Geburt physiologisch auftretenden Blutverlust zu begrenzen, gleichzeitig aber auch das Risiko für die Bildung eines Blutgerinnsels in einer tiefen Beinvene erhöhen. Eine tiefe Venenthrombose in der Schwangerschaft bezeichnet ein solches Blutgerinnsel, das sich in einer der tiefen Venen des Beins, seltener des Beckens, bildet und den venösen Rückfluss des Blutes zum Herzen behindert. Zusätzlich zu den veränderten Gerinnungseigenschaften trägt auch der zunehmende Druck der wachsenden Gebärmutter auf die Beckenvenen zu einer verlangsamten Venenströmung bei, was das Thromboserisiko während der Schwangerschaft weiter erhöht.
Ursachen
Die erhöhte Thromboseneigung während der Schwangerschaft entsteht durch ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren: Zum einen verändert sich die Zusammensetzung bestimmter Gerinnungsfaktoren im Blut, wodurch dieses insgesamt leichter gerinnt. Zum anderen verlangsamt sich die Strömungsgeschwindigkeit des Blutes in den Beinvenen, insbesondere durch den zunehmenden Druck der wachsenden Gebärmutter auf die im Becken verlaufenden Venen. Zusätzliche Risikofaktoren wie eine eingeschränkte Beweglichkeit, etwa durch längere Bettruhe, ein höheres mütterliches Alter, Übergewicht oder eine bereits zuvor durchgemachte Thrombose erhöhen das Risiko zusätzlich.
Symptome
Eine tiefe Venenthrombose macht sich typischerweise durch eine einseitige Schwellung des betroffenen Beins bemerkbar, die häufig von einem Spannungs- oder Schweregefühl sowie einer Überwärmung und Rötung der Haut begleitet wird. Betroffene berichten zudem häufig über einen Druckschmerz entlang der betroffenen Vene, der sich beim Abtasten oder bei bestimmten Bewegungen verstärken kann. Da diese Beschwerden mit den ohnehin während einer Schwangerschaft häufigen Beinschwellungen überlappen können, ist eine sorgfältige ärztliche Einschätzung wichtig, um eine tatsächliche Thrombose zu erkennen.
Diagnostik
Die Diagnostik erfolgt durch eine körperliche Untersuchung des betroffenen Beins sowie durch eine Ultraschalluntersuchung der Venen, die ohne Bedenken auch während der Schwangerschaft durchgeführt werden kann und in der Lage ist, ein bestehendes Blutgerinnsel zuverlässig darzustellen. Bestimmte Blutuntersuchungen, die außerhalb der Schwangerschaft zur Thrombosediagnostik eingesetzt werden, sind während der Schwangerschaft aufgrund der ohnehin veränderten Gerinnungswerte weniger aussagekräftig, weshalb die Ultraschalluntersuchung die zentrale diagnostische Methode darstellt.
Behandlung
Die Behandlung einer tiefen Venenthrombose während der Schwangerschaft erfolgt durch eine gerinnungshemmende Medikation, wobei bestimmte, für die Schwangerschaft geeignete Wirkstoffe eingesetzt werden, die im Unterschied zu manchen anderen gerinnungshemmenden Medikamenten die Plazentaschranke nicht überwinden und somit als für das ungeborene Kind unbedenklich gelten. Zusätzlich wird das Tragen von Kompressionsstrümpfen empfohlen, um den venösen Rückfluss zu unterstützen und Folgeschäden der betroffenen Vene zu reduzieren. Die Dauer der Behandlung sowie das Vorgehen rund um die Geburt werden individuell mit der behandelnden Fachrichtung abgestimmt.
Verlauf und Prognose
Bei rechtzeitiger Erkennung und konsequenter Behandlung ist die Prognose einer tiefen Venenthrombose in der Schwangerschaft in aller Regel gut, wobei das Risiko für die gefürchtetste Komplikation, eine Lungenembolie, durch die Behandlung deutlich gesenkt werden kann. Nach der Geburt bleibt das Thromboserisiko noch für einige Zeit erhöht, weshalb die gerinnungshemmende Behandlung häufig auch im Wochenbett fortgeführt wird. Bei Frauen mit bereits durchgemachter Thrombose wird bei zukünftigen Schwangerschaften eine vorbeugende Behandlung in Erwägung gezogen.
Quellen & weiterführende Stellen
- Gesundheitsinformation.de (IQWiG) — Thrombose: Ursachen, Diagnostik, Behandlung
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Warum ist das Thromboserisiko während der Schwangerschaft erhöht?
Durch veränderte Gerinnungseigenschaften des Blutes sowie eine durch den Druck der wachsenden Gebärmutter verlangsamte Venenströmung im Becken- und Beinbereich.
Wie unterscheidet man eine Thrombose von einer normalen schwangerschaftsbedingten Beinschwellung?
Eine Thrombose verursacht typischerweise eine einseitige Schwellung mit Überwärmung, Rötung und Druckschmerz, weshalb eine sorgfältige ärztliche Einschätzung wichtig ist.
Welche Untersuchung ist während der Schwangerschaft zur Diagnose geeignet?
Die Ultraschalluntersuchung der Venen ist die zentrale, während der Schwangerschaft unbedenkliche diagnostische Methode.
Wie lange wird die Behandlung nach der Geburt fortgeführt?
Da das Thromboserisiko auch nach der Geburt noch für einige Zeit erhöht bleibt, wird die gerinnungshemmende Behandlung häufig im Wochenbett fortgeführt.
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