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Augen & Sehkraft

Subjektive Sehstörungen

Subjektive Sehstörungen bezeichnen von Betroffenen wahrgenommene Veränderungen des Sehvermögens, die vielfältige Formen annehmen können, etwa Lichtblitze, das Sehen kleiner beweglicher Flecken (Mouches volantes), ein verschwommenes oder verzerrtes Sehen, eine erhöhte Blendempfindlichkeit oder das Wahrnehmen von Doppelbildern. Der Begriff wird häufig verwendet, wenn die geschilderten Beschwerden real und belastend erlebt werden, sich bei der augenärztlichen Untersuchung jedoch kein eindeutiger, das Ausmaß der Beschwerden vollständig erklärender organischer Befund findet, oder wenn die Symptomatik den Beginn einer noch nicht vollständig fassbaren Augenerkrankung darstellt. Subjektive Sehstörungen können harmlose, vorübergehende Phänomene sein, etwa bei Übermüdung, aber auch erste Anzeichen einer ernstzunehmenden Augen- oder neurologischen Erkrankung, weshalb eine sorgfältige augenärztliche Abklärung bei neu auftretenden oder anhaltenden Beschwerden wichtig ist.

Ursachen

Die Ursachen subjektiver Sehstörungen sind sehr vielfältig. Harmlose, vorübergehende Formen entstehen häufig durch Übermüdung, langes Arbeiten am Bildschirm, trockene Augen oder unkorrigierte Refraktionsfehler. Lichtblitze und das Sehen von Mouches volantes können durch altersbedingte Veränderungen des Glaskörpers entstehen, wenn sich dieser von der Netzhaut löst, was in den meisten Fällen harmlos verläuft, in seltenen Fällen jedoch mit einem Netzhautriss einhergehen kann. Migräne kann mit vorübergehenden visuellen Störungen, der sogenannten Aura, einhergehen, die sich als Flimmern, Zickzacklinien oder blinde Flecken im Gesichtsfeld äußern. Auch neurologische Erkrankungen, etwa eine Sehnervenentzündung oder ein Schlaganfall im Bereich der Sehbahn, können subjektive Sehstörungen verursachen. Bestimmte Medikamente sowie psychische Belastungsfaktoren können ebenfalls zu einer veränderten subjektiven Wahrnehmung des Sehens beitragen, ohne dass sich hierfür ein struktureller Augenbefund findet.

Symptome

Das Beschwerdebild subjektiver Sehstörungen ist breit gefächert und reicht von kurzen, vorübergehenden Lichtblitzen und dem Wahrnehmen kleiner, beweglicher dunkler Punkte im Gesichtsfeld über ein allgemein verschwommenes oder unscharfes Sehen bis hin zu einer erhöhten Licht- und Blendempfindlichkeit, einem verzerrten Sehen gerader Linien oder dem Wahrnehmen von Doppelbildern. Manche Betroffene berichten über eine allgemeine visuelle Ermüdung, insbesondere nach längerer Bildschirmarbeit, mit einem Gefühl des Verschwimmens gegen Ende des Tages. Migräneassoziierte Sehstörungen treten typischerweise anfallsartig auf, dauern meist 20 bis 30 Minuten und klingen danach vollständig ab, oft gefolgt von Kopfschmerzen. Plötzlich auftretende, anhaltende oder sich verschlimmernde Sehstörungen, insbesondere in Kombination mit Schmerzen oder anderen neurologischen Symptomen, sollten stets als möglicherweise ernstzunehmendes Warnzeichen gewertet werden.

Diagnostik

Die augenärztliche Abklärung umfasst zunächst eine ausführliche Anamnese, die Art, Dauer, Auslöser und Begleitumstände der Sehstörung genau erfasst, da diese Angaben bereits wichtige Hinweise auf die zugrunde liegende Ursache liefern können. Eine gründliche augenärztliche Untersuchung mit Prüfung von Sehschärfe, Gesichtsfeld, Augenbeweglichkeit und Augenhintergrund dient dem Ausschluss struktureller Augenerkrankungen wie einer Netzhautablösung, eines Glaukoms oder einer Sehnerverkrankung. Bei Verdacht auf eine neurologische Ursache, etwa bei Begleitsymptomen wie Kopfschmerzen, Sprachstörungen oder Taubheitsgefühlen, wird eine neurologische Untersuchung sowie gegebenenfalls eine Bildgebung des Gehirns veranlasst. Finden sich keine strukturellen Auffälligkeiten und lässt sich die Beschwerdesymptomatik einem bekannten, gutartigen Muster wie einer Migräneaura zuordnen, kann häufig auf weiterführende Untersuchungen verzichtet werden.

Behandlung

Die Behandlung richtet sich vollständig nach der identifizierten oder vermuteten Ursache. Bei Refraktionsfehlern als Ursache steht die Anpassung einer geeigneten Brille oder Kontaktlinsen im Vordergrund. Bei trockenen Augen und bildschirmbedingter visueller Ermüdung helfen befeuchtende Augentropfen, regelmäßige Bildschirmpausen sowie eine ergonomische Arbeitsplatzgestaltung. Migräneassoziierte Sehstörungen werden im Rahmen der allgemeinen Migränebehandlung mitbetreut, wobei die visuelle Aura selbst meist keine spezifische Behandlung erfordert, da sie von selbst abklingt. Liegt eine strukturelle Augenerkrankung, etwa eine beginnende Netzhautablösung, zugrunde, richtet sich die Behandlung nach dieser spezifischen Erkrankung und kann unter Umständen eine dringliche augenärztliche Intervention erfordern. Bei neurologisch bedingten Sehstörungen steht die Behandlung der zugrunde liegenden neurologischen Erkrankung im Vordergrund.

Verlauf und Prognose

Harmlose, funktionell bedingte subjektive Sehstörungen, etwa durch Übermüdung oder trockene Augen, bilden sich in der Regel rasch zurück, sobald die auslösenden Faktoren angegangen werden. Altersbedingte Glaskörperveränderungen mit Mouches volantes bleiben häufig über längere Zeit bestehen, werden von den meisten Betroffenen im Laufe der Zeit jedoch zunehmend weniger wahrgenommen, da sich das Gehirn an die Wahrnehmung gewöhnt. Migräneassoziierte Sehstörungen sind episodenhaft und klingen jeweils innerhalb kurzer Zeit folgenlos ab, wobei bei häufigen Attacken eine vorbeugende Migränebehandlung erwogen werden kann. Liegt eine ernstere strukturelle oder neurologische Ursache zugrunde, hängt der weitere Verlauf maßgeblich von der Grunderkrankung und der Rechtzeitigkeit ihrer Behandlung ab. Insgesamt ist eine sorgfältige Abklärung bei neu auftretenden oder ungewöhnlichen subjektiven Sehstörungen wichtig, um ernstzunehmende Ursachen frühzeitig zu erkennen.

Quellen & weiterführende Stellen

Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

FAQ

Häufige Fragen

Sind Mouches volantes gefährlich?

In den meisten Fällen sind die beweglichen Punkte im Gesichtsfeld harmlose Folgen altersbedingter Glaskörperveränderungen. Treten sie jedoch plötzlich in großer Zahl gemeinsam mit Lichtblitzen auf, sollte umgehend eine augenärztliche Untersuchung erfolgen, um einen Netzhautriss auszuschließen.

Was ist eine Migräneaura?

Eine vorübergehende visuelle Störung, die manchen Migräneattacken vorausgeht oder sie begleitet, meist mit Flimmern, Zickzacklinien oder blinden Flecken im Gesichtsfeld, die typischerweise nach 20 bis 30 Minuten von selbst abklingt.

Wann sollte eine subjektive Sehstörung dringend abgeklärt werden?

Bei plötzlichem Auftreten, anhaltender oder sich verschlimmernder Symptomatik, insbesondere in Kombination mit Schmerzen, Kopfschmerzen oder anderen neurologischen Beschwerden, da dies auf eine ernstzunehmende Ursache hindeuten kann.

Können trockene Augen zu Sehstörungen führen?

Ja, trockene Augen können ein verschwommenes, schwankendes Sehen sowie eine erhöhte Blendempfindlichkeit verursachen, das sich meist mit befeuchtenden Augentropfen und regelmäßigen Bildschirmpausen deutlich bessert.

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