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Augen & Sehkraft

Sehnervenentzündung (Optikusneuritis)

Die Sehnervenentzündung, medizinisch Optikusneuritis genannt, ist eine Entzündung des Sehnervs, die typischerweise einen akuten, meist einseitigen Sehverlust mit Augenbewegungsschmerzen verursacht. Sie betrifft überwiegend jüngere Erwachsene zwischen 20 und 40 Jahren und ist bei einem erheblichen Teil der Betroffenen das erste Anzeichen einer Multiplen Sklerose, weshalb ihrer Erkennung eine wichtige Bedeutung für die frühzeitige Diagnose dieser Erkrankung zukommt.

Ursachen

Die häufigste Ursache ist eine autoimmune Entzündungsreaktion, bei der das körpereigene Immunsystem die schützende Hüllschicht der Nervenfasern des Sehnervs angreift, ähnlich wie bei der Multiplen Sklerose, mit der die Optikusneuritis eng verwandt ist und die bei einem großen Teil der Betroffenen im weiteren Verlauf tatsächlich auftritt. Seltener wird die Entzündung durch andere Autoimmunerkrankungen, Infektionen oder, in sehr seltenen Fällen, durch bestimmte Medikamente verursacht.

Symptome

Kennzeichnend ist ein sich innerhalb von Stunden bis wenigen Tagen entwickelnder, meist einseitiger Verlust der Sehschärfe, oft begleitet von Schmerzen, die sich bei Augenbewegung verstärken. Betroffene berichten häufig von einem verwaschenen oder wie durch Nebel wahrgenommenen Sehen sowie einer veränderten, oft abgeschwächten Farbwahrnehmung auf dem betroffenen Auge. Manche bemerken zusätzlich, dass sich die Sehstörung bei körperlicher Anstrengung oder Erwärmung vorübergehend verschlechtert.

Diagnostik

Eine augenärztliche Untersuchung mit Prüfung der Sehschärfe, des Gesichtsfelds und der Farbwahrnehmung sowie der Pupillenreaktion liefert wichtige Hinweise auf eine Sehnervenschädigung. Eine Magnetresonanztomografie des Gehirns und der Sehnerven ist zentral, da sie sowohl die Entzündung des Sehnervs selbst zeigen als auch nach Hinweisen auf eine bereits bestehende Multiple Sklerose suchen kann, was für die Einschätzung des weiteren Risikos entscheidend ist.

Behandlung

Viele Fälle bessern sich auch ohne Behandlung innerhalb von Wochen weitgehend von selbst. Bei stärkerem Sehverlust wird häufig eine kurzzeitige, hochdosierte Kortisonbehandlung eingesetzt, die die Erholung der Sehschärfe beschleunigen kann, das langfristige Sehergebnis jedoch kaum beeinflusst. Bei Nachweis einer zugrunde liegenden Multiplen Sklerose oder einem hohen Risiko für deren Entwicklung wird häufig eine spezifische, das Fortschreiten verlangsamende Behandlung eingeleitet.

Verlauf und Prognose

Die Sehschärfe erholt sich bei den meisten Betroffenen innerhalb weniger Wochen bis Monate weitgehend, auch wenn ein Teil eine leichte, bleibende Beeinträchtigung des Farbsehens oder Kontrastsehens zurückbehält. Da ein erheblicher Teil der Betroffenen im weiteren Verlauf eine Multiple Sklerose entwickelt, insbesondere bei auffälligem Befund in der Kernspintomografie, sind regelmäßige neurologische Kontrollen nach einer Optikusneuritis wichtig.

Quellen & weiterführende Stellen

Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

FAQ

Häufige Fragen

Bedeutet eine Sehnervenentzündung automatisch Multiple Sklerose?

Nein, nicht bei jedem Betroffenen entwickelt sich später eine Multiple Sklerose, das Risiko ist jedoch deutlich erhöht, besonders bei auffälligen Befunden in der Kernspintomografie des Gehirns.

Bessert sich das Sehvermögen von selbst?

Bei vielen Betroffenen ja, auch ohne Behandlung innerhalb von Wochen, eine Kortisonbehandlung kann die Erholung jedoch beschleunigen.

Warum verschlechtert sich die Sehstörung bei Wärme oder Anstrengung?

Dieses als Uhthoff-Phänomen bekannte Zeichen entsteht durch eine erhöhte Empfindlichkeit geschädigter Nervenfasern gegenüber Temperaturerhöhung und ist typisch für entzündliche Nervenschädigungen wie bei der Optikusneuritis oder Multipler Sklerose.

Muss jeder mit Optikusneuritis eine MRT bekommen?

Ja, die Magnetresonanztomografie ist ein zentraler Bestandteil der Diagnostik, da sie sowohl die Entzündung selbst zeigt als auch wichtige Hinweise auf das Risiko einer Multiplen Sklerose liefert.

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