Stein in der Harnblase
Ein Stein in der Harnblase entsteht entweder direkt in der Blase selbst, meist infolge eines gestörten Urinabflusses mit verlängerter Verweildauer des Urins in der Blase, oder gelangt als aus der Niere abgegangener Stein über den Harnleiter in die Blase. Im Unterschied zu Nieren- oder Uretersteinen, die überwiegend Frauen und Männer im mittleren Lebensalter betreffen, findet sich ein eigenständig in der Blase entstandener Stein besonders häufig bei älteren Männern mit einer vergrößerten Prostata, da diese den Urinabfluss aus der Blase behindert und die dadurch verlängerte Verweildauer des Urins die Kristallisation steinbildender Substanzen begünstigt. Auch bei Menschen mit einer neurogenen Blasenentleerungsstörung, etwa nach einer Rückenmarksverletzung, sowie bei liegenden Blasenkathetern über längere Zeit ist das Risiko für die Entstehung von Blasensteinen deutlich erhöht.
Ursachen
Ein in der Blase selbst entstehender Stein bildet sich meist als Folge einer unvollständigen Blasenentleerung, bei der ein Rest von Urin dauerhaft in der Blase verbleibt und die darin gelösten steinbildenden Substanzen über längere Zeit auskristallisieren können. Die häufigste zugrunde liegende Ursache bei Männern ist eine gutartige Vergrößerung der Prostata, die den Blasenauslass mechanisch verengt und den vollständigen Urinabfluss behindert. Bei neurologischen Erkrankungen mit gestörter Steuerung der Blasenmuskulatur, etwa nach einer Rückenmarksverletzung oder bei bestimmten neurologischen Grunderkrankungen, kann die Blase ebenfalls nicht mehr vollständig entleert werden. Fremdkörper in der Blase, etwa ein länger liegender Blasenkatheter oder chirurgisches Nahtmaterial, können zusätzlich als Kristallisationskern für die Steinbildung dienen. Seltener gelangt ein in der Niere entstandener Stein über den Harnleiter direkt in die Blase, ohne sich dort weiter zu vergrößern.
Symptome
Ein Blasenstein verursacht typischerweise ein unangenehmes, häufig wechselndes Beschwerdebild mit Schmerzen im Unterbauch, die sich bei Bewegung oder Erschütterung verstärken können, sowie einen häufigen, teils unwillkürlich unterbrochenen Harnstrahl, wenn der Stein zeitweise den Blasenauslass verlegt. Viele Betroffene berichten über einen imperativen, plötzlich auftretenden Harndrang sowie über Schmerzen am Ende des Wasserlassens, die auf den mechanischen Reiz des Steins auf die Blasenschleimhaut zurückzuführen sind. Blut im Urin ist ein häufiger Begleitbefund, ebenso wie wiederkehrende Harnwegsinfekte, da der Stein als ständige Reizquelle und potenzieller Ansiedlungsort für Bakterien dient. Bei manchen Betroffenen, insbesondere bei sehr großen, über lange Zeit unbemerkt gewachsenen Steinen, bleiben die Beschwerden lange gering ausgeprägt.
Diagnostik
Die Diagnose eines Blasensteins wird meist durch eine Ultraschalluntersuchung der gefüllten Harnblase gestellt, in der sich der Stein als echoreiche Struktur mit einem charakteristischen Schallschatten sowie einer lageabhängigen Beweglichkeit innerhalb der Blase darstellt. Ergänzend kann eine Röntgenaufnahme des Unterbauchs oder eine Computertomographie zur genaueren Beurteilung der Steingröße und -zahl sowie zur Abklärung der zugrunde liegenden Ursache, etwa einer vergrößerten Prostata, durchgeführt werden. Eine Blasenspiegelung ermöglicht die direkte Darstellung des Steins sowie gleichzeitig die Beurteilung der Blasenschleimhaut und des Blasenauslasses. Eine Urinuntersuchung dient dem Nachweis von Blut sowie einer möglichen begleitenden Harnwegsinfektion, die vor einer geplanten Behandlung des Steins gezielt mitbehandelt werden sollte.
Behandlung
Die Behandlung eines Blasensteins erfolgt in der Regel durch eine endoskopische Zertrümmerung des Steins über die Harnröhre mittels Laser, Ultraschall oder mechanischer Verfahren, wobei die entstehenden Fragmente anschließend abgesaugt oder auf natürlichem Weg ausgeschieden werden. Bei sehr großen Steinen kann in Einzelfällen eine offene oder minimalinvasive operative Entfernung notwendig werden. Von zentraler Bedeutung ist zudem die Behandlung der zugrunde liegenden Ursache der gestörten Blasenentleerung, etwa durch eine medikamentöse oder operative Behandlung einer vergrößerten Prostata, da ohne Beseitigung dieser Ursache ein erneutes Auftreten von Blasensteinen wahrscheinlich ist. Eine begleitende Harnwegsinfektion wird vor oder im Rahmen der Steinbehandlung gezielt antibiotisch mitbehandelt.
Verlauf und Prognose
Die Prognose eines Blasensteins ist nach vollständiger Entfernung und Behandlung der zugrunde liegenden Ursache sehr gut, wobei die Beschwerden nach dem Eingriff meist rasch vollständig abklingen. Wird die zugrunde liegende Ursache, insbesondere eine vergrößerte Prostata oder eine gestörte Blasenentleerung, nicht behandelt, besteht ein deutlich erhöhtes Risiko für die erneute Bildung von Blasensteinen im weiteren Verlauf. Unbehandelte, über lange Zeit bestehende Blasensteine können durch die anhaltende mechanische Reizung der Blasenschleimhaut zu wiederkehrenden Entzündungen und, in sehr seltenen Fällen bei jahrelang bestehenden Steinen, zu einer erhöhten Rate bösartiger Veränderungen der Blasenschleimhaut beitragen, weshalb eine zeitnahe Behandlung empfohlen wird.
Quellen & weiterführende Stellen
- Gesundheitsinformation.de (IQWiG) — Stein in der Harnblase: Ursachen, Behandlung
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Warum sind ältere Männer besonders häufig von Blasensteinen betroffen?
Weil eine gutartige Vergrößerung der Prostata den Urinabfluss aus der Blase behindert, wodurch verbleibender Urin die Steinbildung begünstigt.
Wie werden Blasensteine in der Regel entfernt?
Meist durch eine endoskopische Zertrümmerung über die Harnröhre mittels Laser, Ultraschall oder mechanischer Verfahren.
Warum ist die Behandlung der zugrunde liegenden Ursache so wichtig?
Weil ohne Beseitigung der gestörten Blasenentleerung, etwa durch Behandlung einer vergrößerten Prostata, ein erneutes Auftreten von Blasensteinen wahrscheinlich ist.
Können Blasensteine unbemerkt bleiben?
Ja, insbesondere große, langsam gewachsene Steine können über längere Zeit nur geringe Beschwerden verursachen.
Weiterlesen
Störungen der Stimme
Verschiedene Veränderungen von Klang, Lautstärke oder Belastbarkeit der Stimme, die von einer vorübergehenden Heiserkeit bis zu einer dauerhaften Stimmlosigkeit reichen können und vielfältige Ursachen haben.
Weiterlesen →SymptomePlötzlicher Kindstod (SIDS)
Der unerwartete, im Schlaf eintretende Tod eines ansonsten gesund erscheinenden Säuglings ohne erkennbare Ursache, dessen Risiko durch bestimmte, gut belegte Vorsichtsmaßnahmen deutlich gesenkt werden kann.
Weiterlesen →SymptomeSprech- und Sprachstörungen
Verschiedene Beeinträchtigungen der Lautbildung oder des Sprachvermögens, die angeboren oder erworben sein können und von leichten Aussprachefehlern bis zu einem vollständigen Verlust der Sprachfähigkeit reichen.
Weiterlesen →Erste Hilfe lernen statt nur nachlesen
Im Kurs übst du die Handgriffe unter Anleitung — Theorie und Praxis zusammen.