Ein Angebot von Personal Paramedic e.K. · DGUV-anerkannte Ausbildungsstätte (8.2018)
Innere Medizin

Sonstige Krankheiten der Mamma

Als sonstige Krankheiten der Mamma werden verschiedene, weniger häufige Veränderungen des Brustgewebes zusammengefasst, die sich nicht den bekannteren Erkrankungen wie Zysten, Fibroadenomen oder Entzündungen der Brust zuordnen lassen. Dazu zählen unter anderem Fehlbildungen oder erworbene Veränderungen der Brustwarze, etwa eine Einziehung, narbige Veränderungen des Brustgewebes nach vorangegangenen Verletzungen oder Operationen sowie bestimmte, seltenere gutartige Gewebeveränderungen. Da die weibliche und, in geringerem Ausmaß, auch die männliche Brust im Laufe des Lebens vielfältigen hormonellen Einflüssen unterliegt, können sich verschiedenste, teils untypische Veränderungen des Brustgewebes entwickeln, die eine individuelle ärztliche Einordnung erfordern.

Ursachen

Sonstige Krankheiten der Mamma haben je nach genauer Form unterschiedliche Ursachen. Eine Einziehung der Brustwarze kann angeboren sein oder sich im Laufe des Lebens durch narbige Veränderungen des dahinterliegenden Gewebes entwickeln, etwa nach einer Entzündung oder Operation. Eine sogenannte Fettgewebsnekrose, bei der abgestorbenes Fettgewebe im Brustbereich eine tastbare, narbige Verhärtung bildet, entsteht meist als Folge einer vorangegangenen Verletzung, etwa nach einem Stoß oder einer Operation. Auch nach einer Bestrahlungsbehandlung im Brustbereich können sich narbige Gewebeveränderungen entwickeln. Bei stillenden Frauen können zudem bestimmte, mit dem Stillvorgang zusammenhängende Veränderungen wie ein Milchstau auftreten, der zu einer schmerzhaften, umschriebenen Verhärtung des Brustgewebes führt.

Symptome

Die Symptome sonstiger Krankheiten der Mamma sind sehr unterschiedlich und hängen von der genauen zugrunde liegenden Veränderung ab. Eine Einziehung der Brustwarze kann rein äußerlich auffallen, ohne weitere Beschwerden zu verursachen, sollte jedoch insbesondere bei neuem Auftreten im Erwachsenenalter ärztlich abgeklärt werden. Eine Fettgewebsnekrose zeigt sich als tastbare, meist schmerzlose oder nur gering schmerzhafte, feste Verhärtung, die sich äußerlich einem bösartigen Tastbefund ähneln kann, obwohl sie selbst gutartig ist. Ein Milchstau bei stillenden Frauen äußert sich durch eine schmerzhafte, gerötete und überwärmte Verhärtung eines Brustbereichs, häufig begleitet von einem allgemeinen Krankheitsgefühl. Narbige Veränderungen nach Operationen oder Bestrahlung können als feste, unregelmäßige Areale im Brustgewebe tastbar sein.

Diagnostik

Die Diagnose sonstiger Krankheiten der Mamma wird durch eine sorgfältige körperliche Untersuchung sowie eine ausführliche Anamnese gestellt, bei der vorangegangene Verletzungen, Operationen, Bestrahlungsbehandlungen oder eine aktuelle Stillzeit erfragt werden, da diese wichtige Hinweise auf die zugrunde liegende Ursache liefern können. Eine Ultraschalluntersuchung der Brust hilft, die genaue Struktur der Veränderung zu beurteilen und zwischen verschiedenen möglichen Ursachen zu unterscheiden. Insbesondere bei einer Fettgewebsnekrose, die sich bildgebend mitunter nicht eindeutig von einer bösartigen Veränderung unterscheiden lässt, kann zur sicheren Abklärung eine Gewebeprobe notwendig werden. Bei einem Milchstau wird die Diagnose meist bereits durch die charakteristische Kombination aus Tastbefund, Symptomatik und der aktuellen Stillsituation gestellt.

Behandlung

Die Behandlung richtet sich vollständig nach der zugrunde liegenden Veränderung. Eine Einziehung der Brustwarze ohne bösartige Ursache erfordert meist keine spezifische Behandlung, kann bei entsprechendem Wunsch jedoch operativ korrigiert werden. Eine Fettgewebsnekrose bildet sich häufig im Laufe der Zeit von selbst zurück und muss, sofern die gutartige Natur gesichert ist, nicht zwingend behandelt werden. Bei einem Milchstau steht eine konsequente, regelmäßige Entleerung der Brust durch weiteres Stillen oder Abpumpen im Vordergrund, unterstützt durch Wärmeanwendungen vor sowie kühlende Maßnahmen nach dem Stillen; bei ausbleibender Besserung oder Anzeichen einer zusätzlichen bakteriellen Entzündung kann eine antibiotische Behandlung notwendig werden. Narbige Veränderungen nach Operation oder Bestrahlung erfordern in der Regel keine gesonderte Behandlung, sondern werden im Rahmen der üblichen Nachsorgeuntersuchungen beobachtet.

Verlauf und Prognose

Die Prognose sonstiger Krankheiten der Mamma ist bei den meisten Formen sehr gut, da es sich überwiegend um gutartige, oft folgenlos ausheilende Veränderungen handelt. Eine Fettgewebsnekrose bildet sich häufig innerhalb von Monaten von selbst weitgehend zurück, wobei eine gewisse Verhärtung mitunter dauerhaft tastbar bleiben kann. Ein Milchstau lässt sich bei den meisten betroffenen Frauen durch konsequente Entleerung der Brust innerhalb weniger Tage erfolgreich behandeln, wobei bei ausbleibender Besserung das Risiko für eine echte Brustentzündung besteht. Narbige Veränderungen nach Operation oder Bestrahlung bleiben in der Regel dauerhaft bestehen, verursachen jedoch meist keine wesentlichen Beschwerden. Eine regelmäßige ärztliche Verlaufskontrolle wird bei allen tastbaren Veränderungen des Brustgewebes empfohlen.

Quellen & weiterführende Stellen

Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

FAQ

Häufige Fragen

Ist eine Fettgewebsnekrose der Brust gefährlich?

Nein, sie ist selbst gutartig, kann sich jedoch bildgebend mitunter nicht eindeutig von einer bösartigen Veränderung unterscheiden lassen, weshalb zur sicheren Abklärung gelegentlich eine Gewebeprobe notwendig wird.

Was hilft am besten gegen einen Milchstau?

Eine konsequente, regelmäßige Entleerung der Brust durch weiteres Stillen oder Abpumpen, unterstützt durch Wärme vor und Kühlung nach dem Stillen. Bei ausbleibender Besserung sollte ärztlicher Rat eingeholt werden, da sich eine echte Brustentzündung entwickeln kann.

Muss eine Einziehung der Brustwarze immer behandelt werden?

Nicht zwingend, ohne bösartige Ursache ist meist keine spezifische Behandlung notwendig. Bei entsprechendem Wunsch ist jedoch eine operative Korrektur möglich.

Bleiben narbige Veränderungen nach einer Brustoperation dauerhaft bestehen?

In der Regel ja, sie verursachen jedoch meist keine wesentlichen Beschwerden und werden im Rahmen der üblichen Nachsorgeuntersuchungen mitbeobachtet.

Erste Hilfe lernen statt nur nachlesen

Im Kurs übst du die Handgriffe unter Anleitung — Theorie und Praxis zusammen.

Kurs finden Inhouse anfragen