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Herz & Kreislauf

Sonstige kardiale Arrhythmien

Als sonstige kardiale Arrhythmien werden verschiedene, weniger häufige oder untereinander unterschiedliche Störungen des normalen Herzrhythmus zusammengefasst, die sich nicht den bekannteren, häufigeren Formen wie Vorhofflimmern oder paroxysmaler Tachykardie zuordnen lassen. Dazu zählen unter anderem einzelne, vorzeitig einfallende Extraschläge, die sowohl von den Vorhöfen als auch von den Herzkammern ausgehen können, sowie bestimmte, seltenere Formen einer unregelmäßigen oder abnorm schnellen beziehungsweise langsamen Herzschlagfolge. Während viele dieser sonstigen Arrhythmien harmlos sind und bei ansonsten herzgesunden Menschen ohne Krankheitswert auftreten können, können manche Formen, insbesondere bei zugrunde liegender struktureller Herzerkrankung, auf eine ernstzunehmende Herzerkrankung hinweisen und eine gezielte kardiologische Abklärung erfordern.

Ursachen

Sonstige kardiale Arrhythmien können bei ansonsten herzgesunden Menschen auftreten, etwa als vereinzelte Extraschläge im Rahmen von Stress, Schlafmangel, übermäßigem Koffein- oder Alkoholkonsum, ohne dass eine zugrunde liegende Herzerkrankung vorliegt. Bei anderen Betroffenen liegt den Rhythmusstörungen eine strukturelle Herzerkrankung zugrunde, etwa eine koronare Herzkrankheit, eine Herzmuskelerkrankung oder eine Herzklappenerkrankung, die das elektrische Erregungssystem des Herzens beeinträchtigt. Auch Störungen des Elektrolythaushalts, insbesondere ein veränderter Kalium- oder Magnesiumspiegel, eine Schilddrüsenüberfunktion sowie bestimmte Medikamente können verschiedene Formen von Herzrhythmusstörungen auslösen oder begünstigen. Bei manchen Betroffenen liegt eine genetisch bedingte Veränderung des elektrischen Erregungssystems des Herzens zugrunde, die zu einer erhöhten Neigung für bestimmte Rhythmusstörungen führt.

Symptome

Viele sonstige kardiale Arrhythmien, insbesondere vereinzelte Extraschläge, verursachen keine oder nur geringfügige Beschwerden und werden von den Betroffenen häufig als ein kurzes Herzstolpern oder ein Gefühl des Aussetzens des Herzschlages wahrgenommen. Andere Formen können sich durch einen unregelmäßigen, zu schnellen oder zu langsamen Herzschlag bemerkbar machen, der von Schwindel, einer verminderten Belastbarkeit oder einem allgemeinen Unwohlsein begleitet sein kann. Bei ausgeprägteren oder anhaltenden Rhythmusstörungen können zusätzlich Atemnot, Brustschmerzen oder, in selteneren, schwereren Fällen, kurze Bewusstseinsverluste auftreten, insbesondere wenn die Rhythmusstörung die Pumpfunktion des Herzens relevant beeinträchtigt. Da das Beschwerdebild sehr unterschiedlich sein kann, ist eine sorgfältige ärztliche Einordnung wichtig, um harmlose von behandlungsbedürftigen Formen zu unterscheiden.

Diagnostik

Die Diagnose stützt sich in erster Linie auf ein Elektrokardiogramm, das die elektrische Aktivität des Herzens erfasst, wobei viele Rhythmusstörungen nur zeitweise auftreten und daher häufig eine über 24 Stunden oder länger aufgezeichnete Langzeit-Elektrokardiogramm-Untersuchung notwendig ist, um die Störung tatsächlich zu erfassen. Eine Ultraschalluntersuchung des Herzens dient dem Ausschluss oder Nachweis einer zugrunde liegenden strukturellen Herzerkrankung. Ergänzend werden Blutuntersuchungen zur Überprüfung des Elektrolythaushalts sowie der Schilddrüsenfunktion durchgeführt, da Veränderungen in diesen Bereichen häufig zugrunde liegende oder mitverursachende Faktoren einer Rhythmusstörung darstellen können. Bei Verdacht auf eine genetisch bedingte Rhythmusstörung kann in bestimmten Fällen eine weiterführende, spezialisierte kardiologische und gegebenenfalls genetische Abklärung sinnvoll sein.

Behandlung

Harmlose, vereinzelt auftretende Extraschläge ohne zugrunde liegende Herzerkrankung erfordern in der Regel keine spezifische Behandlung, sondern lediglich eine Beruhigung der betroffenen Person sowie gegebenenfalls die Reduktion begünstigender Faktoren wie übermäßigem Koffeinkonsum oder Schlafmangel. Bei behandlungsbedürftigen Rhythmusstörungen richtet sich die Therapie nach der genauen Art der Störung sowie einer möglichen zugrunde liegenden Ursache: Bei Elektrolytstörungen steht deren Ausgleich im Vordergrund, bei einer Schilddrüsenüberfunktion die Behandlung dieser Grunderkrankung. Bei bestimmten, anhaltenden oder gefährlichen Rhythmusstörungen können spezifische Medikamente zur Rhythmusstabilisierung, eine gezielte Verödungsbehandlung des auslösenden Herzgewebes oder, in ausgewählten Fällen, ein implantierbares Gerät wie ein Herzschrittmacher oder ein Defibrillator notwendig werden.

Verlauf und Prognose

Die Prognose sonstiger kardialer Arrhythmien ist sehr unterschiedlich und hängt maßgeblich von der genauen Art der Rhythmusstörung sowie einer möglichen zugrunde liegenden Herzerkrankung ab. Harmlose, vereinzelte Extraschläge bei ansonsten herzgesunden Menschen haben eine sehr gute Prognose und erfordern meist keine weitere Behandlung. Liegt der Rhythmusstörung hingegen eine strukturelle Herzerkrankung zugrunde, richtet sich die langfristige Prognose wesentlich nach dem Verlauf und der Behandlung dieser Grunderkrankung. Bei rechtzeitiger Diagnose und gezielter Behandlung behandlungsbedürftiger Formen kann das Risiko für Komplikationen wie eine zunehmende Herzschwäche oder gefährlichere Rhythmusstörungen deutlich reduziert werden, weshalb eine sorgfältige kardiologische Einordnung jeder neu aufgetretenen, wiederkehrenden oder beschwerdeverursachenden Rhythmusstörung empfohlen wird.

Quellen & weiterführende Stellen

Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

FAQ

Häufige Fragen

Ist ein gelegentliches Herzstolpern immer gefährlich?

Nein, vereinzelte Extraschläge ohne zugrunde liegende Herzerkrankung sind meist harmlos und erfordern keine Behandlung. Bei häufigem, anhaltendem oder mit weiteren Beschwerden verbundenem Herzstolpern sollte dennoch eine ärztliche Abklärung erfolgen.

Warum wird oft eine Langzeit-EKG-Untersuchung benötigt?

Weil viele Rhythmusstörungen nur zeitweise auftreten und in einem kurzen, einmaligen Elektrokardiogramm möglicherweise nicht erfasst werden, weshalb eine über 24 Stunden oder länger aufgezeichnete Untersuchung notwendig sein kann.

Welche äußeren Faktoren können Herzrhythmusstörungen begünstigen?

Unter anderem Stress, Schlafmangel, übermäßiger Koffein- oder Alkoholkonsum, Elektrolytstörungen sowie eine Schilddrüsenüberfunktion, die alle das elektrische Erregungssystem des Herzens beeinflussen können.

Wann wird bei einer Rhythmusstörung ein implantierbares Gerät notwendig?

Bei bestimmten, anhaltenden oder gefährlichen Rhythmusstörungen, insbesondere wenn diese die Pumpfunktion des Herzens relevant beeinträchtigen oder ein erhöhtes Risiko für gefährlichere Rhythmusstörungen bergen, kann ein Herzschrittmacher oder Defibrillator sinnvoll sein.

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