Sideropenische Dysphagie (Plummer-Vinson-Syndrom)
Die sideropenische Dysphagie, auch Plummer-Vinson-Syndrom genannt, ist eine seltene Erkrankung, bei der ein langjähriger, ausgeprägter Eisenmangel zur Bildung dünner Gewebemembranen im oberen Bereich der Speiseröhre führt. Diese Membranen können den Durchgang der Speiseröhre einengen und dadurch das Schlucken zunehmend erschweren. Die Erkrankung betrifft überwiegend Frauen mittleren Alters und ist heute, dank besserer Behandlung von Eisenmangelanämien, deutlich seltener geworden als früher.
Ursachen
Ursächlich ist ein über Jahre bestehender, unbehandelter oder unzureichend behandelter Eisenmangel, der zu Veränderungen der Schleimhaut im oberen Verdauungstrakt führt, einschließlich der Bildung dünner, membranartiger Gewebestrukturen in der Speiseröhre. Der genaue Mechanismus, wie der Eisenmangel diese Veränderungen auslöst, ist nicht vollständig verstanden, ein Zusammenhang mit eisenabhängigen Enzymen, die für die normale Schleimhauterneuerung wichtig sind, wird vermutet.
Symptome
Kennzeichnend ist eine langsam fortschreitende Schluckstörung, zunächst vor allem bei fester Nahrung, die sich über Monate bis Jahre entwickelt. Begleitend bestehen die typischen Beschwerden einer Eisenmangelanämie wie Müdigkeit, Blässe, brüchige Nägel und ein wunder, brennender Zungenschmerz. Manche Betroffene entwickeln zusätzlich Mundwinkelrhagaden. Die Kombination aus Schluckstörung und Eisenmangelanämie ist charakteristisch für diese Erkrankung.
Diagnostik
Ein Blutbild bestätigt die zugrunde liegende Eisenmangelanämie mit erniedrigtem Ferritin. Eine Magenspiegelung oder ein Röntgenbreischluck zeigen die charakteristischen dünnen Membranen im oberen Bereich der Speiseröhre und ermöglichen gleichzeitig, andere Ursachen einer Schluckstörung wie einen Tumor auszuschließen, was besonders wichtig ist, da diese Erkrankung mit einem leicht erhöhten Risiko für Speiseröhrenkrebs einhergeht.
Behandlung
Die konsequente Behandlung des zugrunde liegenden Eisenmangels, meist mit oralen oder bei Bedarf intravenösen Eisenpräparaten, führt bei einem großen Teil der Betroffenen bereits zu einer deutlichen Besserung der Schluckbeschwerden, da sich die Membranen unter der Behandlung teilweise zurückbilden können. Bei anhaltender, ausgeprägter Einengung kann zusätzlich eine endoskopische Aufdehnung der Speiseröhre notwendig werden, um den Durchgang zu erweitern.
Verlauf und Prognose
Mit rechtzeitiger Behandlung des Eisenmangels bessern sich die Schluckbeschwerden bei den meisten Betroffenen deutlich, häufig ist keine weitere invasive Behandlung notwendig. Da ein leicht erhöhtes Risiko für Speiseröhrenkrebs besteht, werden regelmäßige Kontrolluntersuchungen empfohlen, insbesondere wenn die Schluckbeschwerden trotz behobenem Eisenmangel fortbestehen oder sich erneut verschlechtern.
Quellen & weiterführende Stellen
- Gesundheitsinformation.de (IQWiG) — Sideropenische Dysphagie (Plummer-Vinson-Syndrom): Ursachen, Behandlung
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Warum verursacht Eisenmangel Schluckbeschwerden?
Ein langjähriger, ausgeprägter Eisenmangel kann zu Veränderungen der Speiseröhrenschleimhaut mit Bildung dünner, einengender Gewebemembranen führen, deren genauer Entstehungsmechanismus nicht vollständig geklärt ist.
Bilden sich die Membranen nach Eisenbehandlung zurück?
Bei einem großen Teil der Betroffenen bessern sich die Schluckbeschwerden bereits durch die Behandlung des Eisenmangels deutlich, in manchen Fällen ist zusätzlich eine endoskopische Aufdehnung notwendig.
Warum sind regelmäßige Kontrollen wichtig?
Weil das Plummer-Vinson-Syndrom mit einem leicht erhöhten Risiko für Speiseröhrenkrebs einhergeht, weshalb bei anhaltenden oder wiederkehrenden Beschwerden eine erneute Abklärung sinnvoll ist.
Wer ist am häufigsten betroffen?
Überwiegend Frauen mittleren Alters mit langjährigem, unzureichend behandeltem Eisenmangel.
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