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Kinder & Jugendliche

Konstitutioneller Hochwuchs

Der konstitutionelle Hochwuchs bezeichnet ein deutlich über dem Durchschnitt liegendes Längenwachstum bei Kindern und Jugendlichen, das nicht durch eine hormonelle oder genetische Erkrankung verursacht wird, sondern eine normale Variante der körperlichen Entwicklung darstellt, meist bedingt durch eine familiäre Veranlagung zu hohem Wuchs. Die Diagnose wird durch den Ausschluss behandelbarer Ursachen für übermäßiges Wachstum gestellt.

Ursachen

Die häufigste Ursache ist eine familiäre Veranlagung: Sind ein oder beide Elternteile überdurchschnittlich groß, ist ein entsprechend hoher Wuchs bei den Kindern zu erwarten und stellt keine Krankheit dar. Die zu erwartende Erwachsenengröße lässt sich anhand der Größe der Eltern grob abschätzen. Seltener wird ein sehr schnelles, ausgeprägtes Wachstum durch behandelbare hormonelle Ursachen wie eine Überproduktion von Wachstumshormon oder eine vorzeitige Pubertätsentwicklung verursacht, die von der harmlosen konstitutionellen Form abgegrenzt werden müssen.

Symptome

Betroffene Kinder und Jugendliche sind für ihr Alter deutlich größer als die meisten Gleichaltrigen, wachsen jedoch mit einer normalen, altersgerechten Wachstumsgeschwindigkeit und durchlaufen die Pubertät zum üblichen Zeitpunkt. Anders als bei krankhaften Ursachen des Hochwuchses fehlen Auffälligkeiten wie eine übermäßig schnelle Wachstumsgeschwindigkeit, ungewöhnliche Körperproportionen oder andere Krankheitszeichen. Die Kinder sind ansonsten gesund und entwickeln sich altersgerecht.

Diagnostik

Eine sorgfältige Wachstumskurve über die Zeit sowie die Größe der Eltern liefern wichtige Hinweise auf einen konstitutionellen Hochwuchs. Eine Röntgenaufnahme der Hand zur Bestimmung des Knochenalters hilft einzuschätzen, ob das Wachstum dem tatsächlichen Alter entspricht. Bei Verdacht auf eine zugrunde liegende hormonelle Ursache werden gezielt Hormonspiegel im Blut untersucht, um behandelbare Ursachen wie eine Wachstumshormonüberproduktion auszuschließen.

Behandlung

Da der konstitutionelle Hochwuchs keine Erkrankung ist, ist grundsätzlich keine Behandlung notwendig. In seltenen Fällen, bei denen der zu erwartende Erwachsenenwuchs als sehr belastend empfunden wird, kann in Absprache mit einem spezialisierten Kinderendokrinologen eine wachstumsbegrenzende Behandlung mit Geschlechtshormonen erwogen werden, die jedoch sorgfältig gegen mögliche Nebenwirkungen abgewogen werden muss und heute seltener als früher eingesetzt wird.

Verlauf und Prognose

Die Prognose ist ausgezeichnet, da es sich um eine normale Wachstumsvariante ohne Krankheitswert handelt. Kinder mit konstitutionellem Hochwuchs entwickeln sich körperlich und geistig völlig normal und erreichen eine für ihre Familie typische, überdurchschnittliche Erwachsenengröße. Eine psychologische Begleitung kann sinnvoll sein, wenn Kinder oder Jugendliche durch ihre Körpergröße sozial belastet sind, auch wenn medizinisch keine Behandlung notwendig ist.

Quellen & weiterführende Stellen

Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

FAQ

Häufige Fragen

Ist konstitutioneller Hochwuchs eine Krankheit?

Nein, es handelt sich um eine normale Wachstumsvariante, meist bedingt durch eine familiäre Veranlagung zu hohem Wuchs, ohne Krankheitswert.

Muss man das Wachstum medizinisch bremsen?

In den allermeisten Fällen nicht, da keine Erkrankung vorliegt; nur in Ausnahmefällen wird bei starker psychischer Belastung eine wachstumsbegrenzende Behandlung erwogen.

Wie kann man die zu erwartende Erwachsenengröße abschätzen?

Anhand der Größe der Eltern lässt sich die voraussichtliche Erwachsenengröße des Kindes grob abschätzen, ergänzt durch eine Röntgenaufnahme des Knochenalters.

Woran erkennt man, dass eine ernstere Ursache ausgeschlossen werden sollte?

Eine ungewöhnlich schnelle Wachstumsgeschwindigkeit, auffällige Körperproportionen oder eine verfrühte Pubertätsentwicklung sind Warnzeichen, die eine ärztliche Abklärung nahelegen.

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