Senilität (Altersschwäche)
Senilität, umgangssprachlich auch als Altersschwäche bezeichnet, ist ein unspezifischer Begriff für einen allgemeinen körperlichen und geistigen Abbau im hohen Lebensalter, der sich nicht eindeutig einer einzelnen, klar definierten Erkrankung zuordnen lässt. Der Begriff wird in der modernen Medizin zunehmend zurückhaltend verwendet, da hinter einem als Senilität wahrgenommenen Zustand häufig konkrete, mitunter behandelbare Erkrankungen stehen, die durch eine gezielte Abklärung erkannt werden können. Ein rein altersbedingter, unspezifischer Abbau ohne erkennbare zugrunde liegende Erkrankung ist zwar möglich, sollte jedoch erst nach sorgfältigem Ausschluss behandelbarer Ursachen als Erklärung angenommen werden, da eine vorschnelle Zuschreibung von Beschwerden zum Alter dazu führen kann, dass eigentlich behandelbare Erkrankungen übersehen werden.
Ursachen
Ein als Senilität wahrgenommener Zustand kann durch eine Vielzahl unterschiedlicher Erkrankungen des höheren Lebensalters verursacht oder mitverursacht werden. Dazu zählen insbesondere beginnende demenzielle Erkrankungen, eine Depression im Alter, die sich häufig durch Antriebslosigkeit und einen scheinbaren geistigen Abbau äußern kann, sowie verschiedene internistische Erkrankungen wie eine Schilddrüsenunterfunktion, ein Vitaminmangel oder eine chronische Nierenerkrankung, die zu einer allgemeinen körperlichen und geistigen Verlangsamung führen können. Auch die Nebenwirkung mehrerer gleichzeitig eingenommener Medikamente, eine unzureichende Flüssigkeits- oder Nahrungsaufnahme sowie soziale Isolation können einen Zustand hervorrufen, der fälschlicherweise als unabwendbare Alterserscheinung eingeordnet wird, obwohl eine gezielte Behandlung der zugrunde liegenden Ursache eine deutliche Besserung bewirken könnte.
Symptome
Ein als Senilität beschriebener Zustand äußert sich durch eine allgemeine Verlangsamung von Denken und Bewegung, eine nachlassende körperliche Kraft und Ausdauer, eine zunehmende Vergesslichkeit sowie häufig durch eine verminderte Anteilnahme am sozialen und alltäglichen Leben. Betroffene wirken insgesamt schwächer, weniger belastbar und in ihrer Selbstständigkeit eingeschränkt, wobei sich diese Veränderungen häufig schleichend über Monate bis Jahre entwickeln. Da sich hinter diesem unspezifischen Beschwerdebild sehr unterschiedliche zugrunde liegende Ursachen verbergen können, ist eine genaue Beschreibung der einzelnen Symptome, ihres zeitlichen Verlaufs sowie möglicher Begleitumstände von großer Bedeutung, um Hinweise auf eine konkrete, behandelbare Erkrankung zu erhalten.
Diagnostik
Bei Verdacht auf eine unspezifische Senilität wird eine umfassende geriatrische Abklärung empfohlen, die eine ausführliche körperliche Untersuchung, eine Überprüfung der geistigen Leistungsfähigkeit mittels standardisierter Testverfahren sowie eine sorgfältige Erfassung aller eingenommenen Medikamente umfasst, um mögliche Wechselwirkungen oder unerwünschte Nebenwirkungen zu identifizieren. Blutuntersuchungen dienen dem Ausschluss behandelbarer internistischer Ursachen wie einer Schilddrüsenfunktionsstörung, eines Vitaminmangels oder einer Nierenfunktionsstörung. Eine Beurteilung der Stimmungslage hilft, eine zugrunde liegende Altersdepression zu erkennen, die sich häufig ähnlich wie ein demenzieller Abbau äußern kann, sich jedoch grundlegend anders behandeln lässt. Erst wenn eine umfassende Abklärung keine behandelbare Ursache aufzeigt, wird ein rein altersbedingter, unspezifischer Abbau als Erklärung in Betracht gezogen.
Behandlung
Eine spezifische Behandlung der Senilität als solche gibt es nicht, da es sich um einen unspezifischen Sammelbegriff und keine eigenständige Krankheit handelt. Die Behandlung richtet sich stattdessen nach den bei der Abklärung identifizierten, zugrunde liegenden Ursachen: Eine Schilddrüsenunterfunktion wird medikamentös ausgeglichen, ein Vitaminmangel gezielt behoben, eine Altersdepression mit einer angepassten Behandlung therapiert und die Medikation bei ungünstigen Wechselwirkungen überprüft und angepasst. Unabhängig von einer identifizierbaren Einzelursache tragen regelmäßige körperliche Aktivität, eine ausreichende Ernährung und Flüssigkeitszufuhr sowie eine aktive soziale Einbindung wesentlich dazu bei, die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit im höheren Lebensalter möglichst lange zu erhalten.
Verlauf und Prognose
Der Verlauf und die Prognose hängen entscheidend davon ab, ob eine behandelbare zugrunde liegende Ursache gefunden und gezielt therapiert wird. Wird beispielsweise eine Schilddrüsenunterfunktion, ein Vitaminmangel oder eine Altersdepression rechtzeitig erkannt und behandelt, kann sich der zunächst als unabwendbar erscheinende Zustand häufig deutlich bessern. Liegt tatsächlich ein rein altersbedingter, unspezifischer Abbau ohne konkrete behandelbare Ursache vor, lässt sich dieser durch die genannten allgemeinen Maßnahmen wie körperliche Aktivität, ausgewogene Ernährung und soziale Teilhabe zumindest in seinem Fortschreiten verlangsamen. Eine vorschnelle, ungeprüfte Zuschreibung von Beschwerden allein zum Alter sollte in jedem Fall vermieden werden, um behandelbare Erkrankungen nicht zu übersehen.
Quellen & weiterführende Stellen
- Gesundheitsinformation.de (IQWiG) — Senilität (Altersschwäche): Ursachen, Behandlung
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Ist Senilität eine eigenständige Krankheit?
Nein, es handelt sich um einen unspezifischen Sammelbegriff für einen allgemeinen körperlichen und geistigen Abbau im hohen Alter, hinter dem sich häufig konkrete, teils behandelbare Erkrankungen verbergen.
Warum sollte man nicht vorschnell annehmen, dass Beschwerden allein am Alter liegen?
Weil eine vorschnelle Zuschreibung dazu führen kann, dass eigentlich behandelbare Erkrankungen wie eine Schilddrüsenunterfunktion, ein Vitaminmangel oder eine Altersdepression übersehen und nicht behandelt werden.
Kann eine Depression im Alter wie ein geistiger Abbau wirken?
Ja, eine Altersdepression kann sich durch Antriebslosigkeit und einen scheinbaren geistigen Abbau äußern, der einer beginnenden Demenz ähneln kann, sich jedoch grundlegend anders behandeln lässt.
Was kann man tun, um die Leistungsfähigkeit im Alter zu erhalten?
Regelmäßige körperliche Aktivität, eine ausreichende Ernährung und Flüssigkeitszufuhr sowie eine aktive soziale Einbindung tragen wesentlich dazu bei, die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit möglichst lange zu erhalten.
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