Afrikanische Schlafkrankheit (Trypanosomiasis)
Die Afrikanische Schlafkrankheit, fachsprachlich Afrikanische Trypanosomiasis, ist eine parasitäre Infektionskrankheit, die durch einzellige Parasiten der Gattung Trypanosoma verursacht und durch den Stich der Tsetsefliege in Teilen Afrikas südlich der Sahara übertragen wird. Die Erkrankung durchläuft zwei Stadien, wobei sich die Parasiten im späteren Verlauf im Nervensystem ausbreiten und die namensgebenden Schlafstörungen verursachen können.
Ursachen
Die Übertragung erfolgt durch den Stich einer infizierten Tsetsefliege, die die Parasiten von infizierten Menschen oder, bei einer Erregervariante, von infizierten Wildtieren aufgenommen hat. Nach dem Stich vermehren sich die Parasiten zunächst im Blut und in den Lymphknoten, bevor sie im weiteren Verlauf, wenn die Erkrankung unbehandelt bleibt, die Blut-Hirn-Schranke überwinden und das zentrale Nervensystem befallen.
Symptome
Im ersten Stadium zeigen sich Fieber, Kopfschmerzen, Gelenkschmerzen und geschwollene Lymphknoten, oft begleitet von einer schmerzhaften Schwellung an der Einstichstelle. Im zweiten, das Nervensystem betreffenden Stadium entwickeln sich zunehmende Verwirrtheit, Persönlichkeitsveränderungen sowie die charakteristische Störung des Schlaf-Wach-Rhythmus mit Tagesschläfrigkeit und nächtlicher Schlaflosigkeit, die der Erkrankung ihren Namen gibt. Unbehandelt schreitet die Erkrankung bis zu Koma und Tod fort.
Diagnostik
Der direkte mikroskopische Nachweis der Parasiten im Blut, in Lymphknotenflüssigkeit oder, im zweiten Stadium, in der Rückenmarksflüssigkeit sichert die Diagnose. Eine Untersuchung der Rückenmarksflüssigkeit ist zusätzlich notwendig, um festzustellen, ob bereits eine Beteiligung des Nervensystems vorliegt, was für die Wahl der Behandlung entscheidend ist.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach dem Krankheitsstadium: Im ersten, auf Blut und Lymphsystem begrenzten Stadium kommen Medikamente zum Einsatz, die das Nervensystem nicht überwinden müssen. Ist bereits das Nervensystem befallen, sind Medikamente notwendig, die auch die Blut-Hirn-Schranke überwinden können, um die Parasiten im Gehirn wirksam zu bekämpfen. Die Behandlung erfolgt in spezialisierten Zentren unter engmaschiger Überwachung.
Verlauf und Prognose
Wird die Erkrankung im ersten Stadium erkannt und behandelt, ist die Prognose gut und die meisten Betroffenen werden vollständig geheilt. Im zweiten, das Nervensystem betreffenden Stadium ist die Behandlung aufwendiger, mit rechtzeitiger Therapie ist die Prognose jedoch weiterhin recht gut. Unbehandelt verläuft die Afrikanische Schlafkrankheit im fortgeschrittenen Stadium meist tödlich.
Quellen & weiterführende Stellen
- Gesundheitsinformation.de (IQWiG) — Afrikanische Schlafkrankheit: Ursachen, Behandlung
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Warum heißt die Erkrankung Schlafkrankheit?
Weil sie im zweiten Krankheitsstadium eine charakteristische Störung des Schlaf-Wach-Rhythmus mit Tagesschläfrigkeit und nächtlicher Schlaflosigkeit verursacht.
Wie wird die Krankheit übertragen?
Durch den Stich einer infizierten Tsetsefliege, die in Teilen Afrikas südlich der Sahara vorkommt.
Warum ist die Behandlung im zweiten Stadium aufwendiger?
Weil dann Medikamente notwendig sind, die die Blut-Hirn-Schranke überwinden können, um die Parasiten im Nervensystem zu erreichen.
Ist die Erkrankung heilbar?
Ja, mit rechtzeitiger Diagnose und stadiengerechter Behandlung werden die meisten Betroffenen vollständig geheilt, unbehandelt verläuft die Erkrankung jedoch meist tödlich.
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