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Innere Medizin

Akute Tubulointerstitielle Nephritis

Die akute tubulointerstitielle Nephritis ist eine akute Entzündung des Nierengewebes zwischen den harnbildenden Kanälchen (Tubuli), die meist durch eine überschießende Immunreaktion auf ein Medikament ausgelöst wird. Sie kann innerhalb weniger Tage bis Wochen zu einer deutlichen Verschlechterung der Nierenfunktion führen, heilt bei rechtzeitiger Erkennung jedoch häufig folgenlos aus.

Ursachen

Die häufigste Ursache ist eine allergische Reaktion des Immunsystems auf ein Medikament, insbesondere bestimmte Antibiotika, Schmerzmittel aus der Gruppe der nichtsteroidalen Entzündungshemmer oder Säureblocker gegen Sodbrennen. Seltener entsteht die Erkrankung im Rahmen einer Infektion, einer Autoimmunerkrankung oder ohne erkennbaren Auslöser. Die Reaktion kann bereits nach der ersten Einnahme eines Medikaments oder erst nach längerer, zuvor gut vertragener Anwendung auftreten.

Symptome

Viele Betroffene bemerken zunächst nur unspezifische Beschwerden wie Müdigkeit, Übelkeit oder ein vermindertes Wohlbefinden. Bei einem Teil der Betroffenen treten zusätzlich Fieber, ein Hautausschlag sowie Gelenkschmerzen auf, die zusammen mit der Nierenfunktionsstörung auf eine allergische Reaktion hinweisen können. Häufig fällt die Erkrankung erst durch eine routinemäßige Blutuntersuchung mit auffälligen Nierenwerten auf.

Diagnostik

Blutuntersuchungen zeigen eine verschlechterte Nierenfunktion, eine Urinuntersuchung kann auf eine begleitende Entzündungsreaktion in der Niere hinweisen. Die endgültige Diagnose wird durch eine Nierenbiopsie gesichert, bei der eine kleine Gewebeprobe der Niere entnommen und feingeweblich untersucht wird, um die charakteristische Entzündung des Zwischengewebes nachzuweisen und andere Ursachen der Nierenfunktionsstörung auszuschließen.

Behandlung

Die wichtigste Maßnahme ist das sofortige Absetzen des vermutlich auslösenden Medikaments, wonach sich die Nierenfunktion bei vielen Betroffenen bereits deutlich bessert. Bei ausgeprägter oder anhaltender Entzündung werden zusätzlich Kortisonpräparate eingesetzt, um die überschießende Immunreaktion einzudämmen und die Erholung der Nierenfunktion zu beschleunigen. In schweren Fällen mit vorübergehendem Nierenversagen kann eine zeitweilige Dialysebehandlung notwendig werden.

Verlauf und Prognose

Wird das auslösende Medikament rechtzeitig abgesetzt, erholt sich die Nierenfunktion bei den meisten Betroffenen innerhalb von Wochen bis wenigen Monaten weitgehend oder vollständig. Bleibt die Erkrankung unerkannt und wird das auslösende Medikament weiter eingenommen, kann sich eine bleibende Nierenschädigung entwickeln. Nach überstandener Erkrankung sollte das auslösende Medikament dauerhaft gemieden werden.

Quellen & weiterführende Stellen

Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

FAQ

Häufige Fragen

Welche Medikamente lösen die Erkrankung am häufigsten aus?

Am häufigsten bestimmte Antibiotika, Schmerzmittel aus der Gruppe der nichtsteroidalen Entzündungshemmer sowie Säureblocker gegen Sodbrennen.

Was ist die wichtigste Behandlungsmaßnahme?

Das sofortige Absetzen des vermutlich auslösenden Medikaments, wonach sich die Nierenfunktion bei vielen Betroffenen bereits deutlich bessert.

Erholt sich die Niere immer vollständig?

Bei rechtzeitigem Erkennen und Absetzen des auslösenden Medikaments meist ja, bei verzögerter Erkennung kann jedoch eine bleibende Nierenschädigung zurückbleiben.

Kann man das auslösende Medikament später wieder einnehmen?

Nein, es sollte nach überstandener Erkrankung dauerhaft gemieden werden, um eine erneute Entzündung zu vermeiden.

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