Schizoaffektive Störung
Die schizoaffektive Störung ist eine psychische Erkrankung, bei der innerhalb derselben Krankheitsepisode sowohl Symptome einer Schizophrenie, etwa Wahnvorstellungen oder Halluzinationen, als auch ausgeprägte Stimmungsveränderungen im Sinne einer Depression oder Manie auftreten. Sie nimmt damit eine Zwischenstellung zwischen der Schizophrenie und den affektiven Störungen ein.
Ursachen
Die genaue Ursache der schizoaffektiven Störung ist nicht abschließend geklärt. Man geht von einem Zusammenspiel aus genetischer Veranlagung, Veränderungen im Gehirnstoffwechsel sowie belastenden Lebensereignissen aus, ähnlich wie bei der Schizophrenie und den affektiven Störungen. Menschen mit Verwandten ersten Grades, die an Schizophrenie oder einer affektiven Störung erkrankt sind, tragen ein erhöhtes Risiko.
Symptome
Kennzeichnend ist das gleichzeitige oder eng aufeinanderfolgende Auftreten von psychotischen Symptomen wie Wahnvorstellungen, Halluzinationen oder Denkstörungen zusammen mit einer ausgeprägten depressiven oder manischen Stimmungsveränderung. Je nach vorherrschender Stimmungslage unterscheidet man einen depressiven und einen manischen Typ der Erkrankung, wobei sich die Symptome im Verlauf auch abwechseln können.
Diagnostik
Die Diagnose wird anhand einer ausführlichen psychiatrischen Untersuchung gestellt, bei der sowohl das Vorhandensein psychotischer Symptome als auch einer ausgeprägten Stimmungsstörung innerhalb desselben Zeitraums nachgewiesen werden muss. Da sich die Abgrenzung zu einer Schizophrenie mit begleitender Stimmungsveränderung oder einer affektiven Störung mit psychotischen Merkmalen im Einzelfall schwierig gestalten kann, ist häufig eine längere Verlaufsbeobachtung notwendig.
Behandlung
Die Behandlung kombiniert Medikamente gegen die psychotischen Symptome (Antipsychotika) mit Medikamenten gegen die Stimmungsstörung, je nach vorherrschendem Typ also Antidepressiva oder stimmungsstabilisierende Medikamente. Ergänzend werden psychotherapeutische Verfahren sowie eine sozialpsychiatrische Betreuung eingesetzt, um den Umgang mit der Erkrankung im Alltag zu erleichtern und Rückfällen vorzubeugen.
Verlauf und Prognose
Der Verlauf der schizoaffektiven Störung ist sehr unterschiedlich und liegt insgesamt zwischen dem der Schizophrenie und dem der affektiven Störungen, wobei sich die Prognose bei vielen Betroffenen etwas günstiger darstellt als bei einer reinen Schizophrenie. Mit einer konsequenten, langfristigen Behandlung lässt sich bei einem erheblichen Teil der Betroffenen eine deutliche Stabilisierung erreichen, wobei Rückfälle im Laufe der Erkrankung dennoch möglich bleiben.
Quellen & weiterführende Stellen
- Gesundheitsinformation.de (IQWiG) — Schizoaffektive Störung: Ursachen, Behandlung
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Ist die schizoaffektive Störung dasselbe wie eine Schizophrenie?
Nein, sie unterscheidet sich durch das gleichzeitige Auftreten ausgeprägter Stimmungsveränderungen zusätzlich zu den psychotischen Symptomen und nimmt eine Zwischenstellung zwischen Schizophrenie und affektiven Störungen ein.
Warum ist die Diagnose manchmal schwierig?
Weil die Abgrenzung zu einer Schizophrenie mit begleitender Stimmungsveränderung oder einer affektiven Störung mit psychotischen Merkmalen im Einzelfall schwierig sein kann und oft eine längere Verlaufsbeobachtung erfordert.
Welche Medikamente kommen zum Einsatz?
Eine Kombination aus Antipsychotika gegen die psychotischen Symptome und, je nach vorherrschendem Typ, Antidepressiva oder stimmungsstabilisierenden Medikamenten gegen die Stimmungsstörung.
Ist die Prognose besser oder schlechter als bei Schizophrenie?
Die Prognose liegt insgesamt zwischen der von Schizophrenie und affektiven Störungen und stellt sich bei vielen Betroffenen etwas günstiger dar als bei einer reinen Schizophrenie.
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