Rechtsfaszikulärer Block (Rechtsschenkelblock)
Der rechtsfaszikuläre Block, umgangssprachlich auch als Rechtsschenkelblock bezeichnet, beschreibt eine Verzögerung oder Unterbrechung der normalen elektrischen Erregungsleitung im rechten Teil des herzeigenen Reizleitungssystems, wodurch sich die elektrische Erregung der rechten Herzkammer auf einem verzögerten, alternativen Weg ausbreiten muss. Dieser Befund wird häufig zufällig im Rahmen eines Elektrokardiogramms entdeckt sowie kann sowohl bei ansonsten herzgesunden Menschen als eigenständiger, gutartiger Befund auftreten als auch als Begleiterscheinung einer zugrunde liegenden Herzerkrankung. Die Beurteilung, ob eine weiterführende Abklärung notwendig ist, hängt maßgeblich davon ab, ob begleitende Beschwerden oder Risikofaktoren für eine Herzerkrankung vorliegen.
Ursachen
Der rechtsfaszikuläre Block entsteht durch eine Störung der elektrischen Erregungsleitung im rechten Teil des Reizleitungssystems des Herzens, die bei einem großen Teil der Betroffenen keine erkennbare, zugrunde liegende Herzerkrankung aufweist sowie als eigenständiger, meist angeborener oder erworbener, jedoch gutartiger Befund gilt. Bei einem Teil der Betroffenen liegt jedoch eine zugrunde liegende Herzerkrankung vor, insbesondere eine chronische Lungenerkrankung mit Belastung der rechten Herzkammer, ein angeborener Herzfehler oder eine koronare Herzkrankheit.
Symptome
Der rechtsfaszikuläre Block selbst verursacht in aller Regel keinerlei Beschwerden sowie wird bei der überwiegenden Mehrheit der Betroffenen zufällig im Rahmen einer routinemäßigen Elektrokardiogramm-Untersuchung entdeckt. Liegt eine zugrunde liegende Herzerkrankung vor, können die Beschwerden dieser Grunderkrankung, insbesondere Atemnot bei Belastung oder Herzrasen, im Vordergrund stehen, während der rechtsfaszikuläre Block selbst lediglich einen begleitenden Befund darstellt.
Diagnostik
Die Diagnose des rechtsfaszikulären Blocks wird durch ein Elektrokardiogramm gestellt, bei dem das charakteristische Erregungsmuster im rechten Teil des Reizleitungssystems zuverlässig erkannt wird. Bei erstmaligem Nachweis wird eine gezielte Untersuchung auf eine mögliche zugrunde liegende Herzerkrankung empfohlen, die eine Herzultraschalluntersuchung sowie, je nach klinischem Bild, weitere Untersuchungen umfassen kann.
Behandlung
Ein isolierter, bei ansonsten herzgesunden Menschen nachgewiesener rechtsfaszikulärer Block bedarf angesichts seines gutartigen Charakters keiner spezifischen Behandlung. Liegt eine zugrunde liegende Herzerkrankung vor, richtet sich die Behandlung nach dieser Grunderkrankung, während der rechtsfaszikuläre Block selbst lediglich im Rahmen regelmäßiger Kontrolluntersuchungen mitbeobachtet wird.
Verlauf und Prognose
Die Prognose eines isolierten rechtsfaszikulären Blocks bei ansonsten herzgesunden Menschen ist sehr gut, da dieser Befund in aller Regel folgenlos sowie ohne Einschränkung der Lebenserwartung bestehen bleibt. Liegt eine zugrunde liegende Herzerkrankung vor, hängt die Prognose von dem Verlauf dieser Grunderkrankung ab, weshalb eine gezielte Abklärung bei erstmaligem Nachweis sowie eine regelmäßige kardiologische Verlaufskontrolle empfohlen werden.
Quellen & weiterführende Stellen
- Gesundheitsinformation.de (IQWiG) — Rechtsfaszikulärer Block (Rechtsschenkelblock): Ursachen, Behandlung
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Ist ein rechtsfaszikulärer Block gefährlich?
Bei ansonsten herzgesunden Menschen in aller Regel nicht, er gilt als gutartiger Befund.
Wie wird er meist entdeckt?
Zufällig im Rahmen eines Elektrokardiogramms.
Welche zugrunde liegende Erkrankung kann er begleiten?
Insbesondere chronische Lungenerkrankungen oder angeborene Herzfehler.
Ist eine Behandlung notwendig?
Bei isoliertem Befund in aller Regel nicht.
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