Ein Angebot von Personal Paramedic e.K. · DGUV-anerkannte Ausbildungsstätte (8.2018)
Verdauung & Magen-Darm

Pseudozyste des Pankreas

Die Pseudozyste des Pankreas ist eine flüssigkeitsgefüllte Hohlraumbildung, die sich in oder in unmittelbarer Nähe der Bauchspeicheldrüse entwickelt und deren Wand, anders als bei einer echten Zyste, nicht aus einer inneren Zellschicht besteht, sondern aus reaktivem, faserreichem Narbengewebe, das sich als Reaktion des Körpers auf eine vorausgegangene Entzündung oder Verletzung der Bauchspeicheldrüse bildet. Diese Unterscheidung von der echten Zyste ist namensgebend und für die weitere Einordnung von Bedeutung, da Pseudozysten überwiegend als Folge einer akuten oder chronischen Bauchspeicheldrüsenentzündung entstehen, bei der ausgetretener Bauchspeicheldrüsensaft sowie abgestorbenes Gewebe von einer solchen Narbenkapsel umschlossen werden. Die meisten Pseudozysten bleiben klein und beschwerdefrei, können jedoch bei entsprechender Größe zu Beschwerden führen oder Komplikationen verursachen, die eine gezielte Behandlung erforderlich machen.

Ursachen

Die Pseudozyste des Pankreas entsteht überwiegend als Folge einer akuten Bauchspeicheldrüsenentzündung, bei der es im Rahmen der Entzündungsreaktion zu einer Ansammlung von Bauchspeicheldrüsensekret, Blut sowie abgestorbenem Gewebe innerhalb oder in unmittelbarer Nähe der Bauchspeicheldrüse kommt, die der Körper im Verlauf mit einer bindegewebigen Kapsel umschließt, anstatt sie vollständig abzubauen. Auch im Rahmen einer chronischen, über Jahre anhaltenden Bauchspeicheldrüsenentzündung, wie sie insbesondere bei langjährigem, übermäßigem Alkoholkonsum entstehen kann, bilden sich Pseudozysten gehäuft, da wiederholte Entzündungsschübe das Gangsystem der Bauchspeicheldrüse schädigen und den Abfluss des Bauchspeicheldrüsensekrets behindern können. Seltener entstehen Pseudozysten nach einer stumpfen Bauchverletzung, bei der die Bauchspeicheldrüse direkt geschädigt wird, sowie als Komplikation nach einer Operation im Bauchraum.

Symptome

Kleinere Pseudozysten des Pankreas verursachen häufig keine eigenständigen Beschwerden und werden zufällig im Rahmen einer bildgebenden Untersuchung aus anderem Anlass entdeckt, insbesondere im Rahmen der Nachsorge nach einer durchgemachten Bauchspeicheldrüsenentzündung. Größere Pseudozysten können durch den von ihnen ausgeübten Druck auf benachbarte Organe zu anhaltenden, dumpfen Oberbauchschmerzen führen, die sich mitunter in den Rücken ausbreiten können. Bei besonders großen Zysten kann sich zudem ein Völlegefühl sowie eine frühzeitige Sättigung beim Essen entwickeln, da die Zyste den Magen von außen komprimiert. Kommt es zu einer bakteriellen Infektion der Zyste, entwickeln sich zusätzlich Fieber sowie ein deutliches Krankheitsgefühl, während ein Einreißen der Zystenwand mit Blutung oder Austritt des Zysteninhalts in die Bauchhöhle zu einer akuten, schweren Verschlechterung mit starken Schmerzen führen kann.

Anzeige

Diagnostik

Die Diagnose der Pseudozyste des Pankreas wird durch eine bildgebende Untersuchung gestellt, wobei eine Ultraschalluntersuchung sowie insbesondere eine Computertomographie des Bauchraums die flüssigkeitsgefüllte, von einer klar abgrenzbaren Wand umgebene Struktur gut darstellen können. Eine Magnetresonanztomographie mit spezieller Darstellung der Gallen- und Bauchspeicheldrüsengänge liefert zusätzliche Informationen über eine mögliche Verbindung der Zyste zum Gangsystem der Bauchspeicheldrüse, was für die Behandlungsplanung von Bedeutung ist. Eine endoskopische Ultraschalluntersuchung, bei der ein spezielles Ultraschallgerät über eine Magenspiegelung bis in unmittelbare Nähe der Bauchspeicheldrüse vorgeschoben wird, ermöglicht eine besonders genaue Beurteilung der Zystenwand sowie die gezielte Entnahme einer Probe des Zysteninhalts, um eine echte Zyste oder eine seltenere, bösartige Ursache sicher auszuschließen.

Behandlung

Kleinere, beschwerdefreie Pseudozysten des Pankreas werden in aller Regel zunächst nur mittels regelmäßiger bildgebender Verlaufskontrollen beobachtet, da sich ein erheblicher Teil dieser Zysten innerhalb einiger Wochen bis Monate von selbst zurückbildet, insbesondere wenn die zugrunde liegende Entzündung der Bauchspeicheldrüse abgeklungen ist. Bei größeren, beschwerdeverursachenden oder infizierten Pseudozysten kann eine Entlastung notwendig werden, die heute überwiegend endoskopisch durchgeführt wird, indem über eine Magenspiegelung eine Verbindung zwischen der Zyste und dem Magen oder Zwölffingerdarm geschaffen wird, durch die der Zysteninhalt kontinuierlich abfließen kann. Bei komplexeren Befunden oder Zysten, die endoskopisch nicht ausreichend behandelt werden können, kommt alternativ eine perkutane, durch die Haut geführte Drainage oder in ausgewählten Fällen eine operative Behandlung infrage.

Verlauf und Prognose

Die Prognose der Pseudozyste des Pankreas ist bei den meisten Betroffenen gut, da sich ein erheblicher Teil der Zysten, insbesondere kleinere Befunde, im Verlauf von selbst zurückbildet, ohne dass eine aktive Behandlung notwendig wird. Bei größeren, symptomatischen oder komplizierten Zysten führt eine gezielte endoskopische oder operative Entlastung bei der überwiegenden Mehrheit der Betroffenen zu einer dauerhaften Beschwerdebesserung. Unbehandelte, größere Pseudozysten bergen ein gewisses Risiko für Komplikationen wie eine Infektion, ein Einreißen mit Blutung oder eine Verlegung benachbarter Organe, weshalb eine regelmäßige ärztliche Überwachung bis zur endgültigen Rückbildung oder Behandlung der Zyste empfohlen wird. Eine konsequente Behandlung der zugrunde liegenden Ursache, insbesondere ein Verzicht auf Alkohol bei alkoholbedingter Bauchspeicheldrüsenentzündung, trägt wesentlich zur Vorbeugung eines erneuten Auftretens bei.

Quellen & weiterführende Stellen

Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

Anzeige
FAQ

Häufige Fragen

Was unterscheidet eine Pseudozyste von einer echten Zyste?

Die Wand einer Pseudozyste besteht aus reaktivem Narbengewebe statt aus einer echten inneren Zellauskleidung wie bei einer echten Zyste.

Wodurch entsteht eine Pseudozyste meist?

Überwiegend als Folge einer akuten oder chronischen Bauchspeicheldrüsenentzündung.

Muss jede Pseudozyste behandelt werden?

Nein, kleinere, beschwerdefreie Zysten werden meist nur beobachtet, da sie sich häufig von selbst zurückbilden.

Wie werden größere, symptomatische Zysten behandelt?

Heute überwiegend endoskopisch, indem eine Verbindung zwischen der Zyste und dem Magen oder Zwölffingerdarm geschaffen wird.

Erste Hilfe lernen statt nur nachlesen

Im Kurs übst du die Handgriffe unter Anleitung — Theorie und Praxis zusammen.

Kurs finden Inhouse anfragen