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Frauengesundheit

Postpartale Thyreoiditis

Die postpartale Thyreoiditis ist eine vorübergehende, entzündliche Erkrankung der Schilddrüse, die bei einem nicht unerheblichen Teil der Frauen innerhalb des ersten Jahres nach einer Entbindung auftritt und durch einen charakteristischen, zweiphasigen Verlauf gekennzeichnet ist, bei dem zunächst eine Schilddrüsenüberfunktion und im weiteren Verlauf häufig eine vorübergehende Schilddrüsenunterfunktion entsteht. Der Erkrankung liegt eine autoimmune Entzündungsreaktion der Schilddrüse zugrunde, die durch die erhebliche Umstellung des mütterlichen Immunsystems nach der Geburt begünstigt wird, wobei sich das Immunsystem während der Schwangerschaft selbst in einem eher gedämpften Zustand befindet und nach der Entbindung wieder seine volle Aktivität erreicht, was bei entsprechend veranlagten Frauen eine bestehende, oft zuvor unerkannte Neigung zu einer Autoimmunerkrankung der Schilddrüse demaskieren kann.

Ursachen

Der postpartalen Thyreoiditis liegt eine autoimmune Entzündungsreaktion der Schilddrüse zugrunde, die durch bereits vor der Schwangerschaft bestehende, jedoch häufig unerkannte Antikörper gegen Schilddrüsengewebe begünstigt wird. Während der Schwangerschaft befindet sich das mütterliche Immunsystem in einem gewissen, physiologisch bedingten Zustand der Dämpfung, der unter anderem dazu dient, eine Abstoßungsreaktion gegen das genetisch teils fremde, heranwachsende Kind zu verhindern. Nach der Entbindung normalisiert sich die Aktivität des mütterlichen Immunsystems rasch wieder, was bei Frauen mit einer entsprechenden zugrunde liegenden Veranlagung zu einer verstärkten autoimmunen Aktivität gegen die eigene Schilddrüse führen kann. Frauen mit einer bereits bekannten Schilddrüsenautoimmunerkrankung, einem bestehenden Typ-1-Diabetes oder einer postpartalen Thyreoiditis nach einer vorausgegangenen Schwangerschaft haben ein deutlich erhöhtes Risiko für ein erneutes Auftreten.

Symptome

Die postpartale Thyreoiditis verläuft typischerweise in zwei aufeinanderfolgenden Phasen, wobei sich meist innerhalb der ersten vier Monate nach der Entbindung zunächst eine vorübergehende Schilddrüsenüberfunktion mit Symptomen wie Herzklopfen, innerer Unruhe, vermehrtem Schwitzen sowie Gewichtsverlust entwickelt, die von vielen betroffenen Frauen zunächst als normale Erschöpfung der frischen Mutterschaft fehlgedeutet werden. Im weiteren Verlauf, häufig zwischen dem vierten und achten Monat nach der Entbindung, schlägt die Erkrankung bei einem erheblichen Teil der Betroffenen in eine Schilddrüsenunterfunktion um, die sich durch anhaltende Müdigkeit, Kälteempfindlichkeit, Gewichtszunahme sowie eine gedrückte Stimmungslage äußern kann, was von den Beschwerden einer postpartalen Depression mitunter schwer zu unterscheiden ist. Nicht alle Betroffenen durchlaufen beide Phasen, manche zeigen nur eine der beiden Verlaufsformen.

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Diagnostik

Die Diagnose der postpartalen Thyreoiditis wird durch eine Blutuntersuchung der Schilddrüsenwerte gestellt, wobei je nach aktueller Krankheitsphase entweder erhöhte oder erniedrigte Werte der Schilddrüsenhormone im Blut nachweisbar sind. Der Nachweis von Antikörpern gegen ein bestimmtes Schilddrüseneiweiß im Blut bestätigt die zugrunde liegende autoimmune Ursache der Erkrankung und hilft, sie von anderen, andersartig zu behandelnden Ursachen einer Schilddrüsenfunktionsstörung zu unterscheiden. Eine Ultraschalluntersuchung der Schilddrüse kann ergänzend zur Beurteilung der Gewebestruktur eingesetzt werden, ist für die Diagnosestellung selbst jedoch nicht zwingend notwendig. Da die Symptome der Erkrankung häufig unspezifisch sind und leicht mit der normalen Erschöpfung nach der Geburt oder einer postpartalen Depression verwechselt werden können, ist eine gezielte ärztliche Abklärung bei entsprechenden Beschwerden im ersten Jahr nach der Entbindung wichtig.

Behandlung

Die Behandlung der postpartalen Thyreoiditis richtet sich nach der jeweiligen Krankheitsphase sowie dem Ausmaß der Beschwerden. Die Phase der Schilddrüsenüberfunktion ist meist mild und bedarf häufig keiner spezifischen Behandlung der Schilddrüse selbst, wobei bei ausgeprägteren Beschwerden wie starkem Herzklopfen symptomlindernde Medikamente eingesetzt werden können, die die überschießende Wirkung der Schilddrüsenhormone auf den Körper abschwächen, ohne die eigentliche Hormonproduktion zu beeinflussen. Bei der nachfolgenden Phase der Schilddrüsenunterfunktion wird bei deutlichen Beschwerden oder ausgeprägt erniedrigten Werten eine vorübergehende Substitution mit Schilddrüsenhormonen eingeleitet, die nach einigen Monaten, sobald sich die Schilddrüsenfunktion normalisiert hat, in der Regel wieder ausgeschlichen werden kann. Eine regelmäßige Kontrolle der Schilddrüsenwerte während des gesamten Krankheitsverlaufs ist notwendig, um die Behandlung entsprechend anzupassen.

Verlauf und Prognose

Die Prognose der postpartalen Thyreoiditis ist bei der überwiegenden Mehrheit der betroffenen Frauen gut, da sich die Schilddrüsenfunktion innerhalb eines Jahres nach der Entbindung bei den meisten Betroffenen vollständig normalisiert und keine dauerhafte Behandlung notwendig bleibt. Ein Teil der Frauen, die eine postpartale Thyreoiditis durchgemacht haben, entwickelt jedoch im weiteren Leben eine dauerhafte Schilddrüsenunterfunktion, weshalb eine langfristige Kontrolle der Schilddrüsenwerte auch nach vollständiger Erholung sinnvoll ist. Bei einer erneuten Schwangerschaft besteht ein deutlich erhöhtes Risiko für ein erneutes Auftreten der postpartalen Thyreoiditis, worüber betroffene Frauen aufgeklärt werden sollten, um bei künftigen Entbindungen frühzeitig auf entsprechende Symptome zu achten und eine rasche Diagnosestellung zu ermöglichen.

Quellen & weiterführende Stellen

Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

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FAQ

Häufige Fragen

Warum tritt diese Erkrankung gerade nach der Geburt auf?

Weil sich die während der Schwangerschaft gedämpfte Aktivität des mütterlichen Immunsystems nach der Entbindung rasch normalisiert, was bei entsprechender Veranlagung eine autoimmune Reaktion gegen die eigene Schilddrüse demaskieren kann.

Warum wird die Erkrankung oft nicht sofort erkannt?

Weil ihre Symptome, insbesondere Erschöpfung und gedrückte Stimmung, leicht mit der normalen Erschöpfung nach der Geburt oder einer postpartalen Depression verwechselt werden können.

Muss die Erkrankung immer behandelt werden?

Nicht immer, die Phase der Überfunktion ist meist mild, bei ausgeprägter Unterfunktion wird jedoch häufig eine vorübergehende Hormonsubstitution eingesetzt.

Kann die Erkrankung bei einer weiteren Schwangerschaft erneut auftreten?

Ja, das Risiko für ein erneutes Auftreten bei einer künftigen Schwangerschaft ist deutlich erhöht.

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