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Frauengesundheit

Missed Abortion (Verhaltene Fehlgeburt)

Die Missed Abortion, im Deutschen auch als verhaltene Fehlgeburt bezeichnet, ist eine besondere Verlaufsform der Fehlgeburt, bei der die Schwangerschaft bereits nicht mehr lebensfähig ist, ohne dass der Körper der betroffenen Frau dies durch eine Blutung oder krampfartige Schmerzen zunächst bemerkbar macht. Das abgestorbene Schwangerschaftsgewebe verbleibt dabei zunächst unbemerkt in der Gebärmutter, während die üblichen Schwangerschaftsanzeichen, etwa eine gespannte Brust oder Übelkeit, allmählich nachlassen können, ohne dass dies von der betroffenen Frau eindeutig als Warnzeichen erkannt wird. Diese besondere, zunächst symptomlose Verlaufsform der Fehlgeburt wird bei einem erheblichen Teil der betroffenen Frauen erst zufällig im Rahmen einer routinemäßigen Ultraschalluntersuchung der Schwangerschaft entdeckt, was für die betroffenen Frauen einen besonders unerwarteten und belastenden Moment darstellt.

Ursachen

Der Missed Abortion liegen dieselben grundlegenden Ursachen zugrunde wie den meisten anderen frühen Fehlgeburten, wobei Chromosomenstörungen der Frucht die mit Abstand häufigste identifizierbare Ursache darstellen, da eine erhebliche Zahl früher Schwangerschaften aufgrund solcher genetischer Fehler von vornherein nicht regelrecht lebensfähig ist. Warum sich in manchen Fällen bereits früh eine Blutung mit dem sichtbaren Beginn einer Fehlgeburt einstellt, während in anderen Fällen das nicht mehr lebensfähige Gewebe zunächst über Wochen unbemerkt in der Gebärmutter verbleibt, ist nicht vollständig geklärt, wobei individuelle Unterschiede in der hormonellen Situation sowie in der Reaktion der Gebärmutter auf das abgestorbene Gewebe eine mögliche Rolle spielen könnten. Ein höheres mütterliches Alter sowie eine vorausgegangene Fehlgeburt erhöhen wie bei anderen Fehlgeburtsformen auch bei dieser Verlaufsform das statistische Risiko.

Symptome

Das besondere und für viele betroffene Frauen zunächst irritierende Merkmal der Missed Abortion ist das weitgehende Fehlen der klassischen Fehlgeburtssymptome wie Blutung oder krampfartige Unterbauchschmerzen, da die Schwangerschaft trotz ihres bereits eingetretenen Absterbens äußerlich zunächst unauffällig fortzubestehen scheint. Manche Frauen bemerken lediglich ein allmähliches Nachlassen der bis dahin bestehenden Schwangerschaftsanzeichen wie einer gespannten, empfindlichen Brust oder morgendlicher Übelkeit, ohne dieses subtile Zeichen jedoch als eindeutigen Hinweis auf eine Fehlgeburt zu deuten. Bei einem erheblichen Teil der betroffenen Frauen bestehen überhaupt keine wahrnehmbaren Beschwerden, sodass die Diagnose ausschließlich durch eine routinemäßige oder aus anderem Anlass durchgeführte Ultraschalluntersuchung gestellt wird, was den Moment der Diagnosemitteilung für die betroffenen Frauen besonders unerwartet und belastend macht.

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Diagnostik

Die Diagnose der Missed Abortion wird durch eine Ultraschalluntersuchung gestellt, in der sich entweder eine leere Fruchthöhle ohne erkennbaren Embryo, obwohl dieser bei entsprechendem Schwangerschaftsalter bereits sichtbar sein müsste, oder ein zwar vorhandener, jedoch bereits nicht mehr lebensfähiger Embryo ohne nachweisbare Herzaktivität darstellt. Um Fehldiagnosen bei einer noch sehr frühen, regelrecht verlaufenden Schwangerschaft zu vermeiden, bei der eine Herzaktivität möglicherweise noch nicht sicher nachweisbar sein kann, werden strenge, international anerkannte Kriterien hinsichtlich der Größe der Fruchthöhle sowie des Embryos angewendet, bevor die endgültige Diagnose gestellt wird. Bei grenzwertigem oder unklarem Befund wird eine Verlaufskontrolle mit erneuter Ultraschalluntersuchung nach etwa ein bis zwei Wochen empfohlen, um die Diagnose zweifelsfrei zu sichern, bevor eine entsprechende Behandlung eingeleitet wird.

Behandlung

Nach gesicherter Diagnose einer Missed Abortion stehen den betroffenen Frauen grundsätzlich drei unterschiedliche Vorgehensweisen zur Verfügung, zwischen denen gemeinsam mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt entschieden wird: ein zunächst abwartendes Vorgehen, bei dem der Körper Zeit erhält, das abgestorbene Gewebe von selbst auszustoßen, eine medikamentöse Einleitung der Ausstoßung mittels spezieller Präparate, oder eine operative Entfernung des Gewebes mittels einer schonenden Ausschabung der Gebärmutter. Die Wahl der geeigneten Methode richtet sich nach individuellen Faktoren wie der Größe des verbliebenen Gewebes, den persönlichen Präferenzen der betroffenen Frau sowie medizinischen Begleitumständen. Bei allen drei Vorgehensweisen wird nach abgeschlossener Behandlung eine Ultraschallkontrolle empfohlen, um eine vollständige Entleerung der Gebärmutter zu bestätigen.

Verlauf und Prognose

Die körperliche Prognose der Missed Abortion ist bei zeitgerechter Behandlung, unabhängig von der gewählten Vorgehensweise, sehr gut, wobei die Gebärmutter sich in aller Regel vollständig und folgenlos erholt und einer künftigen, erfolgreichen Schwangerschaft nichts entgegensteht, sofern keine wiederholten Fehlgeburten auf eine zugrunde liegende, behandlungsbedürftige Ursache hindeuten. Die emotionale Bewältigung stellt für viele betroffene Frauen und ihre Partner jedoch eine besondere Herausforderung dar, da der plötzliche, unerwartete Verlust der zuvor als intakt wahrgenommenen Schwangerschaft ohne vorausgegangene Warnzeichen besonders schwer zu begreifen sein kann. Eine einfühlsame, ausführliche Aufklärung sowie das Angebot psychologischer Unterstützung sind daher ein wichtiger Bestandteil der Betreuung betroffener Frauen nach dieser Diagnose.

Quellen & weiterführende Stellen

Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

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FAQ

Häufige Fragen

Warum wird die verhaltene Fehlgeburt oft erst zufällig entdeckt?

Weil klassische Fehlgeburtssymptome wie Blutung oder Schmerzen zunächst fehlen und die Schwangerschaft äußerlich unauffällig fortzubestehen scheint.

Welche Vorgehensweisen stehen zur Behandlung zur Verfügung?

Ein abwartendes Vorgehen, eine medikamentöse Einleitung oder eine operative Ausschabung, je nach individuellen Faktoren und Präferenzen.

Steht einer künftigen Schwangerschaft danach etwas im Wege?

In der Regel nicht, die Gebärmutter erholt sich bei zeitgerechter Behandlung meist vollständig und folgenlos.

Was ist die häufigste Ursache einer frühen Fehlgeburt?

Chromosomenstörungen der Frucht, die die Lebensfähigkeit der frühen Schwangerschaft von vornherein einschränken.

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