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Verdauung & Magen-Darm

Postcholezystektomie-Syndrom

Das Postcholezystektomie-Syndrom bezeichnet eine Sammelbezeichnung für Beschwerden, die nach einer operativen Entfernung der Gallenblase, medizinisch als Cholezystektomie bezeichnet, entweder fortbestehen, obwohl sie eigentlich durch die Operation beseitigt werden sollten, oder sich völlig neu entwickeln. Diese Beschwerden treten bei einem nicht unerheblichen Teil der Menschen auf, die sich diesem sehr häufig durchgeführten operativen Eingriff unterzogen haben, und können sowohl unmittelbar nach der Operation als auch erst Monate bis Jahre später auftreten. Die zugrunde liegenden Ursachen dieses Syndroms sind sehr vielfältig und reichen von harmlosen, funktionellen Veränderungen der Verdauung, die sich durch das Fehlen der Gallenblase als Speicherorgan für die Galle ergeben, bis zu tatsächlichen, behandlungsbedürftigen Problemen der verbliebenen Gallenwege.

Ursachen

Die Ursachen des Postcholezystektomie-Syndroms lassen sich grob in zwei große Gruppen einteilen: Bei einem erheblichen Teil der Betroffenen liegt den Beschwerden keine eigentliche Erkrankung der Gallenwege zugrunde, sondern eine funktionelle Veränderung der Verdauung, die dadurch entsteht, dass die Galle nach der Entfernung der Gallenblase nicht mehr zwischenzeitlich gespeichert und konzentriert, sondern kontinuierlich, direkt aus der Leber in den Darm abgegeben wird, was insbesondere bei fettreichen Mahlzeiten zu einer veränderten Verdauung führen kann. Bei einem kleineren, jedoch klinisch bedeutsamen Teil der Betroffenen liegt den anhaltenden oder neu aufgetretenen Beschwerden hingegen eine tatsächliche, strukturelle Ursache zugrunde, etwa ein zum Zeitpunkt der Operation übersehener, im Gallengang verbliebener Gallenstein, eine narbige Verengung des Gallengangs als Folge der Operation, oder eine Funktionsstörung des Schließmuskels am Ende des Gallengangs, die den Abfluss von Galle und Bauchspeicheldrüsensekret behindert.

Symptome

Die Beschwerden des Postcholezystektomie-Syndroms sind sehr unterschiedlich und uneinheitlich, wobei viele Betroffene über wiederkehrende, meist im rechten Oberbauch lokalisierte Schmerzen berichten, die den ursprünglichen, vor der Operation bestehenden Gallenkoliken mitunter ähneln können. Ein Völlegefühl, Blähungen sowie eine verstärkte Neigung zu Durchfällen, insbesondere nach fettreichen Mahlzeiten, sind bei der funktionellen, harmlosen Form der Erkrankung häufig und werden auf die veränderte, nun kontinuierliche statt gespeicherte Gallenabgabe zurückgeführt. Bei der selteneren, strukturell bedingten Form können sich zusätzlich Zeichen einer echten Behinderung des Galleabflusses zeigen, etwa eine Gelbfärbung von Haut und Augen, Fieber oder deutlich erhöhte Leberwerte, die auf eine ernstere, behandlungsbedürftige Ursache hinweisen und eine gezielte weitere Abklärung erforderlich machen.

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Diagnostik

Die Diagnostik des Postcholezystektomie-Syndroms beginnt mit einer sorgfältigen Anamnese sowie körperlichen Untersuchung, um zwischen den überwiegend harmlosen, funktionellen Ursachen und den selteneren, aber behandlungsbedürftigen strukturellen Ursachen zu unterscheiden. Eine Blutuntersuchung der Leber- und Bauchspeicheldrüsenwerte gibt erste Hinweise darauf, ob eine tatsächliche Behinderung des Galleabflusses vorliegt. Bei entsprechendem Verdacht wird eine Magnetresonanztomographie mit spezieller Darstellung der Gallen- und Bauchspeicheldrüsengänge eingesetzt, um einen möglicherweise verbliebenen Gallenstein, eine narbige Gangverengung oder andere strukturelle Veränderungen sichtbar zu machen. Bei unauffälligem Befund dieser Untersuchungen sowie bei fehlenden Hinweisen auf eine echte Abflussstörung wird meist von einer funktionellen, harmlosen Ursache der Beschwerden ausgegangen.

Behandlung

Die Behandlung des Postcholezystektomie-Syndroms richtet sich vollständig nach der jeweils zugrunde liegenden Ursache. Bei der überwiegend funktionellen, harmlosen Form stehen Ernährungsanpassungen, insbesondere eine Reduktion besonders fettreicher Mahlzeiten sowie eine über den Tag verteilte, kleinere Portionierung der Nahrung, im Vordergrund, wobei sich die Beschwerden bei vielen Betroffenen im Laufe der Zeit, wenn sich der Körper an die veränderte Gallenabgabe angepasst hat, von selbst bessern. Bei nachgewiesenem, im Gallengang verbliebenem Stein kann dieser meist im Rahmen einer endoskopischen Untersuchung der Gallenwege ohne erneute Operation entfernt werden. Bei einer narbigen Gangverengung oder einer Funktionsstörung des Schließmuskels kommen je nach Ausprägung eine endoskopische Aufdehnung, eine gezielte Schlitzung des Schließmuskels oder in Einzelfällen eine erneute operative Behandlung infrage.

Verlauf und Prognose

Die Prognose des Postcholezystektomie-Syndroms ist bei der überwiegenden Mehrheit der Betroffenen gut, da sich die funktionellen, harmlosen Beschwerden im Verlauf mehrerer Monate meist von selbst bessern, sobald sich der Körper an die veränderte, kontinuierliche Gallenabgabe gewöhnt hat. Bei Betroffenen mit einer tatsächlichen strukturellen Ursache, etwa einem verbliebenen Gallenstein oder einer Gangverengung, führt die gezielte endoskopische oder operative Behandlung in aller Regel zu einer deutlichen und anhaltenden Beschwerdebesserung. Eine sorgfältige Abklärung der zugrunde liegenden Ursache ist von großer Bedeutung, um Betroffene mit einer tatsächlich behandelbaren strukturellen Ursache nicht fälschlicherweise nur auf eine harmlose, funktionelle Ursache zu verweisen und eine notwendige Behandlung zu verzögern.

Quellen & weiterführende Stellen

Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

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FAQ

Häufige Fragen

Warum kommt es nach der Gallenblasenentfernung überhaupt zu Beschwerden?

Weil die Galle nach dem Fehlen der Gallenblase als Speicherorgan nicht mehr zwischengespeichert, sondern kontinuierlich in den Darm abgegeben wird, was insbesondere bei fettreichen Mahlzeiten die Verdauung verändern kann.

Sind die Beschwerden meist gefährlich?

Bei der Mehrheit der Betroffenen liegt eine harmlose, funktionelle Ursache vor; nur bei einem kleineren Teil steckt eine echte, behandlungsbedürftige strukturelle Ursache dahinter.

Welche Warnzeichen weisen auf eine ernstere Ursache hin?

Eine Gelbfärbung von Haut und Augen, Fieber oder deutlich erhöhte Leberwerte deuten auf eine echte Behinderung des Galleabflusses hin.

Wie wird ein im Gallengang verbliebener Stein behandelt?

Meist ohne erneute Operation im Rahmen einer endoskopischen Untersuchung der Gallenwege.

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