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Augen & Sehkraft

Phakogene Iridozyklitis

Die phakogene Iridozyklitis ist eine spezielle Form der Entzündung der Regenbogenhaut und des angrenzenden Ziliarkörpers, die durch eine Immunreaktion des Körpers auf Eiweißbestandteile ausgelöst wird, die aus der körpereigenen Augenlinse freigesetzt werden. Diese Freisetzung von Linseneiweiß erfolgt meist im Zusammenhang mit einer geschädigten, undicht gewordenen oder überreifen, stark eingetrübten Linse, bei der die normalerweise intakte Linsenkapsel ihre schützende Barrierefunktion teilweise verliert. Das körpereigene Immunsystem erkennt die austretenden Linseneiweiße als fremd und reagiert mit einer Entzündungsreaktion, die sich charakteristischerweise im vorderen Augenabschnitt manifestiert.

Ursachen

Ursache der phakogenen Iridozyklitis ist die Freisetzung von Eiweißbestandteilen aus der körpereigenen Augenlinse in den umliegenden Augeninnenraum, wodurch das Immunsystem eine entzündliche Abwehrreaktion gegen diese normalerweise durch die Linsenkapsel abgeschirmten Bestandteile entwickelt. Diese Freisetzung tritt am häufigsten im Zusammenhang mit einem stark fortgeschrittenen, überreifen Grauen Star auf, bei dem sich die Linsenkapsel verändert und durchlässiger wird. Auch nach Verletzungen des Auges mit Beteiligung der Linsenkapsel oder nach bestimmten Komplikationen im Rahmen einer Augenoperation kann es zur Freisetzung von Linseneiweiß und einer entsprechenden Entzündungsreaktion kommen.

Symptome

Die phakogene Iridozyklitis äußert sich durch die typischen Symptome einer Entzündung im vorderen Augenabschnitt, etwa eine Rötung des Auges, die sich besonders um die Hornhaut herum konzentriert, verbunden mit Augenschmerzen, erhöhter Lichtempfindlichkeit und einer möglichen Sehverschlechterung. Da diese Entzündungsform häufig im Zusammenhang mit einem bereits stark fortgeschrittenen Grauen Star auftritt, kann die durch die zugrunde liegende Linsentrübung bereits bestehende Sehbeeinträchtigung durch die zusätzliche Entzündung weiter verstärkt werden. Manche Betroffene bemerken zudem einen erhöhten Augeninnendruck, der als zusätzliches Druckgefühl im Auge wahrgenommen werden kann.

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Diagnostik

Die Diagnostik erfolgt durch eine augenärztliche Untersuchung mit der Spaltlampe, bei der sowohl die charakteristischen Entzündungszeichen im vorderen Augenabschnitt als auch der Zustand der Augenlinse sorgfältig beurteilt werden. Der Nachweis einer stark fortgeschrittenen, überreifen Linsentrübung oder einer vorausgegangenen Linsenverletzung in Kombination mit den typischen Entzündungszeichen liefert wichtige Hinweise auf die zugrunde liegende phakogene Ursache der Iridozyklitis. Eine Messung des Augeninnendrucks ist wichtiger Bestandteil der Untersuchung, da dieser im Rahmen der Entzündung erhöht sein kann. Die sorgfältige Abgrenzung zu anderen Ursachen einer Iridozyklitis ist für die gezielte Behandlungsplanung von Bedeutung.

Behandlung

Die Behandlung der phakogenen Iridozyklitis zielt sowohl auf die Kontrolle der akuten Entzündungsreaktion als auch auf die Beseitigung der zugrunde liegenden Ursache ab. Entzündungshemmende Augentropfen werden zur raschen Eindämmung der Entzündung eingesetzt. Da die Entzündung durch das freigesetzte Linseneiweiß unterhalten wird, ist die operative Entfernung der geschädigten oder überreifen Linse, ähnlich wie bei einer regulären Operation des Grauen Stars, in der Regel die entscheidende Maßnahme, um die Ursache der Entzündung dauerhaft zu beseitigen. Diese Operation wird nach ausreichender Kontrolle der akuten Entzündung durchgeführt. Eine begleitende Behandlung eines erhöhten Augeninnendrucks kann zusätzlich notwendig sein.

Verlauf und Prognose

Mit rechtzeitiger Diagnose und Behandlung, insbesondere der operativen Entfernung der zugrunde liegenden geschädigten Linse, ist die Prognose der phakogenen Iridozyklitis insgesamt gut, die Entzündung klingt nach Beseitigung der Ursache in der Regel zuverlässig ab. Wird die zugrunde liegende Linsenproblematik nicht behandelt, kann die Entzündung fortbestehen oder wiederkehren und zu ernsthaften Komplikationen führen, etwa einem anhaltend erhöhten Augeninnendruck oder einer weiteren Beeinträchtigung der Sehkraft. Eine zeitnahe augenärztliche Diagnostik und die konsequente operative Behandlung der ursächlichen Linsenveränderung sind daher für eine günstige Prognose von entscheidender Bedeutung.

Quellen & weiterführende Stellen

Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

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FAQ

Häufige Fragen

Warum entsteht diese Entzündung gerade bei stark fortgeschrittenem Grauem Star?

Bei einer stark fortgeschrittenen, überreifen Linsentrübung wird die Linsenkapsel durchlässiger, sodass Linseneiweiß austreten kann, gegen das das Immunsystem eine Entzündungsreaktion entwickelt.

Reicht die Behandlung mit Augentropfen allein aus?

In der Regel nicht dauerhaft, da die Entzündung durch das freigesetzte Linseneiweiß unterhalten wird, ist meist die operative Entfernung der geschädigten Linse notwendig, um die Ursache zu beseitigen.

Kann diese Entzündung den Augeninnendruck beeinflussen?

Ja, im Rahmen der Entzündung kann der Augeninnendruck erhöht sein, was zusätzlich behandelt werden muss.

Wie ist die Prognose nach der operativen Behandlung?

Nach operativer Entfernung der ursächlichen Linse klingt die Entzündung in der Regel zuverlässig ab, sodass die Prognose bei rechtzeitiger Behandlung insgesamt gut ist.

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