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Psyche & Nervensystem

Fetischistischer Transvestitismus

Der fetischistische Transvestitismus ist eine Störung der Sexualpräferenz, bei der das Tragen von Kleidung des anderen Geschlechts vorrangig oder ausschließlich dem Erzeugen sexueller Erregung dient, wobei die Kleidung als Fetischobjekt fungiert und nach Erreichen der sexuellen Erregung beziehungsweise nach der sexuellen Aktivität typischerweise wieder abgelegt wird. Im Unterschied zum Transvestitismus unter Beibehaltung beider Geschlechtsrollen steht bei dieser Diagnose die sexuelle Erregung durch das Tragen der Kleidung im Zentrum des Verhaltens, ohne dass ein Bedürfnis besteht, dauerhaft oder zeitweise die Erscheinung oder Rolle des anderen Geschlechts umfassend anzunehmen. Ein Krankheitswert im klinischen Sinne liegt vor, wenn das Verhalten mit erheblichem eigenem Leidensdruck verbunden ist oder die betroffene Person in ihrer Fähigkeit zu einvernehmlichen sexuellen Beziehungen erheblich einschränkt.

Ursachen

Die Ursachen des fetischistischen Transvestitismus werden, ähnlich wie bei anderen Formen fetischistischer sexueller Präferenzen, als Ergebnis individueller Lernprozesse während der psychosexuellen Entwicklung verstanden, bei denen bestimmte Kleidungsstücke oder Materialien wiederholt mit sexueller Erregung verknüpft wurden. Diese Verknüpfung kann sich bereits in Kindheit oder Jugend durch zufällige oder wiederholte Assoziationen zwischen dem entsprechenden Objekt und sexueller Erregung herausbilden. Ein klinisch bedeutsamer Krankheitswert entsteht in der Regel nicht durch die fetischistische Präferenz allein, sondern wenn diese mit erheblichem eigenem Leidensdruck verbunden ist oder die Fähigkeit zu befriedigenden einvernehmlichen sexuellen Beziehungen deutlich einschränkt, etwa weil sexuelle Erregung ausschließlich über das Fetischobjekt erreichbar ist.

Symptome

Betroffene erleben sexuelle Erregung vorrangig oder ausschließlich durch das Tragen von Kleidung des anderen Geschlechts, die im Rahmen sexueller Aktivität eingesetzt und nach Erreichen der Erregung oder nach der sexuellen Handlung häufig wieder abgelegt wird. Im Unterschied zum Transvestitismus unter Beibehaltung beider Geschlechtsrollen besteht kein ausgeprägtes Bedürfnis, dauerhaft in der Erscheinung des anderen Geschlechts aufzugehen. Bei einem Teil der Betroffenen bestehen Scham- oder Schuldgefühle bezüglich der Präferenz, insbesondere wenn diese die Fähigkeit zu befriedigenden Beziehungen einschränkt oder mit dem Wunsch nach Geheimhaltung gegenüber Partnerinnen und Partnern verbunden ist.

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Diagnostik

Die Diagnostik erfolgt durch ein sachliches, wertneutrales klinisches Gespräch, in dem die Art der Präferenz, ihre Bedeutung für das sexuelle Erleben der betroffenen Person sowie ein möglicher begleitender Leidensdruck sorgfältig erfasst werden. Wichtig ist die sorgfältige Abgrenzung zu einer Störung der Geschlechtsidentität sowie zum Transvestitismus unter Beibehaltung beider Geschlechtsrollen, bei denen jeweils andere zugrunde liegende Bedürfnisse im Vordergrund stehen. Ein Krankheitswert wird angenommen, wenn die Präferenz mit erheblichem eigenem Leidensdruck verbunden ist oder die Fähigkeit zu befriedigenden einvernehmlichen sexuellen Beziehungen deutlich einschränkt.

Behandlung

Eine Behandlung ist angezeigt, wenn die Präferenz erheblichen eigenen Leidensdruck verursacht oder die Fähigkeit zu befriedigenden Beziehungen deutlich einschränkt. Im Vordergrund steht eine unterstützende, wertschätzende Psychotherapie, die der betroffenen Person hilft, einen selbstbestimmten Umgang mit der eigenen sexuellen Präferenz zu entwickeln und Scham- oder Schuldgefühle zu bearbeiten. Bei Schwierigkeiten, sexuelle Befriedigung auch außerhalb der fetischistischen Präferenz zu erleben, können verhaltenstherapeutische Ansätze helfen, das sexuelle Erleben schrittweise zu erweitern. Die Einbindung des Partners oder der Partnerin, sofern gewünscht, kann durch eine offene Kommunikation über die Präferenz zur partnerschaftlichen Entlastung beitragen.

Verlauf und Prognose

Der Verlauf des fetischistischen Transvestitismus ist individuell unterschiedlich: Bei vielen Betroffenen besteht die Präferenz über einen längeren Zeitraum stabil fort, ohne zwingend zu erheblichen Beeinträchtigungen zu führen, insbesondere wenn sie in einvernehmliche partnerschaftliche Sexualität integriert werden kann. Bei bestehendem Leidensdruck oder erheblicher Einschränkung der Beziehungsfähigkeit verbessert eine unterstützende psychotherapeutische Begleitung die Prognose deutlich, viele Betroffene entwickeln einen entspannteren Umgang mit ihrer Präferenz und erweitern ihr sexuelles Erleben. Eine offene, wertschätzende Auseinandersetzung mit der eigenen Sexualität sowie gegebenenfalls die Einbindung des Partners oder der Partnerin verbessern die langfristige Lebensqualität erheblich.

Quellen & weiterführende Stellen

Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

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FAQ

Häufige Fragen

Worin unterscheidet sich diese Störung vom Transvestitismus unter Beibehaltung beider Geschlechtsrollen?

Beim fetischistischen Transvestitismus steht die sexuelle Erregung durch die Kleidung selbst im Zentrum, ohne das Bedürfnis, dauerhaft oder zeitweise umfassend in die Erscheinung des anderen Geschlechts zu wechseln.

Ist diese Präferenz immer behandlungsbedürftig?

Nein, ein Krankheitswert liegt erst vor, wenn die Präferenz mit erheblichem eigenem Leidensdruck verbunden ist oder die Fähigkeit zu befriedigenden Beziehungen deutlich einschränkt.

Kann die Präferenz in eine Partnerschaft integriert werden?

Ja, bei vielen Betroffenen lässt sich die Präferenz in einvernehmliche partnerschaftliche Sexualität integrieren, eine offene Kommunikation mit dem Partner oder der Partnerin kann dabei entlastend wirken.

Welche Behandlung hilft bei eingeschränkter Beziehungsfähigkeit?

Verhaltenstherapeutische Ansätze, die das sexuelle Erleben schrittweise über die fetischistische Präferenz hinaus erweitern, sowie eine unterstützende Psychotherapie können hilfreich sein.

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