Iridozyklitis (Uveitis anterior)
Die Iridozyklitis, auch Uveitis anterior genannt, ist eine Entzündung der Regenbogenhaut (Iris) und des angrenzenden Ziliarkörpers im vorderen Bereich des Auges. Sie zählt zu den häufigsten Formen der Augenentzündungen im Inneren des Auges und kann, wenn sie nicht rechtzeitig behandelt wird, zu bleibenden Sehschäden führen.
Ursachen
Bei einem erheblichen Teil der Betroffenen lässt sich keine eindeutige Ursache finden. Bekannte Auslöser sind bestimmte Autoimmunerkrankungen wie die Spondylitis ankylosans oder rheumatoide Erkrankungen, Infektionen mit Viren, Bakterien oder Parasiten sowie, seltener, eine Verletzung des Auges. Die Erkrankung kann auch als eigenständige Erkrankung ohne erkennbare Begleiterkrankung auftreten.
Symptome
Typisch sind eine schmerzhafte Rötung des Auges, ausgeprägte Lichtempfindlichkeit, verschwommenes Sehen sowie vermehrter Tränenfluss. Die Pupille kann durch die Entzündung verengt und in ihrer Reaktion auf Licht verlangsamt sein. Die Beschwerden entwickeln sich meist innerhalb weniger Stunden bis Tage und betreffen häufig zunächst nur ein Auge.
Diagnostik
Eine augenärztliche Untersuchung mit der Spaltlampe zeigt die charakteristischen Entzündungszeichen im vorderen Augenabschnitt, insbesondere entzündliche Zellen und Eiweißablagerungen in der vorderen Augenkammer. Bei wiederkehrenden oder beidseitigen Verläufen wird nach zugrunde liegenden Erkrankungen gesucht, etwa durch Bluttests auf Autoimmunerkrankungen oder Infektionen sowie gegebenenfalls eine Röntgenaufnahme des Iliosakralgelenks bei Verdacht auf eine rheumatische Grunderkrankung.
Behandlung
Die Behandlung besteht in der Regel aus entzündungshemmenden Augentropfen auf Kortisonbasis sowie pupillenerweiternden Augentropfen, die Verklebungen der Iris verhindern und Schmerzen durch Muskelverkrampfungen im Auge lindern. Bei einer zugrunde liegenden Infektion wird zusätzlich die auslösende Ursache gezielt behandelt. Bei schweren oder wiederkehrenden Verläufen können zusätzlich Medikamente eingesetzt werden, die das Immunsystem dämpfen.
Verlauf und Prognose
Bei rechtzeitiger Behandlung heilt die Iridozyklitis bei den meisten Betroffenen innerhalb weniger Wochen folgenlos aus. Wird die Entzündung nicht rechtzeitig behandelt, können Komplikationen wie Verklebungen der Iris, ein erhöhter Augeninnendruck oder eine Trübung der Augenlinse (Grauer Star) entstehen, die das Sehvermögen dauerhaft beeinträchtigen können. Bei zugrunde liegenden Autoimmunerkrankungen kann die Entzündung wiederkehren, weshalb eine regelmäßige augenärztliche Nachsorge wichtig ist.
Quellen & weiterführende Stellen
- Gesundheitsinformation.de (IQWiG) — Iridozyklitis: Ursachen, Behandlung
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Ist die Iridozyklitis immer Ausdruck einer anderen Erkrankung?
Nein, bei einem erheblichen Teil der Betroffenen lässt sich keine zugrunde liegende Erkrankung finden und die Entzündung tritt eigenständig auf.
Warum werden pupillenerweiternde Augentropfen gegeben?
Sie verhindern Verklebungen der Iris und lindern Schmerzen durch Muskelverkrampfungen im entzündeten Auge.
Kann die Erkrankung das Sehvermögen dauerhaft schädigen?
Ja, unbehandelt können Komplikationen wie ein erhöhter Augeninnendruck oder eine Linsentrübung das Sehvermögen dauerhaft beeinträchtigen, weshalb eine rechtzeitige Behandlung wichtig ist.
Kann die Entzündung wiederkehren?
Ja, insbesondere bei zugrunde liegenden Autoimmunerkrankungen kann die Iridozyklitis wiederholt auftreten, weshalb eine regelmäßige augenärztliche Nachsorge empfohlen wird.
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