Hypoglykämisches Koma
Das hypoglykämische Koma ist der Zustand tiefer Bewusstlosigkeit, der durch einen stark abgefallenen Blutzuckerspiegel (Hypoglykämie) verursacht wird. Da das Gehirn auf eine kontinuierliche Zuckerversorgung angewiesen ist, kann ein zu niedriger Blutzuckerspiegel innerhalb kurzer Zeit zu Bewusstlosigkeit führen und stellt einen akut lebensbedrohlichen Notfall dar.
Ursachen
Am häufigsten entsteht ein hypoglykämisches Koma bei Menschen mit Diabetes, die zu viel Insulin oder blutzuckersenkende Medikamente eingenommen haben, eine Mahlzeit ausgelassen oder sich ungewöhnlich stark körperlich angestrengt haben. Seltener kann ein hypoglykämisches Koma auch bei Menschen ohne Diabetes auftreten, etwa durch bestimmte hormonproduzierende Tumoren, eine schwere Lebererkrankung oder starken Alkoholkonsum in Kombination mit unzureichender Nahrungsaufnahme.
Symptome
Vor dem Eintreten der Bewusstlosigkeit zeigen die meisten Betroffenen Warnzeichen wie Zittern, Schwitzen, Herzrasen, Heißhunger und Verwirrtheit, die jedoch bei manchen Menschen mit langjährigem Diabetes vermindert wahrgenommen werden oder ganz ausbleiben können. Schreitet der Blutzuckerabfall fort, kommt es zu zunehmender Bewusstseinstrübung, Krampfanfällen und schließlich zur vollständigen Bewusstlosigkeit.
Diagnostik
Die Blutzuckermessung mittels eines einfachen Messgeräts ist die entscheidende und rasch verfügbare Untersuchung, die die Diagnose unmittelbar bestätigt. Bei bewusstlosen Patienten mit unklarer Ursache gehört die Blutzuckermessung deshalb zu den ersten Maßnahmen der Notfalluntersuchung. Weitere Bluttests können bei wiederholten oder unklaren Hypoglykämien nach einer zugrunde liegenden Ursache suchen.
Behandlung
Bei einem noch ansprechbaren Betroffenen kann rasch wirksamer Zucker, etwa in Form von Traubenzucker oder zuckerhaltigen Getränken, oral gegeben werden. Bei Bewusstlosigkeit darf wegen der Erstickungsgefahr nichts über den Mund verabreicht werden; stattdessen wird umgehend der Notruf 112 gewählt und, falls verfügbar, Glukose über die Vene oder Glukagon als Injektion verabreicht, das den Blutzuckerspiegel rasch anhebt.
Verlauf und Prognose
Wird der niedrige Blutzuckerspiegel rechtzeitig erkannt und behandelt, erholen sich die meisten Betroffenen innerhalb weniger Minuten vollständig und ohne bleibende Schäden. Bleibt das Gehirn jedoch über längere Zeit ohne ausreichende Zuckerversorgung, können bleibende Hirnschäden oder der Tod die Folge sein. Nach einem überstandenen hypoglykämischen Koma wird die zugrunde liegende Diabetesbehandlung überprüft und angepasst, um erneute schwere Unterzuckerungen zu vermeiden.
Quellen & weiterführende Stellen
- Gesundheitsinformation.de (IQWiG) — Hypoglykämisches Koma: Ursachen, Behandlung
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Woran erkennt man eine drohende Unterzuckerung frühzeitig?
An Warnzeichen wie Zittern, Schwitzen, Herzrasen, Heißhunger und Verwirrtheit, die jedoch bei manchen Menschen mit langjährigem Diabetes vermindert wahrgenommen werden.
Was darf man einer bewusstlosen Person nicht geben?
Nichts über den Mund, da wegen der Erstickungsgefahr keine Nahrung oder Flüssigkeit verabreicht werden darf; stattdessen muss sofort der Notruf gewählt werden.
Warum ist eine schnelle Blutzuckermessung so wichtig?
Weil sie die Diagnose rasch bestätigt und bei bewusstlosen Patienten mit unklarer Ursache zu den ersten notwendigen Untersuchungen gehört.
Wie wirkt Glukagon?
Es hebt den Blutzuckerspiegel rasch an und kann als Injektion auch von geschulten Laien verabreicht werden, wenn kein intravenöser Zugang möglich ist.
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