Pasteurellose
Die Pasteurellose ist eine bakterielle Infektionskrankheit, die durch Bakterien der Gattung Pasteurella verursacht wird, welche zur normalen Mund- und Rachenflora vieler Haus- und Wildtiere gehören, insbesondere von Katzen und Hunden. Die Erkrankung entsteht am häufigsten nach einem Biss oder Kratzer eines infizierten Tieres, wobei die Bakterien über die dabei entstehende Hautverletzung in den Körper gelangen und dort eine rasch einsetzende, deutlich ausgeprägte lokale Entzündungsreaktion hervorrufen. Katzenbisse sind aufgrund der spitzen, tief eindringenden Zähne und der hohen Keimbesiedlung der Katzenmundhöhle besonders häufig mit einer Pasteurellose assoziiert. Die charakteristisch rasche Entwicklung deutlicher Entzündungszeichen bereits innerhalb weniger Stunden nach der Verletzung unterscheidet die Pasteurellose von vielen anderen bakteriellen Wundinfektionen, die sich meist langsamer entwickeln.
Ursachen
Die Pasteurellose entsteht durch das Eindringen von Bakterien der Gattung Pasteurella, die zur normalen Mundflora zahlreicher Tiere gehören, in die Haut über eine Biss- oder Kratzverletzung. Katzen tragen die auslösenden Bakterien besonders häufig in ihrer Mundhöhle, weshalb Katzenbisse zu den häufigsten Auslösern der Erkrankung zählen, gefolgt von Hundebissen. Die spitzen, schmalen Zähne von Katzen führen zu tiefen, oft klein wirkenden Stichverletzungen, bei denen die Bakterien tief in das Gewebe eingebracht werden, was das Infektionsrisiko im Vergleich zu oberflächlicheren Verletzungen zusätzlich erhöht. Menschen mit geschwächtem Immunsystem sowie Personen mit Verletzungen in der Nähe von Gelenken oder Sehnen haben ein erhöhtes Risiko für einen komplizierten Krankheitsverlauf.
Symptome
Charakteristisch für die Pasteurellose ist eine sehr rasche Entwicklung deutlicher Entzündungszeichen an der Bissstelle, häufig bereits innerhalb weniger Stunden nach der Verletzung, mit ausgeprägter Rötung, Schwellung, Überwärmung sowie starken, oft pochenden Schmerzen im betroffenen Bereich. Aus der Wunde kann sich eitriges Sekret entleeren. Bei Ausbreitung der Infektion können sich die örtlichen Lymphknoten schmerzhaft vergrößern, begleitet von Fieber und einem allgemeinen Krankheitsgefühl. Bei Bissverletzungen in der Nähe von Gelenken, etwa an der Hand, kann sich die Infektion auf das Gelenk oder die umliegenden Sehnenscheiden ausbreiten, was zu einer ernsteren, funktionell bedeutsamen Komplikation führen kann. Bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem kann sich die Infektion über die Blutbahn ausbreiten und eine Blutvergiftung verursachen.
Diagnostik
Die Diagnose der Pasteurellose wird meist bereits durch das charakteristische klinische Bild mit der raschen Entwicklung ausgeprägter Entzündungszeichen nach einem Tierbiss oder -kratzer sowie die entsprechende Vorgeschichte nahegelegt. Zur Bestätigung sowie zur gezielten Anpassung der antibiotischen Behandlung wird ein Abstrich oder eine Probe des Wundsekrets zur mikrobiologischen Untersuchung entnommen. Bei Verdacht auf eine Ausbreitung der Infektion auf ein benachbartes Gelenk oder tieferliegendes Gewebe können bildgebende Verfahren wie eine Ultraschalluntersuchung oder eine Magnetresonanztomographie zur genaueren Beurteilung der Ausdehnung eingesetzt werden. Bei begleitendem Fieber und Krankheitsgefühl werden zusätzlich laborchemische Entzündungswerte im Blut bestimmt.
Behandlung
Die Behandlung der Pasteurellose erfolgt mit einer gezielten antibiotischen Therapie, die je nach Ausmaß der Infektion oral oder, bei ausgeprägterem Befund, intravenös verabreicht wird. Eine sorgfältige Wundreinigung sowie gegebenenfalls ein chirurgisches Debridement, also die Entfernung von geschädigtem Gewebe, tragen wesentlich zum Behandlungserfolg bei, insbesondere bei tiefen Bissverletzungen. Bei Ausbreitung der Infektion auf ein Gelenk oder eine Sehnenscheide ist häufig eine operative Spülung und Entlastung notwendig, um eine dauerhafte Schädigung der betroffenen Struktur zu verhindern. Aufgrund der raschen Entwicklung deutlicher Beschwerden nach einem Tierbiss wird bei entsprechender Vorgeschichte häufig bereits vorbeugend eine antibiotische Behandlung eingeleitet, insbesondere bei Bissverletzungen an Hand oder Gelenken.
Verlauf und Prognose
Bei rechtzeitiger Diagnosestellung und gezielter antibiotischer Behandlung ist die Prognose der Pasteurellose in den meisten Fällen sehr gut, wobei sich die Beschwerden innerhalb weniger Tage deutlich bessern. Wird die Behandlung jedoch verzögert oder ist sie unzureichend, besteht insbesondere bei Bissverletzungen in Gelenknähe das Risiko einer Ausbreitung der Infektion auf tieferliegende Strukturen mit möglicher dauerhafter Funktionseinschränkung des betroffenen Bereichs. Bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem kann die Infektion in seltenen Fällen zu einer schweren, systemischen Blutvergiftung führen. Nach jedem Tierbiss oder -kratzer, insbesondere durch Katzen, wird eine zeitnahe Wundversorgung sowie bei Anzeichen einer beginnenden Infektion eine umgehende ärztliche Vorstellung empfohlen.
Quellen & weiterführende Stellen
- Gesundheitsinformation.de (IQWiG) — Pasteurellose: Ursachen, Behandlung
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Warum sind Katzenbisse besonders häufig mit einer Pasteurellose verbunden?
Weil Katzen die auslösenden Bakterien besonders häufig in ihrer Mundhöhle tragen und ihre spitzen Zähne tiefe Stichverletzungen verursachen, in die die Bakterien eingebracht werden.
Wie schnell entwickeln sich die Beschwerden nach einer Bissverletzung?
Sehr rasch, häufig bereits innerhalb weniger Stunden nach der Verletzung, mit ausgeprägter Rötung, Schwellung und Schmerzen.
Warum ist eine schnelle Behandlung bei Bissverletzungen in Gelenknähe besonders wichtig?
Weil sich die Infektion auf das Gelenk oder umliegende Sehnenscheiden ausbreiten kann, was zu einer dauerhaften Funktionseinschränkung führen kann.
Sollte nach jedem Katzenbiss vorbeugend ein Antibiotikum eingenommen werden?
Bei Bissverletzungen an Hand oder Gelenken wird aufgrund des hohen Infektionsrisikos häufig eine vorbeugende antibiotische Behandlung eingeleitet.
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