Paroxysmale Tachykardie
Die paroxysmale Tachykardie ist eine anfallsartig auftretende Herzrhythmusstörung, bei der das Herz plötzlich beginnt, deutlich schneller als normal zu schlagen, und die Episode ebenso abrupt wieder endet. Sie entsteht meist durch eine zusätzliche, angeborene elektrische Leitungsbahn oder einen kreisenden Erregungsimpuls im Herzen und tritt häufig bereits im jungen Erwachsenenalter erstmals auf.
Veröffentlicht: 7. Sep. 2026 · Redaktion: Personal Paramedic e.K.
Ursachen
Ursächlich ist meist eine angeborene zusätzliche elektrische Leitungsbahn im Herzen oder eine besondere Struktur im normalen Erregungsleitungssystem, die einen kreisenden elektrischen Impuls ermöglicht und dadurch die anfallsartig schnelle Herzfrequenz auslöst. Auslösende Faktoren für einen einzelnen Anfall können Stress, Koffein, Alkohol, Schlafmangel oder eine plötzliche Körperlageänderung sein, wobei die Anfälle häufig auch ohne erkennbaren Auslöser auftreten.
Symptome
Kennzeichnend ist ein plötzlich einsetzendes, sehr schnelles und regelmäßiges Herzrasen, das oft von Herzstolpern, Schwindel, Kurzatmigkeit und einem Engegefühl in der Brust begleitet wird und ebenso plötzlich wieder endet, wie es begonnen hat. Die Episoden dauern typischerweise wenige Minuten bis mehrere Stunden. Bei den meisten Betroffenen bleibt der Blutdruck stabil, in seltenen Fällen kann es jedoch zu Bewusstseinsverlust kommen.
Diagnostik
Ein während eines Anfalls aufgezeichnetes Elektrokardiogramm zeigt die charakteristische, sehr schnelle und regelmäßige Herzfrequenz und sichert die Diagnose. Da die Anfälle oft nur kurz andauern, wird häufig ein Langzeit-Elektrokardiogramm oder ein über längere Zeit tragbares Ereignisrekorder-Gerät eingesetzt, um einen Anfall aufzuzeichnen. Eine elektrophysiologische Untersuchung kann die genaue zugrunde liegende elektrische Ursache im Herzen lokalisieren.
Behandlung
Ein einzelner Anfall kann häufig durch spezielle Manöver, die den Vagusnerv aktivieren, etwa durch Pressen wie bei der Stuhlentleerung oder das Eintauchen des Gesichts in kaltes Wasser, selbst beendet werden. Gelingt dies nicht, können Medikamente über die Vene den Anfall im Krankenhaus rasch beenden. Zur langfristigen Vorbeugung steht die Katheterablation zur Verfügung, bei der die auslösende zusätzliche Leitungsbahn oder Struktur gezielt und dauerhaft veröden wird.
Verlauf und Prognose
Die paroxysmale Tachykardie verläuft bei den meisten Betroffenen gutartig, ohne das Herz selbst dauerhaft zu schädigen, auch wenn die einzelnen Anfälle sehr unangenehm erlebt werden. Mit einer Katheterablation lässt sich die zugrunde liegende Ursache bei einem großen Teil der Betroffenen dauerhaft beseitigen, sodass keine weiteren Anfälle mehr auftreten. Ohne Behandlung können die Anfälle über Jahre in unregelmäßigen Abständen wiederkehren.
Weiterführende Informationen der Organisation
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Die verlinkten Angebote sind allgemeine Informationsquellen der jeweiligen Organisation, kein Einzelbeleg für jede Aussage dieses Artikels. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Ist die paroxysmale Tachykardie gefährlich?
Bei den meisten Betroffenen verläuft sie gutartig und schädigt das Herz nicht dauerhaft, auch wenn die Anfälle selbst sehr beunruhigend sein können.
Was kann man bei einem akuten Anfall selbst tun?
Spezielle Manöver wie Pressen wie bei der Stuhlentleerung oder das Eintauchen des Gesichts in kaltes Wasser können den Anfall bei vielen Betroffenen selbst beenden.
Wie sicher ist eine Katheterablation?
Sie gilt als sehr wirksames Verfahren, das bei einem großen Teil der Betroffenen die zugrunde liegende Ursache dauerhaft beseitigt und weitere Anfälle verhindert.
Warum ist die Diagnose manchmal schwierig?
Weil die Anfälle oft nur kurz andauern und im normalen Ruhe-EKG zwischen den Episoden nicht sichtbar sind, weshalb ein Langzeit-EKG oder Ereignisrekorder benötigt wird.
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