Eklampsie
Die Eklampsie ist eine seltene, schwere Komplikation der Schwangerschaft, bei der es auf dem Boden einer Präeklampsie zu generalisierten Krampfanfällen kommt, die nicht durch eine andere neurologische Erkrankung erklärt werden können. Sie zählt zu den gefährlichsten Notfällen in der Geburtshilfe und kann sowohl während der Schwangerschaft als auch unter der Geburt oder im Wochenbett auftreten.
Ursachen
Die Eklampsie entsteht als schwerste Ausprägung einer Präeklampsie, bei der Bluthochdruck und eine erhöhte Eiweißausscheidung im Urin mit einer Fehlfunktion der Blutgefäße im gesamten Körper einhergehen. Diese Gefäßfunktionsstörung betrifft in schweren Fällen auch die Blutgefäße des Gehirns, was zu einer Schwellung des Hirngewebes und in der Folge zu Krampfanfällen führen kann. Risikofaktoren sind unter anderem eine erstmalige Schwangerschaft, eine bereits durchgemachte Präeklampsie in einer früheren Schwangerschaft sowie vorbestehender Bluthochdruck oder Diabetes.
Symptome
Vor dem eigentlichen Krampfanfall zeigen viele Betroffene Warnzeichen wie starke, anhaltende Kopfschmerzen, Sehstörungen mit Lichtblitzen oder verschwommenem Sehen, Oberbauchschmerzen sowie eine plötzliche, ausgeprägte Schwellung von Gesicht und Händen. Der Krampfanfall selbst verläuft wie ein generalisierter epileptischer Anfall mit Bewusstlosigkeit und unkontrollierten Muskelzuckungen am ganzen Körper und kann sowohl vor, während als auch nach der Geburt auftreten.
Diagnostik
Die Diagnose stützt sich auf das Auftreten eines Krampfanfalls bei einer schwangeren oder kürzlich entbundenen Frau mit bekannter oder neu festgestellter Präeklampsie. Blutdruckmessung und Urinuntersuchung auf Eiweiß bestätigen die zugrunde liegende Präeklampsie, weitere Blutuntersuchungen erfassen mögliche Begleitschäden an Leber, Nieren und dem Blutgerinnungssystem. Eine Bildgebung des Gehirns kann durchgeführt werden, um andere Ursachen für den Krampfanfall auszuschließen.
Behandlung
Die akute Behandlung des Krampfanfalls erfolgt mit Magnesiumsulfat über die Vene, das sowohl bestehende Anfälle durchbricht als auch weiteren Anfällen vorbeugt. Gleichzeitig wird der stark erhöhte Blutdruck mit geeigneten Medikamenten gesenkt, um weitere Komplikationen zu verhindern. Die einzige ursächliche Behandlung der Eklampsie ist letztlich die Entbindung des Kindes, deren Zeitpunkt sich nach dem mütterlichen Zustand und dem Alter der Schwangerschaft richtet.
Verlauf und Prognose
Mit rascher Diagnose und konsequenter Behandlung mit Magnesiumsulfat sowie zeitnaher Entbindung überleben die meisten Frauen eine Eklampsie ohne bleibende Schäden. Unbehandelt oder bei verzögerter Behandlung kann die Eklampsie jedoch zu schweren Komplikationen wie einer Hirnblutung, Organversagen oder zum Tod von Mutter oder Kind führen. Nach der Entbindung bilden sich die Beschwerden bei den meisten Frauen innerhalb weniger Tage bis Wochen zurück, wobei eine engmaschige Nachsorge wichtig bleibt.
Quellen & weiterführende Stellen
- Gesundheitsinformation.de (IQWiG) — Eklampsie: Ursachen, Behandlung
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Kann man eine Eklampsie vorhersehen?
Warnzeichen wie starke Kopfschmerzen, Sehstörungen und Oberbauchschmerzen bei einer bekannten Präeklampsie können auf einen bevorstehenden Krampfanfall hinweisen und sollten ernst genommen werden.
Warum wird Magnesiumsulfat eingesetzt?
Es durchbricht bestehende Krampfanfälle und beugt weiteren Anfällen wirksam vor, weshalb es die Standardbehandlung bei Eklampsie ist.
Ist die Entbindung immer sofort notwendig?
Die Entbindung ist die einzige ursächliche Behandlung, der genaue Zeitpunkt richtet sich jedoch nach dem mütterlichen Zustand und dem Alter der Schwangerschaft und wird individuell entschieden.
Bleiben nach einer Eklampsie Schäden zurück?
Bei den meisten Frauen bilden sich die Beschwerden nach der Entbindung innerhalb weniger Tage bis Wochen vollständig zurück, bei verzögerter Behandlung können jedoch bleibende Schäden auftreten.
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