Rheumatische Chorea (Sydenham-Chorea)
Die rheumatische Chorea, auch Sydenham-Chorea genannt, ist eine seltene neurologische Spätfolge einer vorausgegangenen Infektion mit Streptokokken-Bakterien und zählt zu den Hauptmanifestationen des rheumatischen Fiebers. Sie ist gekennzeichnet durch unwillkürliche, unregelmäßige, tänzelnde Bewegungen sowie häufig begleitende emotionale und Verhaltensveränderungen, überwiegend bei Kindern und Jugendlichen.
Veröffentlicht: 7. Sep. 2026 · Redaktion: Personal Paramedic e.K.
Ursachen
Die Erkrankung entsteht durch eine fehlgeleitete Immunreaktion nach einer Infektion mit bestimmten Streptokokken-Bakterien, meist einige Wochen bis Monate zuvor. Dabei bildet das Immunsystem Antikörper gegen die Bakterien, die fälschlicherweise auch bestimmte Nervenzellen in einer für Bewegungssteuerung wichtigen Hirnregion angreifen. Diese Kreuzreaktion des Immunsystems führt zu den charakteristischen Bewegungsstörungen der Erkrankung.
Symptome
Kennzeichnend sind unwillkürliche, unregelmäßige, rasche Bewegungen der Gliedmaßen, des Gesichts und des Rumpfes, die tänzelnd wirken und sich bei emotionaler Anspannung verstärken, im Schlaf jedoch vollständig verschwinden. Begleitend zeigen viele betroffene Kinder emotionale Labilität, Reizbarkeit sowie Konzentrationsschwierigkeiten. Die Muskelkraft kann zusätzlich vermindert sein, was sich etwa als schwacher Händedruck bemerkbar machen kann.
Diagnostik
Die Diagnose wird anhand des charakteristischen Beschwerdebildes gestellt, häufig in Zusammenschau mit Hinweisen auf eine vorausgegangene Streptokokkeninfektion, etwa in Form von Antikörpertests im Blut. Da die rheumatische Chorea eine der Hauptmanifestationen des rheumatischen Fiebers ist, wird zusätzlich gezielt nach einer möglichen Herzbeteiligung gesucht, unter anderem durch eine Herzultraschalluntersuchung.
Behandlung
Eine ursächliche Behandlung der bereits ausgelösten Immunreaktion ist meist nicht notwendig, da sich die Beschwerden bei den meisten Kindern von selbst zurückbilden. Bei ausgeprägten, den Alltag stark beeinträchtigenden Bewegungsstörungen können Medikamente eingesetzt werden, die die Bewegungsstörung symptomatisch lindern. Besteht eine begleitende Herzbeteiligung im Rahmen des rheumatischen Fiebers, wird diese entsprechend mitbehandelt, zusätzlich wird häufig eine vorbeugende Antibiotikabehandlung zum Schutz vor erneuten Streptokokkeninfektionen empfohlen.
Verlauf und Prognose
Die rheumatische Chorea klingt bei den meisten betroffenen Kindern innerhalb weniger Wochen bis Monate von selbst vollständig ab, ohne bleibende neurologische Schäden zu hinterlassen. Ein kleiner Teil der Betroffenen erlebt jedoch Jahre später ein erneutes Auftreten der Bewegungsstörung, insbesondere bei erneuten Streptokokkeninfektionen oder hormonellen Veränderungen wie in der Schwangerschaft. Die langfristige Prognose hängt zusätzlich davon ab, ob eine bleibende Herzbeteiligung im Rahmen des rheumatischen Fiebers vorliegt.
Weiterführende Informationen der Organisation
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Die verlinkten Angebote sind allgemeine Informationsquellen der jeweiligen Organisation, kein Einzelbeleg für jede Aussage dieses Artikels. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Warum treten die Bewegungsstörungen erst Wochen nach der Infektion auf?
Weil die Erkrankung durch eine verzögerte, fehlgeleitete Immunreaktion entsteht, bei der sich Antikörper gegen die Streptokokken erst mit Verzögerung auch gegen bestimmte Nervenzellen richten.
Verschwinden die Bewegungen im Schlaf?
Ja, ein charakteristisches Merkmal der rheumatischen Chorea ist, dass die unwillkürlichen Bewegungen im Schlaf vollständig verschwinden.
Muss immer eine Herzuntersuchung erfolgen?
Ja, da die rheumatische Chorea eine Hauptmanifestation des rheumatischen Fiebers ist, wird gezielt nach einer möglichen begleitenden Herzbeteiligung gesucht.
Kann die Erkrankung erneut auftreten?
Bei einem kleinen Teil der Betroffenen ja, insbesondere bei erneuten Streptokokkeninfektionen oder hormonellen Veränderungen wie in der Schwangerschaft.
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