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Vergiftungen

Paracetamolvergiftung

Eine Paracetamolvergiftung entsteht durch die Einnahme einer für die Leber zu hohen Menge dieses weit verbreiteten, frei verkäuflichen Schmerz- und Fiebermittels. Da die ersten Beschwerden häufig mild oder ganz abwesend sind, wird die Gefährlichkeit einer Überdosierung leicht unterschätzt, obwohl unbehandelt innerhalb weniger Tage ein lebensbedrohliches Leberversagen entstehen kann.

Ursachen

Eine Vergiftung entsteht meist durch die einmalige, oft in suizidaler Absicht eingenommene große Menge Paracetamol, seltener durch eine wiederholte, über mehrere Tage zu hoch dosierte Einnahme, etwa bei gleichzeitiger Einnahme mehrerer paracetamolhaltiger Präparate. Bei Überschreiten der Verarbeitungskapazität der Leber entsteht ein giftiges Abbauprodukt, das die Leberzellen direkt schädigt. Chronischer Alkoholkonsum oder Mangelernährung können die giftige Wirkung bereits bei niedrigeren Dosen verstärken.

Symptome

Die Vergiftung verläuft typischerweise in Phasen: In den ersten 24 Stunden bestehen häufig nur milde Beschwerden wie Übelkeit und Erbrechen oder gar keine Symptome, obwohl die Leberschädigung bereits begonnen hat. Erst nach ein bis drei Tagen treten die eigentlichen Zeichen des Leberschadens auf, etwa Oberbauchschmerzen, Gelbsucht und, bei schwerem Verlauf, eine zunehmende Bewusstseinstrübung durch Leberversagen.

Diagnostik

Die Bestimmung des Paracetamolspiegels im Blut, idealerweise vier Stunden nach der Einnahme, ist entscheidend, um anhand eines standardisierten Diagramms das Vergiftungsrisiko und die Notwendigkeit einer Behandlung einzuschätzen. Zusätzlich werden die Leberwerte sowie Gerinnungsparameter im Blut kontrolliert, die im Verlauf Aufschluss über das Ausmaß der Leberschädigung geben.

Behandlung

Das spezifische Gegenmittel Acetylcystein kann, wenn es rechtzeitig innerhalb weniger Stunden nach der Einnahme verabreicht wird, die Bildung des giftigen Abbauprodukts wirksam verhindern und schwere Leberschäden in den meisten Fällen abwenden. Auch bei späterer Vorstellung wird Acetylcystein noch gegeben, da es auch dann noch einen gewissen Nutzen haben kann. Bei bereits eingetretenem schwerem Leberversagen kann in seltenen, sehr schweren Fällen eine Lebertransplantation notwendig werden.

Verlauf und Prognose

Wird das Gegenmittel rechtzeitig innerhalb der ersten Stunden nach der Einnahme verabreicht, ist die Prognose einer Paracetamolvergiftung in aller Regel sehr gut. Verzögert sich die Behandlung, weil die anfänglich milden Beschwerden nicht ernst genommen wurden, steigt das Risiko für ein schweres, potenziell tödliches Leberversagen deutlich an. Aus diesem Grund sollte bei jedem Verdacht auf eine Überdosierung sofort ärztliche Hilfe aufgesucht werden, auch wenn zunächst keine Beschwerden bestehen.

Quellen & weiterführende Stellen

Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

FAQ

Häufige Fragen

Warum ist eine Paracetamolvergiftung anfangs oft unauffällig?

Weil die eigentliche Leberschädigung erst nach ein bis drei Tagen spürbare Beschwerden verursacht, obwohl der Schaden bereits in den ersten Stunden nach der Einnahme beginnt.

Wann sollte man nach einer möglichen Überdosierung ärztliche Hilfe suchen?

Sofort, auch ohne Beschwerden, da die Behandlung mit dem Gegenmittel umso wirksamer ist, je früher sie beginnt.

Wie wirkt das Gegenmittel Acetylcystein?

Es verhindert die Bildung des giftigen Abbauprodukts von Paracetamol in der Leber und kann dadurch schwere Leberschäden abwenden, besonders wenn es früh gegeben wird.

Warum ist das Risiko bei chronischem Alkoholkonsum erhöht?

Weil chronischer Alkoholkonsum die Leber bereits vorschädigt und die giftige Wirkung von Paracetamol schon bei niedrigeren Dosen verstärken kann.

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