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Kinder & Jugendliche

Hodenhochstand

Der Hodenhochstand, fachsprachlich Nondescensus testis, liegt vor, wenn ein oder beide Hoden bei der Geburt ihre normale Position im Hodensack noch nicht erreicht haben und stattdessen im Bauchraum, im Leistenkanal oder in dessen Nähe verblieben sind. Bei Frühgeborenen ist ein Hodenhochstand deutlich häufiger als bei termingerecht geborenen Kindern, da der Abstieg der Hoden normalerweise erst gegen Ende der Schwangerschaft abgeschlossen wird.

Ursachen

Während der Schwangerschaft wandern die Hoden normalerweise vom Bauchraum durch den Leistenkanal in den Hodensack, gesteuert durch ein Zusammenspiel hormoneller und mechanischer Faktoren. Bei einem Hodenhochstand ist dieser Wanderungsprozess unvollständig geblieben, wofür sowohl eine unreife hormonelle Steuerung, insbesondere bei Frühgeborenen, als auch anatomische oder genetische Faktoren verantwortlich sein können. In vielen Fällen lässt sich keine eindeutige Einzelursache feststellen.

Symptome

Der Hodenhochstand selbst verursacht keine Schmerzen oder unmittelbaren Beschwerden und wird meist bei der routinemäßigen körperlichen Untersuchung des Neugeborenen festgestellt, wenn ein oder beide Hoden im Hodensack nicht zu tasten sind. Bei einem Teil der betroffenen Jungen findet der Abstieg der Hoden innerhalb der ersten Lebensmonate noch spontan statt, wobei dies nach dem sechsten Lebensmonat deutlich unwahrscheinlicher wird.

Diagnostik

Die Diagnose wird durch die körperliche Untersuchung mit sorgfältigem Abtasten des Hodensacks, der Leistenregion und, bei Bedarf, des unteren Bauchraums gestellt. Lässt sich der Hoden nicht sicher tasten, kann eine Ultraschalluntersuchung helfen, seine Lage zu bestimmen; bei nicht auffindbarem Hoden wird gegebenenfalls eine Bauchspiegelung zur endgültigen Klärung durchgeführt.

Behandlung

Bleibt der spontane Abstieg bis zum sechsten Lebensmonat aus, wird eine operative Verlagerung des Hodens in den Hodensack (Orchidopexie) empfohlen, die idealerweise vor dem vollendeten ersten Lebensjahr durchgeführt wird. Eine frühzeitige Behandlung ist wichtig, da ein dauerhaft im Bauchraum oder Leistenkanal verbliebener Hoden ein erhöhtes Risiko für eine spätere Fruchtbarkeitsstörung sowie für die Entwicklung eines Hodentumors mit sich bringt.

Verlauf und Prognose

Mit einer rechtzeitig, in der Regel bis zum ersten Geburtstag durchgeführten operativen Behandlung erreichen die meisten betroffenen Jungen eine normale Hodenfunktion und ein deutlich reduziertes Risiko für spätere Komplikationen im Vergleich zu einer unbehandelten oder spät behandelten Fehlstellung. Nach der Operation werden regelmäßige Nachkontrollen empfohlen, um die weitere Entwicklung des Hodens zu überwachen.

Quellen & weiterführende Stellen

Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

FAQ

Häufige Fragen

Muss jeder Hodenhochstand operiert werden?

Nur wenn der Hoden nicht bis zum sechsten Lebensmonat von selbst in den Hodensack absteigt, wird eine operative Behandlung empfohlen.

Warum sollte die Operation so früh erfolgen?

Weil ein dauerhaft fehlplatzierter Hoden das Risiko für spätere Fruchtbarkeitsstörungen und Hodentumore erhöht, das durch eine frühzeitige Behandlung deutlich gesenkt werden kann.

Ist der Hodenhochstand schmerzhaft?

Nein, er verursacht selbst keine Schmerzen oder unmittelbaren Beschwerden und wird meist zufällig bei der Untersuchung festgestellt.

Warum sind Frühgeborene häufiger betroffen?

Weil der Abstieg der Hoden normalerweise erst gegen Ende der Schwangerschaft abgeschlossen wird und bei einer Frühgeburt entsprechend häufiger noch unvollständig ist.

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