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Hals, Nase & Ohren

Otitis externa maligna

Die Otitis externa maligna, auch als nekrotisierende Otitis externa bezeichnet, ist eine seltene, jedoch potenziell lebensbedrohliche, aggressiv verlaufende bakterielle Infektion des äußeren Gehörgangs, die sich von der weit häufigeren, gutartigen Gehörgangsentzündung durch ihre Neigung unterscheidet, über den Gehörgang hinaus in die umliegenden Knochen- sowie Weichteilstrukturen der Schädelbasis vorzudringen. Der irreführende Namensbestandteil 'maligna' bezieht sich dabei nicht auf eine bösartige Tumorerkrankung, sondern auf den aggressiven, destruktiven Verlauf der bakteriellen Infektion, die unbehandelt zu schwerwiegenden Komplikationen bis hin zu einer lebensbedrohlichen Ausbreitung der Infektion führen kann. Die Erkrankung betrifft weit überwiegend ältere Menschen mit einem zugrunde liegenden Diabetes mellitus oder einem anderweitig geschwächten Immunsystem, deren Abwehrlage der aggressiven Ausbreitung der bakteriellen Infektion nicht ausreichend entgegenwirken kann.

Ursachen

Die Otitis externa maligna wird überwiegend durch ein bestimmtes, in der Umwelt weit verbreitetes Bakterium verursacht, das bei gesunden Menschen mit intaktem Immunsystem in aller Regel keine ernsthafte Infektion des Gehörgangs auslöst, bei entsprechend vorgeschädigten oder immungeschwächten Menschen jedoch eine aggressive, in die Tiefe fortschreitende Infektion verursachen kann. Der weitaus wichtigste Risikofaktor für die Entstehung der Erkrankung ist ein zugrunde liegender, meist unzureichend eingestellter Diabetes mellitus, der durch eine Kombination aus einer verminderten lokalen Durchblutung sowie einer geschwächten Immunabwehr die Ausbreitung der bakteriellen Infektion in die umliegenden Knochen- und Weichteilstrukturen begünstigt. Auch andere, das Immunsystem schwächende Grunderkrankungen sowie ein höheres Lebensalter erhöhen das Risiko für die Entstehung dieser aggressiven Verlaufsform der Gehörgangsentzündung zusätzlich.

Symptome

Die Otitis externa maligna beginnt zunächst mit Beschwerden, die einer gewöhnlichen Gehörgangsentzündung ähneln, insbesondere mit Ohrenschmerzen sowie Ausfluss aus dem betroffenen Gehörgang, wobei sich die Erkrankung von der gutartigen Verlaufsform durch zunehmend heftige, oft nachts besonders ausgeprägte Schmerzen sowie ein Ausbleiben der erwarteten Besserung trotz einer zunächst eingeleiteten üblichen Behandlung unterscheidet. Im weiteren Verlauf kann die fortschreitende Infektion benachbarte Hirnnerven in Mitleidenschaft ziehen, was sich insbesondere durch eine Lähmung der Gesichtsmuskulatur sowie durch Schluck- oder Sprechstörungen äußern kann, wenn weitere Hirnnerven betroffen sind. Bei sehr ausgeprägten Verläufen kann sich die Infektion bis zur Schädelbasis sowie in seltenen, sehr schweren Fällen bis in den Bereich der Hirnhäute ausbreiten, was mit einem erheblichen Risiko für eine lebensbedrohliche Komplikation verbunden ist.

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Diagnostik

Die Diagnose der Otitis externa maligna wird anhand der charakteristischen Krankengeschichte mit heftigen, therapieresistenten Ohrenschmerzen bei einer entsprechend veranlagten, meist an Diabetes mellitus erkrankten oder immungeschwächten Person gestellt, wobei eine körperliche Untersuchung des Gehörgangs häufig charakteristisches, überschießendes Granulationsgewebe am Übergang zum knöchernen Gehörgangsanteil zeigt. Eine Bildgebung mittels Computertomografie oder Magnetresonanztomografie ist zur Beurteilung des Ausmaßes der Infektion sowie einer möglichen Beteiligung der umliegenden Knochenstrukturen der Schädelbasis unerlässlich. Eine gezielte Erregerbestimmung aus einem Abstrich des betroffenen Gehörgangs ermöglicht die genaue Identifikation des verursachenden Bakteriums sowie die Auswahl einer gezielten antibiotischen Behandlung.

Behandlung

Die Behandlung der Otitis externa maligna erfordert eine langwierige, hochdosierte antibiotische Behandlung, die sich gezielt gegen das verursachende Bakterium richtet und aufgrund des schweren, tief in die Knochenstrukturen vordringenden Krankheitsverlaufs über mehrere Wochen bis Monate fortgeführt werden muss, um ein Wiederaufflammen der Infektion zuverlässig zu verhindern. Eine sorgfältige Einstellung eines zugrunde liegenden Diabetes mellitus ist ein wesentlicher Bestandteil der Behandlung, da eine gute Blutzuckerkontrolle die körpereigene Abwehrfähigkeit gegen die bakterielle Infektion deutlich verbessert. Bei ausgedehnten Krankheitsverläufen mit deutlicher Knochenbeteiligung oder bei unzureichendem Ansprechen auf die antibiotische Behandlung kann eine chirurgische Entfernung des abgestorbenen, infizierten Gewebes notwendig werden, um die weitere Ausbreitung der Infektion einzudämmen.

Verlauf und Prognose

Die Prognose der Otitis externa maligna hat sich durch die Verfügbarkeit wirksamer, gezielter Antibiotika in den vergangenen Jahrzehnten deutlich verbessert, wobei die Erkrankung bei rechtzeitiger Diagnosestellung sowie konsequent durchgeführter, ausreichend lange fortgeführter antibiotischer Behandlung bei der überwiegenden Mehrheit der Betroffenen erfolgreich beherrscht werden kann. Unbehandelt oder bei verzögerter Diagnosestellung verläuft die Erkrankung jedoch weiterhin mit einer erheblichen Sterblichkeit, insbesondere wenn es bereits zu einer Ausbreitung der Infektion auf die Hirnnerven oder die Schädelbasis gekommen ist. Regelmäßige Verlaufskontrollen, auch mittels wiederholter Bildgebung, werden über den gesamten Behandlungszeitraum empfohlen, um den Rückgang der Entzündung zuverlässig zu dokumentieren, bevor die langwierige antibiotische Behandlung beendet wird.

Quellen & weiterführende Stellen

Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

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FAQ

Häufige Fragen

Bezieht sich der Name auf eine bösartige Tumorerkrankung?

Nein, 'maligna' bezieht sich auf den aggressiven, destruktiven Verlauf der bakteriellen Infektion, nicht auf eine Krebserkrankung.

Wer ist besonders gefährdet?

Weit überwiegend ältere Menschen mit einem zugrunde liegenden, oft unzureichend eingestellten Diabetes mellitus oder einem geschwächten Immunsystem.

Was unterscheidet die Erkrankung von einer gewöhnlichen Gehörgangsentzündung?

Zunehmend heftige, therapieresistente Schmerzen sowie eine Neigung, in die umliegenden Knochen- und Weichteilstrukturen vorzudringen.

Wie lange dauert die notwendige Behandlung?

Die hochdosierte antibiotische Behandlung muss meist über mehrere Wochen bis Monate fortgeführt werden.

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